Wartung – „Chrom“-Lackieren


Chrom Elemente an Oldtimern dienen der Verzierung und bringen so manchen geliebten Klassiker zum GlĂ€nzen. Doch soll das Verchromen demnĂ€chst innerhalb der EU verboten werden. Betriebe mĂŒssen dann in Europa ihren Becken schließen.

Zwar gibt es noch eine Initiative seitens der FIVA dieses Gesetzt fĂŒr Oldtimer soweit abzuwenden, das ein Bestandserhalt bestehen bleibt, doch solche Betriebe werden dann vermutlich auch selten sein.
Eine neue Alternative die Chrom Elemente wieder frisch zum GlĂ€nzen zu bringen, ist das Verspiegeln, Ă€hnlich einer Lackierung. Wir haben dazu die Firma Blach im frĂ€nkischen Ansbach besucht und zeigen anhand einer KĂŒhlermaske und einiger kleiner Bauteile, wie eine solche Vorspiegelung entsteht und ob diese Technik an Chrom herankommen kann. Das zu verspiegelnde Bauteil muss zuvor grĂŒndlich vorbereitet werden. Roststellen werden herausgeschliffen und die gesamte KĂŒhlermaske gespachtelt und fein abgeschliffen. Auch kleinste Unebenheiten mĂŒssen nochmals zu gespachtelt und fein verschliffen werden. Sobald die Basis glatt und ohne Makel ist, wird das gesamte WerkstĂŒck mit einem FĂŒller ĂŒberzogen. Der FĂŒller wird nach dem kompletten Austrockenen nass und mit einem 800er Schleifpapier geschliffen. Eine Schicht Kontrollschwarz dient dazu, zu sehen, an welcher Stelle der FĂŒller bereits glatt abgeschliffen wurde. WĂ€ren noch Reste des Kontrollschwarz zu sehen, ist diese Stelle noch uneben oder kaum behandelt. Mit einem Schleiflappen und einer Schleifpaste wird der letzte Feinschliff durchgefĂŒhrt. Die OberflĂ€che der KĂŒhlermaske ist nach diesem Feinschliff absolut glatt. Der SchleifrĂŒckstand wird unter fließendem Wasser komplett abgespĂŒlt. Nun kann die Maske erst einmal trocknen.
Im nĂ€chsten Schritt erhĂ€lt die KĂŒhlermaske eine spezielle eingefĂ€rbte Grundierung. Diese Grundierung ist ein weicher Basislack. Die EinfĂ€rbung dient lediglich dazu, spĂ€ter beim Verspiegeln den Vorgang besser verfolgen zu können. Der aufgetragene Lack muss anschließend erst einmal mehrere Stunden, am besten ĂŒber Nacht, trockenen. Bevor es dann an die Vorspiegelung geht, wird der Basislack mit einer heißen Flamme nochmals erhitzt. Dies löst die OberflĂ€chenspannung des Lacks. Das ist wichtig fĂŒr das Silbernitrat, dass auf den Lack aufgetragen wird.
Erst jetzt beginnt der eigentliche Vorgang des Verspiegelns. Das gesamte Verspiegeln findet unter einer „Dusche“ eines Neutralisierungsbads statt. Mit einer speziellen Lackierpistole, an die mehrere Chemikalien angeschlossen sind, wird das Silbernitrat auf die OberflĂ€che aufgetragen und gleichzeitig mit dem fließenden Bad neutralisiert. Schon wĂ€hrend des Auftragens erkennt man bereits die Vorspiegelung. Die KĂŒhlermaske wirkt bereits in diesem Schritt wie eine Verchromte KĂŒhlermaske. Doch ist die OberflĂ€che in dieser Phase noch extrem empfindlich.
Die Farbe der Verspiegelung entspricht auch farblich noch nicht dem originalen Chrom. Silber ist etwas wĂ€rmer im Ton. Nach dem kompletten Abtrocknen kommt nun ĂŒber die Verspiegelungs-Schicht eine Schicht mit blĂ€ulich eingefĂ€rbtem Klarlack. Diese Lasur gibt der Maske langsam die richtige Farbe. Im Vergleich mit einer originalen KĂŒhlermaske kann dieser Ton abgeglichen werden. Eventuell muss noch eine weitere Schicht aufgetragen werden.
Nach einer kurzen Trocknungsphase in der Lackierkabine wird nun ĂŒber die gesamte KĂŒhlermaske eine weitere Schicht eines harten Klarlacks aufgetragen.
Die KĂŒhlermaske und die Anbauteile sind nun fertig und erstrahlen in einem neuen Glanz. Gepflegt wird die Verspiegelung wie ein KFZ lack. Der einzige Nachteil dieser Lackierung: tiefe Kratzer oder SteinschlĂ€ge mĂŒssen unbedingt gleich mit Klarlack (z.B. mit einem mitgefĂŒhrten Nagellack) verschlossen werden. Kommt Wasser an die Silberschicht, kriecht die Feuchtigkeit unter den Klarlack und zerstört die Silberschicht. Das Silber wird dann blind und leicht brĂ€unlich.

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http://www.blach.de