100 Jahre Jubiläum – Der Blinker stammt aus Frauenhänden


Man geht aus unerfindlichen Gründen davon aus, dass Erfindungen rund ums Auto von Männern gemacht wurden. Doch weit gefehlt. Da war beispielsweise die begabte Florence Lawrence, die vor 100 Jahren den ‚Richtungsanzeiger’ erfunden hat.

Wer nun denkt, dass Erfinderinnen – ähnlich dem Klischee des verschrobenen Professors aussehen – irrt in diesem Fall gewaltig. Florence Lawrence war ein äußerst attraktives Persönchen. Bekannt wurde sie als das „Biograph Girl“, nämlich als das erste Starlett der Biograph Studios in Hollywood. Alle Filme der Studios wurden mit ihrem Namen beworben. Sie spielte zwischen 1906 und 1936 in über 300 Filmen mit. Viele bezeichnen sie sogar als den ersten wirklichen Filmstar.
Florence Lawrence zeigte eine große Leidenschaft für das damals neuartige Automobil. 1914 tüftelte Sie an ihrer bahnbrechenden Erfindung, dem ersten Blinker und Stopp-Licht (dem heutigen Bremslicht), um den dahinter fahrenden Fahrzeug die jeweilige Richtung zu indizieren und beim Stehenbleiben das hintere Fahrzeug zu warnen. Der Blinker bestand aus einem schwenkbaren Arm, der in die jeweilige Richtung herausschwenkte.
Das kam nicht von ungefähr. Bereits die Mutter von Lawrence, Charlotte Bridgwood, hatte sich als automobile Erfinderin hervorgetan. Sie entwickelte einen Scheibenwischer, der mittels Rollen die Scheibe bei Regen vom Wasser befreite. Und auch das hatten Mutter und Tochter gemeinsam: sie schafften es beide nicht ihre Erfindungen ‚an den Mann’ zu bringen oder zu verkaufen.


Nachdem in den späten 30er Jahren die Zeit des Stummfilms vorbei war, verschwand das Interesse an Florence Lawrence. Sie erkrankte, hatte zwei gescheiterte Ehen zu verkraften und nahm sich schließlich im Alter von 53 Jahren das Leben. Für einen Grabstein reichte es nicht. Erst 1991 stiftete der berühmte britische Schauspieler Roddy McDowall (Lassie Come Home) den Szein im Gedenken an die große Frau.