Wartung – FrĂŒhlingserwachen Teil 3


Der FrĂŒhling steht vor der TĂŒr, und der Oldtimerfahrer freut sich auf die erste Ausfahrt. Vorher sollten aber noch einige Vorbereitungen getroffen werden. Eine Liste an technischen Checks soll hierbei helfen.


Sehen Sie hier das exklusive Video ĂŒber die FrĂŒhlings-Vorbereitung des Oldtimers.

Die Kraftstoffanlage

PrĂŒfen sie alle AnschlĂŒsse der Kraftstoffzuleitung und alle Teile des Kraftstoffsystems wie Filter, Anschluss-Stutzen. Alles muss dicht sein. Nehmen Sie den Vergaser noch einmal auseinander und spĂŒlen sie ihn gut mit Benzin aus, blasen sie außerdem die DĂŒse durch. Setzen sie den Vergaser wieder zusammen. Schauen sie, ob das Luftloch in der Verschluss-Schraube des KraftstoffbehĂ€lters frei ist. Falls es sich bei ihrem Fahrzeug um einen Nassfilter handelt (den sie bei der Stilllegung des Fahrzeuges bereits mit Benzin ausgewaschen haben) trĂ€nken sie den Luftfilter nun in dĂŒnnem Motorenöl und lassen es gut abtropfen. Jetzt ist es soweit: sie können den Kraftstoff auffĂŒllen. Es empfiehlt sich etwas Kraftstoff unmittelbar in die Schwimmerkammer und ebenso in das PumpengehĂ€use zu fĂŒllen. Geben sie dem Kraftstoff bei Ă€lteren Fahrzeugen etwas Oberschmieröl bei.

Der KĂŒhler

Bei der KĂŒhlanlage prĂŒfen sie zuerst, ob der Ablasshahn gut verschlossen ist. Schauen sie nach, ob die VerbindungsschlĂ€uche frei und nicht brĂŒchig sind bzw. dass die Schlauchstellen gut angezogen sind. Ersetzen sie brĂŒchige Schlauchverbindungen. FĂŒllen sie den KĂŒhler mit destilliertem Wasser und geben sie dem KĂŒhlwasser Korrosionsschutz zu (Anweisung auf der Dose). Das verhindert Rostbildung und Kesselsteinansatz. Sogenannter KĂŒhlerfrostschutz eignet sich dafĂŒr und verhindert auch, dass die KĂŒhlflĂŒssigkeit zu schnell heiß wird.
Im nĂ€chsten Zug wird der LĂŒfterriemen gespannt. Er muss so viel Spannung haben, dass man die LĂŒfterriemenscheibe gerade noch von Hand drehen kann bzw. dass sich der Riemen mit einem mittleren Daumendruck um etwa 1-1,5 cm durchdrĂŒcken lĂ€sst.

Der Wagen ist jetzt startklar.

Das erste Anlassen: Auf keinen Fall bei angeschalteter ZĂŒndung auf den Anlasser treten. Das Öl im Motor ist lange Zeit nicht mehr durch die Leitung geflossen und etwas starr geworden. Drehen sie deshalb den Motor bei ausgeschalteter ZĂŒndung von Hand mehrere Male durch. Jetzt dĂŒrfen sie den Anlasser betĂ€tigen, die ZĂŒndung bleibt ausgeschaltet, sie lassen den Motor etwa eine halbe Minute durchdrehen. Da ihre Batterie neu oder voll ist, hĂ€lt sie das aus. Um dem Anlasser bzw. der Batterie die Sache aber leichter zu machen, kuppeln sie wĂ€hrend der BetĂ€tigung des Anlassers besser aus. Dadurch trennen sie die Motorwelle von der Getriebewelle und der Anlasser hat nicht noch den Widerstand zu ĂŒberwinden (wie die in Schmiermittel eingetauchten ZahnrĂ€der).

Jetzt schalten sie die ZĂŒndung ein und betĂ€tigen die Startvorrichtung – bei durchgedrĂŒckter Kupplung – der Motor lĂ€uft endlich.
Keine Sorge, wenn der Wagen beim ersten Mal nach kurzer Zeit wieder ausgeht. In der Schwimmerkammer ist der eingefĂŒllte Kraftstoff zur Neige gegangen und die Pumpe fördert noch nicht genug fĂŒr die Vergaserspeisung. Geduld und noch mal anlassen. Passiert dann nichts, prĂŒfen sie ob der Kraftstoff bis zur Pumpe gelangt, fĂŒllen erneut das PumpengehĂ€use, prĂŒfen sie, ob die Leitung zwischen Pumpe und Vergaser frei ist.

LĂ€uft der Motor rund, schalten sie sofort die Startvorrichtung aus. Geben sie etwas Gas, damit sich der Motor in Ruhe erwĂ€rmen kann. Zur Info: Bei BetĂ€tigung der Startvorrichtung muss immer ohne Gas angelassen werden. Die Startvorrichtung ist sofort aus­zuschalten, wenn der Motor angesprungen ist und rund lĂ€uft, da die starke Anreicherung des Gasgemisches stets die Ge­fahr in sich birgt, dass unverbrannt bleibende Kraftstoffteile die ZylinderwĂ€nde und Kolben von Schmierstoff abwaschen, außerdem in das KurbelgehĂ€use abfließen, wo sie das Schmier­öl verdĂŒnnen.
Beobachten sie wĂ€hrend des Warmlaufens der Maschine vor allem den Öldruckmesser. Er muss nach spĂ€testens 1 Minute Laufzeit des Motors anfangen zu steigen und soll den normalen Druck nach 3 Minuten anzeigen.

Wenn der Motor warm ist werden alle Flanschverbindungen untersucht ob sie dicht sind. Zu diesem wird ein sogenanntes Lecksuch-Spray verwendet.

Schließlich ĂŒberzeugt man sich nochmals, ob die ganze Kraftstoffanlage dicht ist und dass an keiner Stelle des Motorblocks Öl austritt.

Nun kann die Fahrt beginnen!