120 Jahre Skoda – Vom Fahrrad zum Autounternehmen


Skoda feiert in diesem Monat seinen 120. Geburtstag und ist damit eines der Ă€ltesten Fahrzeugunternehmen der Welt. Die UrsprĂŒnge des Autoherstellers liegen in den Pioniertagen des Automobils. Begonnen hat die Unternehmensgeschichte allerdings mit ZweirĂ€dern.

ampnet_photo_20151214_110152Im Dezember 1895 grĂŒndeten der Fahrradmechaniker VĂĄclav Laurin und der Kaufmann VĂĄclav Klement die Firma Laurin & Klement (L&K) . Aus einer anfĂ€nglichen Reparaturwerkstatt fĂŒr FahrrĂ€der entwickelte sich schnell ein anerkannter Fahrradhersteller. Die ZweirĂ€der wurden unter dem Markennamen Slavia erfolgreich im In- und Ausland verkauft. Die GeschĂ€fte liefen gut. Bereits vier Jahre spĂ€ter begannen Laurin und Klement mit der Produktion von MotorrĂ€dern. Schon 1905 erfolgte der Schritt zum Automobil: Die legendĂ€re Voiturette A rollte auf die Straße. Das kleine Automobil verfĂŒgte ĂŒber einen 7 PS starken Zwei-Zylinder-Motor und erreichte eine Geschwindigkeit von bis zu 40 km/h.

ZĂŒgig wurde die Palette ausgebaut. Bereits 1907 war L&K der grĂ¶ĂŸte Autoproduzent in der damaligen Monarchie Österreich-Ungarn und bot neun Modelle an – vom kleinen Zwei-Zylinder-Pkw ĂŒber einen Vier-Zylinder-Rennwagen bis hin zu Transportern und Bussen.

Der Erste Weltkrieg, die Nachkriegsfolgen und die Krise der 1920er-Jahre beeintrĂ€chtigten die weitere Entwicklung von L&K in erheblichem Maße. Zur StĂ€rkung der Marktposition fusionierte L&K 1925 mit den Skoda-Werken in Pilsen, dem bereits damals grĂ¶ĂŸten tschechischen Unternehmen. Damit gelang der erfolgreiche Wiederaufbau der Automobilproduktion in Mlada Boleslav.

Zum ersten echten Volksfahrzeug fĂŒr die Massenmotorisierung der Tschechoslowakei wurde in den 1930er-Jahren der Skoda 420 Popular. Es folgten weitere automobile Meilensteine wie etwa das reprĂ€sentative Sechs-Zylinder-Flaggschiff Skoda 640 Superb, die den Erfolg der Marke zu jener Zeit prĂ€gten. Die positive Entwicklung wurde mit Beginn des Zweiten Weltkriegs jĂ€h gebremst.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Skoda verstaatlicht. Auch unter den schwierigen Bedingungen der sozialistischen Planwirtschaft gelang es, in den rund 40 Jahren als „volkseigener Betrieb“ eine Reihe bedeutender Modelle auf die RĂ€der zu stellen. Dazu zĂ€hlen unter anderem der Skoda 1101 Tudor, der 440 Spartak und der legendĂ€re Roadster Felicia. Ein Meilenstein war 1964 der 1000 MB, der erste Ć KODA mit selbsttragender Karosserie, Heckmotor und Hinterradantrieb. Im Heck befand sich der weltweit erste in Serie produzierte Aluminium-Druckguss-Motor.

1987 prĂ€sentierte die Marke mit dem Favorit einen frontgetriebenen Kompaktwagen, gezeichnet vom Designstudio Bertone in Italien. Keine zwei Jahre spĂ€ter erfolgte der Zusammenbruch der sozialistischen Planwirtschaft. Der Zusammenschluss mit dem Volkswagen-Konzern im Jahr 1991 markierte schließlich den entscheidenden Schritt zu einer der grĂ¶ĂŸten Erfolgsgeschichten der jĂŒngeren Automobilhistorie.

Von 1991 bis 2014 konnte Skoda die jĂ€hrlichen Auslieferungen versechsfachen. 2014 verkaufte die Marke erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge in einem Kalenderjahr. Aus einem Modell wurde eine breite Produktpalette mit heute ĂŒber 40 Modellvarianten. Neben den drei tschechischen Standorten fertigt Skoda heute unter anderem auch in China, Russland und Indien.