Wartung – FrĂŒhlingserwachen Teil 2


Der FrĂŒhling steht vor der TĂŒr, und der Oldtimerfahrer freut sich auf die erste Ausfahrt. Vorher sollten aber noch einige Vorbereitungen getroffen werden. Eine Liste an technischen Checks soll hierbei helfen.

Sehen Sie hier den zweiten Teil des Videos ĂŒber die FrĂŒhlingsvorbereitung des Oldtimers

Der große Ölcheck

Bereits bei der Stilllegung wurde das Frischöl nachgefĂŒllt, bleibt jetzt zu prĂŒfen, ob der Ölstand noch stimmt. Eventuell muss nachgefĂŒllt werden. Haben Sie den Wagen mit Winteröl stillgelegt, sollten Sie sich zu einem Ölwechsel auf Sommeröl entscheiden. Das Öl wird abgelassen und ein Durchwaschen mit SpĂŒlöl zwischendurch empfohlen. Das gleiche wie fĂŒr Motorenöl gilt auch fĂŒr Schmiermittel in Getriebe und Achsantrieb bzw. in der Zentralschmierung. Diese sollte man ĂŒbrigens einmal krĂ€ftig durchtreten, nachdem man sich vergewissert hat, dass noch Öl im BehĂ€lter ist. Das regulĂ€re Abschmieren der Schmierstellen darf nicht vergessen werden. Dazu muss der Schmiernippel erst einmal vom Schmutz befreit werden. Ebenso sollte immer die Schmierpumpe am Schlauchende gereinigt sein. Dann das Schmierfett in die Schmiernippel einpressen.
Auf alle FĂ€lle schmiert man auch die Wasserpumpenwelle bei dieser Gelegenheit durch Anziehen der Fett­bĂŒchse bzw. Einpressen von Schmierstoff in den Nippel. Sind die Schlauchverbindungen undicht, dann muss man sie ersetzen.

Die Bremsanlage

PrĂŒfen Sie noch bevor das Fahrzeug von den Böcken gehoben wird, ob sich alle RĂ€der frei drehen lassen. Jedes Rad sollte sich mindestens eine Umdrehung frei drehen. Stellen Sie gegebenenfalls die Bremsbacken nach. Wenn sich von vornherein die RĂ€der nicht drehen lassen, sind die Bremsen durch Feuchtigkeit fest. Suchen Sie in diesem Falle die Fachwerkstatt auf.
Bei der Öldruckbremse, hydraulischen Bremsanlage, wird nun geprĂŒft, ob ausreichend BremsflĂŒssigkeit im BehĂ€lter ist, andernfalls BremsflĂŒssigkeit (nicht Motoröl!!) nachfĂŒllen.

Die Elektrik und ZĂŒndung

PrĂŒfen sie die Elektrik und sehen sie sich die Sicherungen an. PrĂŒfen sie einzeln. Ersetzen sie durchgebrannte Sicherungen und machen sie auf keinen Fall eines der gelegentlich empfohlenen Experimente mit Alufolie. Das kann teuer werden da es zu einem Fahrzeugbrand fĂŒhren kann.
Schalten sie das Licht ein und prĂŒfen sie, ob alle Lampen brennen. Auch Brems- und Schlusslichter.

PrĂŒfen sie die ZĂŒndkabel. Keines darf brĂŒchig geworden sein oder Ă€ußerlich auf eine Stromunterbrechung hinweisen.

Schrauben sie die ZĂŒndkerzen heraus. PrĂŒfen sie mit Hilfe einer Kerzenlehre den Elektronenabstand. Stimmt der nicht mit der Vorschrift in der Betriebsanleitung ĂŒberein, können sie selbst – unter grĂ¶ĂŸter Vorsicht – helfen und mit einer Rundzange nach biegen. NatĂŒrlich mĂŒssen die Kerzen auch gut gereinigt werden. Am besten geht das mit Benzin und einem MessingdrahtbĂŒrstchen. Waren ihre Kerzen mehr als 10.000 km in Betrieb, empfiehlt sich gleich der Einbau eines neuen Satzes.
Wischen sie die Verteilerkappe mit einem nicht fasernden, weichen Tuch gut aus, es dĂŒrfen keine Kondenswasser-RĂŒckstĂ€nde vorhanden sein. Dann wischen sie den VerteilerlĂ€ufer (Verteilerfinger) sauber. Vermutlich entdecken sie dort Schleifkohlenabrieb. Am ReifengĂŒrtel kann der Kupferpol des Verteilerfingers blank gerieben werden.

PrĂŒfen sie den Unterbrecher. Die Kontakte mĂŒssen gut und ĂŒber die ganze FlĂ€che anliegen, und auch richtig abheben (den Motor von Hand durchdrehen). Wichtig: alles muss ganz sauber sein, es darf keine Schmorstellen geben. Falls doch, arbeiten sie mit einer kleinen, feinen Feile nach. Nehmen sie kein Schmirgelleinen, da das feine Schmirgelpulver in das UnterbrechergebergehĂ€use gelangen könnte und dort reiben könnte. ÜberprĂŒfen sie mit einer FĂŒhlerlehre den Kontaktabstand im Augenblick des Abhebens.