Interieur – Sitzbezug nachfertigen Teil 1


Der Ledersitz eines Vorkriegsfahrzeugs ist rissig und völlig ausgetrocknet. Daher muss einneuer Bezug angefertigt werden. Der Sitz wird aufgetrennt, und von den Teilen des Sitzes eine Schablone angefertigt.

Die SitzflĂ€che besteht aus drei Teilen, dem Leder an der Oberseite, einem Leinenstoff auf der Unterseite und Schaumstoffstreifen fĂŒr die einzelnen Tunnel. An den RĂ€ndern des der jeweiligen Zuschnitte wird noch etwa 2-3 cm Rand hinzugegeben.
Die Sattlerarbeiten werden in unserem Fall im MakerSpace in Garching bei MĂŒnchen durchgefĂŒhrt. Hier kann man nach einer kurzen Einweisung und nach Zahlung eines Mitgliedbeitrages selbststĂ€ndig an den Industrie NĂ€hmaschinen eigene Projekte durchfĂŒhren. Es befindet sich eine Oberlockmaschine, IndustrienĂ€hmaschine und LedernĂ€hmaschine vor Ort.
Die Linien fĂŒr die einzelnen Tunnel werden auf der Leder-RĂŒckseite und dem Nesselstoff eingezeichnet. Die Schaumstoffbahnen sind so breit geschnitten, dass sie in die Tunnel passen. In unserem Fall sind die Tunnel 8cm breit. Die Schaumstoffstreifen etwa 7,5cm. Nachdem die Ă€ußerste Naht durchgenĂ€ht wurde, wird ein Schaumstoffstreifen auf den Nesselstoff aufgelegt. Das Leder wird ĂŒber den Schaumstoffstreifen gezogen und die beiden Streifen aufeinandergelegt und fixiert. Damit das restliche Ledermaterial nicht stört, wird es mit zusammengerollt und mit einer Klammer fixiert.
Nachdem die gesamte LĂ€nge fixiert wurde, wird an der LedernĂ€hmaschine die Bahn so eingesetzt, dass die Nadel etwa 2-3 Millimeter neben dem Knick lĂ€uft. WĂ€hrend des NĂ€hens wird durchgehend darauf geachtet, dass die beiden Linien weiterhin aufeinander liegen. Deshalb die Naht nicht zu schnell ziehen. Am Anfang und Ende wird die Naht noch einmal vor zurĂŒck- und wieder vorgefĂŒhrt, damit sich die Naht nicht mehr löst.
Der erste Tunnel ist nun fertig. Nun wird die zweite Schaumstoffbahn angelegt und das Leder wieder mit dem Nessel fixiert. Dazu wird wieder die Lederoberseite zurĂŒckgeklappt und die beiden Linien aufeinander fixiert. Nun kann auch diese Bahn durchgenĂ€ht werden. Dieser Vorgang wiederholt sich immer wieder.
StĂŒckweise entstehen so die einzelnen Tunnel fĂŒr die SitzflĂ€che.