Wartung – Getriebe ĂŒberholen Teil 1


Bevor wir das Getriebe öffnen – in unserem Beispiel ein 3-Gang Ford Vorkrieg und das 50er Jahre  Renault Getriebe – sollte man sich auf jeden Fall unbedingt ein Fahrzeug spezifisches Werkstatthandbuch besorgen, denn dort findet man den gesamten Aufbau des Getriebes und entsprechende Einstelltabellen.

Zuerst wird das gesamte Getriebeöl abgelassen. Es schadet nicht, das Getriebeöl mit einem Testblatt (wie zum Beispiel vom Motorcheckup) auf RĂŒckstĂ€nde zu prĂŒfen, denn auch hier erhĂ€lt man AufschlĂŒsse auf möglicherweise vorliegende SchĂ€den. Zuerst wird der Schalthebel ausgebaut. Dazu muss das Getriebe auf der im Werkstatthandbuch vorgegebenen Gang-Position stehen. Bei unserem hier gezeigten Ford Getriebe ist diese die Neutralposition, bei dem gezeigten Renault Getriebe jedoch der einlegte erste Gang. Im nĂ€chsten Schritt kann der Getriebedeckel abgenommen werden. Heben Sie die Dichtung auf, denn eventuell muss diese nachgefertigt werden. Nach dem Abheben des Deckels erhĂ€lt man auch schon einen ersten Blick auf das Getriebe. Jetzt kann die erste SichtprĂŒfung vorgenommen werden. Die ZahnrĂ€der mĂŒssen alle unbeschĂ€digt sein und sollten keine Laufspuren aufweisen. Als nĂ€chstes werden die vorderen oder hinteren Lagerdeckel entfernt. In unserem Fall muss bei dem Renault Getriebe noch die Schaltstange von der Schaltkulisse gelöst werden. Ein Sicherungsstift wird mit einem Treibdorn vorsichtig heraus getrieben. Der Sicherungsstift sollte dabei nicht beschĂ€digt werden. Verwenden Sie deshalb zum Heraustreiben nur einen Kunststoffhammer.

Um spĂ€ter die Schaltgabeln und das SchaltgestĂ€nge lösen zu können, mĂŒssen die Sperrfeder und die Kugel gelöst und herausgenommen werden. Diese Vorrichtung sorgt dafĂŒr, dass die GĂ€nge immer eingelegt bleiben. Sie sperren das SchaltgestĂ€nge.

Am Ford Getriebe muss zuerst auch noch das Andrucklager und die Steuergabel entfernt werden, bevor der Lagerdeckel gelöst werden kann. ZurĂŒck zu dem Renault Getriebe. An der Hauptwelle sitzt auch das Tachowellenrad, das gelöst und abgeschraubt werden muss. Danach kommt man auch an das Kegellager und die LagerhĂŒlse, welches die Hauptwelle fĂŒhrt. Am Ford Getriebe sitzt an dieser Stelle noch ein Sperr-Ring, der das Rollenlager in der Halterung befestigt. Nachdem nun sowohl vorne als auch hinten die Lager gelöst sind, werden beim Renault Getriebe noch die Schaltstangen und die Schaltgabel herausgenommen.

Die Schaltgabel sollte an den Enden keinerlei Abnutzungsspuren aufweisen. Die Kanten des Greifers dĂŒrfen nicht abgerundet sein. WĂ€ren sie abgerundet, könnte die Gabel ĂŒber die Rille der Synchronmuffe hinausrutschen und der Gang wĂŒrde immer wieder herausspringen. Durch das Lösen des Sperrriegels auf der Hauptachse lassen sich alle ZahnrĂ€der in eine Richtung verschieben und die Hauptachse lĂ€sst sich herausziehen. Das ganze Zahnrad-Ensemble kann nun in einem StĂŒck herausgenommen werden. Jetzt können alle Messungen und PrĂŒfungen vorgenommen werden. Dazu mehr in der nĂ€chsten Folge auf Classic-Car.TV