Oldtimer Teile mit Reverse Engineering nachfertigen


In dieser und den nÀchsten Folgen möchten wir Ihnen zeigen, wie Oldtimer Ersatzteile selber hergestellt werden können.

Hierzu gehören Techniken wie Prototyping am Rechner und dem 3D Drucker, Gußformen erstellen und die Teile entsprechend nachzufertigen. Die Anfertigung einer Reproduktion ĂŒber einen 3D Scan und weitere Wege, ein verlorenes Ersatzteil zu ersetzen.
FĂŒr manche Fahrzeuge sind Blinker oder RĂŒcklichter aufgrund der Seltenheit als Ersatzteile nur noch schwer zu finden. In solchen FĂ€llen können die transparenten Teile nachgegossen werden. Zuerst mĂŒssen die Teile gereinigt und vorbereitet werden. Überstehende Klebekanten werden abgeschliffen. Wenn ein solches Glas nicht mehr vorhanden ist, kann dieses auch am Rechner neu rekonstruiert werden. Das 3D Modell, dass in einem CAD oder 3D Programm gebaut wurde, kann anschließend am 3D Drucker ausgedruckt werden. Diese Technik nennt man Rapid Prototyping. Es wird ein Musterbauteil erstellt, dass dann wiederum fĂŒr einen Abguss verwendet werden kann.
Als nĂ€chstes muss die Gussform vorbereitet werden. Zuerst wird ein GefĂ€ĂŸ gesucht, dass fĂŒr die Form genĂŒgend Platz bietet, d.h. rund um das abzugießende Teil etwa 1 bis 2 cm und in der Höhe etwa jeweils 2 bis 3 cm Platz. Mit Röhrchen und Balsaholz wird nun ein Gestell gebaut, mit dem die Scheibe in die Form gehĂ€ngt wird. Ein vorher platzierter Sockel hĂ€lt die RĂŒcklicht-Scheibe wĂ€hrend der Montage in der Position. Wichtig ist, dass dies alles horizontal in Waage eingerichtet wird, damit eine gleichmĂ€ĂŸige Form entsteht. Zwei weitere Röhrchen dienen als Formen-SchlĂŒssel.
Die erste Schicht Silikon kann nun angerĂŒhrt werden. Dabei wird das Silikon mit der entsprechenden Menge Vernetzer gemischt. Dieses VerhĂ€ltnis findet man in der Gebrauchsanleitung. Dann wird die Masse gut verrĂŒhrt.

Der Aufbau der Gussform erfolgt in 2 Schichten. Zuerst wird eine Schicht bis knapp unter die Oberkante des abzugießenden Objektes aufgefĂŒllt. Wenn diese AusgehĂ€rtet ist, wird nach Auftragen einer Trennschicht eine zweite Schicht aufgegossen. Leichtes SchĂŒtteln und Klopfen an der Form beseitigt noch die letzten kleinen LufteinschlĂŒsse.
Bei einer Glockenform wird das Glas an dem Boden des GefĂ€ĂŸes fixiert und das Silikon ĂŒber die Form gegossen. Nach der Austrocknung wird die zweite Seite gegossen. Vorher aber mit Silikontrennmittel eingesprĂŒht.

Wenn die Form nun trocken ist, kann sie vorsichtig getrennt werden. Dies muss mit viel GefĂŒhl geschehen, damit die Form nicht reißt. Zwei HolzstĂŒcke wurden vor dem zweiten Guss an den Rand der Form geklebt. Diese dienen als Gusskanal fĂŒr den Kunststoff.
Nun wird der Kunststoff angerĂŒhrt. In diesem Fall wird Gießharz verwendet. Um die rote FĂ€rbung zu erhalten, wird eine spezielle Farbpaste in das Gießharz eingerĂŒhrt. Die Masse muss sehr gut verrĂŒhrt werden, bevor der HĂ€rter im richtigen VerhĂ€ltnis dazu gegeben wird.

Danach wird die Masse in die Gussform durch die kleinen Öffnungen eingegossen. Auch hier muss nun das harz fĂŒr mehrere Stunden trocknen, bevor die Form geöffnet und das neue Glas entnommen werden kann. Das Glas wird im letzten Schritt geschliffen und poliert.