Blecharbeiten – Grundlagen des MIG MAG Schweissens: Die Kehlnaht


Stoßen zwei Bleche aufeinander, entsteht beim Schweißen dieser beiden Bleche eine sogenannte Kehlnaht. Das Schweißen einer solchen Kehlnaht unterscheidet sich nicht all zu sehr von dem eigentlichen Nahtschweißen, dennoch sind einige Punkte zu beachten.

 

Auch hier ist in erster Linie wieder die Brenner-Haltung maßgeblich.
Der Brenner wird jeweils in einem Winkel von 35° bis 45° zu den aufeinander stoßenden Blechen gehalten und in einem FĂŒhrungswinkel von ca. 45° bis 55°. Der ertse Winkel ist abhĂ€ngig von der Position der Kehlnaht. Liegt die Kehlnaht flach in einer Kehle, ist eine 45° Brennerhaltung einzuhalten. Dagegen empfiehlt sich eine Brennerhaltung von etwa 35° bis 40° bei einer horizontal liegenden Naht. Im Gegensatz zu dem regulĂ€ren Nahtschweissen, benötigt man bei der Kehlnaht etwas mehr Spannung, da das Metall aufgrund der ĂŒberkreuzten FlĂ€che im Falle der Kehlnaht mehr WĂ€rme aufnimmt.
Da die BrennerhĂŒlse bei einer Kehlnaht so gehalten werden muss, dass das Schutzgas entsprechend an die Schweißstelle strömen kann, ist die Brennerhaltung und die Drahtzufuhr ein sehr entscheidender Faktor.
Die DĂŒse sollte sich an der Spitze verengen und möglichst schmal sein.
Die DrahtlĂ€nge sollte zu Beginn bereits die richtige LĂ€nge haben. Steht der Draht zu weit raus, fĂŒhrt es dazu, dass das Schutzgas nicht ausreichend an die Schmelze dringt. Ferner schmilzt der Draht zu schnell ab und es entsteht eine sehr unregelmĂ€ĂŸige Schweißnaht, da durch das abbrennen der Elektrode immer wieder kleine Aussetzer entstehen. Das Blech wird nicht ausreichend erhitzt und damit dringt die Schmelze auch nicht genĂŒgend in das Material ein.
Aber auch die Drahtförderung kann fĂŒr das Ergebnis entscheidend sein. Ist der Vorschub zu gering, tritt ein Ă€hnlicher Effekt ein. Der Draht brennt immer wieder ab und die Schweißnaht wird ebenfalls sehr unregelmĂ€ĂŸig. Ist der Drahtvorschub zu hoch eingestellt, resultiert daraus, bei richtig eingestelltem Schweißstrom, eine zu große Materialzugabe und der Brenner wird in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden vom WerkstĂŒck abgedrĂŒckt. Damit wirkt sich dies wiederum auf die Schutzgaszufuhr aus.
ResĂŒmierend ergibt sich, dass auch bei dem Kehlnahtschweissen alle Faktoren, die ansonsten beim Schutzgas Schweissen zu beachten sind, ebenso streng beachtet werden mĂŒssen. Vor allem die Brenner-Haltung ist sehr entscheidend fĂŒr ein gutes Ergebnis. Maßgeblich sind, der Elektrodenabstand, der Durchmesser der GasdĂŒse, der Abstand der ElektrodenfĂŒhrung zu dem Rand der GasdĂŒse und der Abstand der DĂŒse zu der Schmelze.
Die Gaszufuhr sollte bei einem Blech zwischen 0,8 mm und 1,5 mm etwa bei 10 L bis 15 L/min liegen.
Wird nun die Kehlnaht geschweißt, wird die Elektrode mit kleinen kreisenden Bewegungen gefĂŒhrt. Damit dringt die Schmelze in beide DĂŒnnbleche ein und verbindet die Bleche stabil miteinander. Eine Kehlnaht wird am besten stechend geschweißt.
Je nach BlechstĂ€rke, variiert die FĂŒhrung des Brenners. Bei sehr dĂŒnnen Blechen verwendet man eine sogenannte Strichraupe. Dabei wird der Brenner vor und zurĂŒck gefĂŒhrt.
Beachten Sie beim Schweissen immer, dass die Sicht auf die Schmelze frei ist. Nimmt Ihnen der Brenner die Sicht, sollte nicht die Brennerhaltung verÀndert, sondern die Sicht durch die Körperhaltung ausgeglichen werden.
Wenn eine durchgezogene Kehlnaht nicht notwendig ist, ist es aus Hitzetechnischen GrĂŒnden sinnvoll, die Kehlnaht abgesetzt zu schweißen. Durch das abwechselnd abgesetzte Schweißen wird der Verzug des DĂŒnnblechs stark reduziert.

 

 

 

 

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