Mille Miglia – Im Rausch einer Legende


Die wohl teuerste Garage der Welt war die Fierra in Brescia vor der Mille Miglia 2017 im Mai. Hier versammelten sich die Teilnehmer der legendĂ€ren Veranstaltung zur technischen Abnahme. Rund 450 Oldtimer wurden hier auf die große JubilĂ€umstour zur 90. Mille Miglia vorbereitet. Voraussetzung: das Auto oder ein entsprechendes Modell war schon einmal dabei beim originalen Straßenrennen zwischen 1927 und 1957.

Damals war die Mille Miglia noch ein Rennen, wĂ€hrend es heute – was viele immer wieder vergessen – um eine GleichmĂ€ĂŸigkeitsprĂŒfung geht. Das heißt fĂŒr die einzelnen Etappen gibt es vorgelegte Zeiten, in denen die Fahrzeuge an bestimmten Punkten passieren mĂŒssen – wenn nicht gibt es Strafpunkte.

Zu den schönsten Momenten fĂŒr Zuschauer gehört die Aufstellung vor dem Start in der historischen Altstadt von Brescia. Tausende sĂ€umen die Straßen von Brescia, wenn es dann endlich los geht. Vier Tage Anstrengung auf dem Weg von Norditalien bis nach Rom und wieder zurĂŒck stehen den Oldtimerfahrern bevor.

Und endlich geht es dann ĂŒber die Startrampe. Noch eine kleine Tour durch die Innenstadt von Brescia, vorbei an jubelnden Zuschauern und die wilde Fahrt in die DĂ€mmerung beginnt. In Verona ist die Kulisse der Oper und der Arena ein erstes Highlight. Zwei Drittel der ersten Etappe liegen noch vor den Fahrern.

Herrliche Landschaften liegen vor den Fahrern. In den StĂ€dten werden die Teams auf den großen PlĂ€tzen euphorisch empfangen. Wer bei der Mille mitfĂ€hrt fĂŒhlt sich als Held – auch wenn es eigentlich nur um die Autos geht. Die erste Etappe fĂŒhrt ĂŒber Sirmione am Fuße des Garda Sees nach Padua. In Verona ist die Kulisse der Oper und der Arena ein erstes Highlight. SpĂ€t am Abend kommen die ersten Fahrzeuge in Padua an.

Auf nach Rom! Heißt es am zweiten Tag der Rallye. Eine gemĂŒtliche Oldtimer-Ausfahrt ist die Mille Miglia sicher nicht. Eher eine Ausdauer fordernde ZuverlĂ€ssigkeitsprĂŒfung, bei der schnell und kompromisslos in drei Tagen von Brescia nach Rom und wieder zurĂŒck gefahren wird. Am Straßenrand verfolgen zigtausende von Zuschauern das Spektakel. Zeit zu rasten gibt es kaum und auch die NĂ€chte fĂŒr die Fahrer sind kurz.

Zwischenstopp: San Marino. Wer in der Àltesten Republik der Welt durch die Festung La Guaita steuert, hat den schwierigen Anstieg auf den Felskamm Monte Titano geschafft. Durch die engen Gassen geht es nach der PrÀsentation vor den Honoren des Staates abwÀrts und hinaus ins weite Land. Die Motoren werden angetrieben und haben endlich freien Auslauf. Am Abend erreichen die Fahrer Rom.
Am nÀchsten Tag bricht das Feld nach Parma auf. Eines der Highlights an diesem Tag ist die Durchfahrt durch Siena. Tausende von Besuchern stehen auf dem zentralen Domplatz und erwarten die Fahrzeuge. Auch ein Besuch beim Enzo Ferrari Museum in Modena steht auf dem Programm. Die dritte Etappe endet in Parma.

Am frĂŒhen Morgen des vierten Tages fĂŒhrt die Strecke zurĂŒck nach Brescia. In Cremona, der Stadt des Geigenbaus erwarten bereits hunderte Zuschauer die Kolonne der Teilnehmer, die am Domplatz eine DurchfahrtsprĂŒfung absolvierten.

Wieder einmal siegte bei der Mille Miglia das italienische Team Andrea Vesco/Andrea Guerini mit einer Abweichung von der Idealzeit von nur 3,93 Sekunden (insgesamt 112 Messungen) auf einem Alfa Romeo 6C 1750 Gran Sport aus dem Jahre 1931 (Startnummer 74). Auf die PlÀtze zwei und drei fuhren Luca Patron/Massimo Casale mit ihrem O.M. 665 Sport Superba 2000, Baujahr 1925 und Giordano Mozzi/Stefania Biacca mit ihrem Alfa Romeo 6C 1500 GS Zagato.

1600 Kilometer liegen hinter den Fahrern, wenn sie wieder in Brescia ankommen. Die Anstrengungen sind ihnen ins Gesicht geschrieben. Doch: dabei sein ist alles.