Blecharbeiten – Präzisionsteile aus dem Wasserstrahlschneider


Bei der Restauration von Oldtimern stößt man häufig auch auf Stahlteile, die eine mechanische Funktion haben und aus dickeren Blechen bestehen. Hier ist eine präzise Rekonstruktion gefragt.

Sobald eine technische Zeichnung der einzelnen Teile angefertigt ist, kann aus dieser in Autodesk Fusion, einem kostenlosen CAD Programm, die technische Zeichnung übernommen und digital umgesetzt werden.

Um zu prüfen, ob die Zeichnung entsprechend umsetzbar ist, können die Skizzen der Zeichnung extrudiert werden, sprich zu einer dreidimensionalen Form verwandelt werden. Für den Wasserstrahlschneider wird jedoch eine reine zweidimensionale Datei benötigt, wie zum Beispiel eine Datei im DXF Format.

Die Datei wird anschließend in den Steuercomputer des Wasserstrahlschneiders eingelesen. Classic-Car.TV ist in diesem Fall im MakerSpace der Technischen Universität München, wo Mitglieder nach einer kurzen Schulung den Wasserstrahlschneider nutzen dürfen. Damit die ausgeschnittenen Teile nicht in das Wasserbecken fallen, werden an die einzelnen Bauteile in dem Steuerprogramm noch kleine Haltenasen angesetzt. Diese Nasen werden nicht mitgeschnitten und fixieren das Teil.

Ein Wasserstrahl, der mit sehr feinem Korund vermischt ist, wird mit ca. 4000 bis 6000 Bar Druck auf das Metallstück geschossen. Der Druck ist so hoch, dass ein solcher Wasserstrahl durch bis zu 100mm starken Stahl dringen kann. Der beigemischte Korund ermöglicht dem Strahl einen präzisen Schnitt. Bei eher dünnen Blechen ist auch keinerlei Abweichung in der Eintrittsebene bis zur Austrittsebene zu messen. Bei dickeren Materialien nimmt der Druck nach unten ab und daher kann es zu einer leichten Abweichung kommen. Bei unserem 20 mm dicken Stahlteil ist die Abweichung etwa drei Zehntel Millimeter. Bei dem 2mm Blech ist die Abweichung kaum zu messen.

Die kleinen Haltenasen können leicht abgeschliffen und die Bleche anschließend entsprechend verschweißt werden.