150. Geburtstag von Henry Ford wird weltweit gefeiert


Am 30. Juli 1986, vor 150. Jahren erblickte Henry Ford das Licht der Welt. Seine innovativen Ideen haben die MobilitÀt der Menschen und das Transportwesen revolutioniert.


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Copyright Fotos: Ford Company

Der Mann, der als wohl grĂ¶ĂŸter Innovator der Industriegeschichte gilt, wurde als Sohn eines Farmers geboren. Schon in frĂŒhester Jugend folgte er allein seiner Leidenschaft fĂŒr Mechanik und Motoren – und baute darauf ein Weltunternehmen auf. Durch die EinfĂŒhrung der Fließbandfertigung ebnete er den Weg zur industriellen Massenproduktion und zu erschwinglichen Automobilen fĂŒr jedermann.
Gefeiert wurde selbstverstĂ€ndlich auch im Hauptquartier der Ford Motor Company in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan, der den Tag offiziell zum „Henry Ford Tag“ erklĂ€rte.
„Was mein Urgroßvater gegrĂŒndet hat, war vor allem eine Tradition der Innovation. Sein Engagement fĂŒr eine starke Wirtschaft, tolle Produkte und eine bessere Welt wirkt bis heute nach“, sagte Ford Executive Chairman Bill Ford. „Wir machen hochmoderne Technologie fĂŒr Millionen von Menschen erschwinglich, wir schaffen Mehrwert fĂŒr unsere Kunden wollen und schaffen Wachstum. Unser Ziel heißt nach wie vor: MobilitĂ€t fĂŒr die Welt.“

FĂŒr Henry Ford bestand MobilitĂ€t nicht nur aus Autos, sie stellte vielmehr einen völlig neuen Lebensstil dar. Noch unter seiner FĂŒhrung war das Unternehmen bereits in mehr als 30 LĂ€ndern rund um den Globus vertreten – darunter große Teile Europas sowie damals exotische Destinationen wie Indonesien, China, Brasilien und Ägypten. Passenderweise wird der Geburtstag des FirmengrĂŒnders in diesem Jahr auf der ganzen Welt gefeiert.

Autos fĂŒr Jedermann – gebaut in revolutionĂ€r neuen Werken
Henry Ford verstand nicht nur viel von Autos. Er verstand auch als Erster, dass sie das Potenzial hatten, die Gesellschaft zu verĂ€ndern. Bis dahin galten Automobile als LuxusgĂŒter. Ford aber erkannte, dass sie – eine kostengĂŒnstige Fertigung vorausgesetzt – auch fĂŒr die breite Masse erschwinglich sein könnten. Und dass die breite Masse sie liebend gerne kaufen wĂŒrde. Folgerichtig suchte er nach effizienten Fertigungsmethoden, um mehr Autos zu einem niedrigeren Preis anbieten zu können.
Das Ergebnis dieser Suche ist weltbekannt: 1914 fĂŒhrte er im Werk Highland Park das Fließband ein. Das damit einhergehende Prinzip, den gesamten Produktionsprozess in einzelne Arbeitsschritte zu zerlegen, ist bis heute als Fordismus bekannt. Die Fließbandtechnik erlaubte eine enorme Produktionssteigerung beim bestens eingefĂŒhrten Modell T. Bereits 1918 war jeder zweite Wagen in Amerika eine „Tin Lizzy“. Bis 1927 wurden so mehr als 15 Millionen Exemplare dieses Jahrhundertautos gebaut – ein Rekord, der die nĂ€chsten 45 Jahre Bestand haben sollte.


Mit dem berĂŒhmten Werk „The Rouge“ nĂ€herte sich Ford ab 1917 seiner Vision einer integrierten Fabrik, die alle Fertigungsschritte vom Rohstoff bis zur Endmontage unter einem Dach vereint. Und tatsĂ€chlich wurde auf dem fast vier Quadratkilometer großen GelĂ€nde mit eigenem Kraftwerk und 160 Kilometer SchienenstrĂ€ngen das Erz bis zum geformten Stahl-blech, der Rohkautschuk bis zum montierten Reifen umgeformt.
WĂ€hrend seine Fertigungsmethoden die gesamte Industrie in die Moderne fĂŒhrten, sollte eine andere Erkenntnis praktisch die gesamte Gesellschaftsordnung verĂ€ndern: Henry Ford vertrat die Meinung, dass die Massenproduktion mehr ArbeitsplĂ€tze schaffen wĂŒrde und dass die BeschĂ€ftigten genĂŒgend Geld verdienen mĂŒssten, um sich die kostengĂŒnstig hergestellten Autos leisten zu können. So fĂŒhrte er im Januar 1914 den 5-Dollar-Arbeitstag ein und beteiligte seine Arbeiter ĂŒberdies an den Gewinnen des Unternehmens. Gleichzeitig verkĂŒrzte Ford die tĂ€gliche Arbeitszeit auf acht Stunden. FĂŒr die meisten BeschĂ€ftigten bedeutete dies zumindest eine Verdoppelung ihres Einkommens. Erstmals in der Geschichte der Industrialisierung konnten es Fabrikarbeiter zu bescheidenem Wohlstand bringen.
Die visionĂ€re Rechnung ging auf: Ford stĂ€rkte massiv die Kaufkraft der Arbeiterschaft – und die gönnte sich mit Freuden das bereits fĂŒr 575 US-Dollar erhĂ€ltlich T-Modell. Die gestiegene Freizeit der Arbeiter heizte die Nachfrage nach KonsumgĂŒtern zusĂ€tzlich an. Historiker sind sich einig: Henry Ford legte die Grundlagen der modernen Konsumgesellschaft. Und viele von ihnen glauben, dass die Entstehung einer Mittelschicht in den USA erst durch Fords Lohnpolitik ermöglicht wurde.
Die großzĂŒgige Entlohnung seiner Arbeiter entsprang zwar vorwiegend Henry Fords wirtschaftlichem KalkĂŒl. Gleichzeitig prĂ€gte jedoch auch sein persönliches Motto „Hilf deinen Mitmenschen“ seinen FĂŒhrungsstil. Dabei glaubte er nicht an Almosen, sondern an Hilfe zur Selbsthilfe. Und er erkannte, dass GroßzĂŒgigkeit durch Arbeitsmotivation und letztlich bessere Produkte belohnt wĂŒrde. Zudem wies er seine Personalabteilung an, Job-Möglichkeiten fĂŒr körperlich und geistig Behinderte zu schaffen und stellte sogar entlassene Strafgefangene ein. In Highland Park baute Ford zudem eine eigene Sprachschule fĂŒr die zahllosen Einwanderer aus Europa auf, die eine der begehrten Stellen bei Ford ergattert hatten.
Innovationskraft fĂŒr die Zukunft
Henry Fords Geist der Innovation machte das Unternehmen Ford auf allen Kontinenten zu dem, was sie heute ist. DafĂŒr stehen vielfĂ€ltige Fahrzeug-Baureihen wie etwa der Ford Mustang oder der FordFusion mit Hybrid-Antrieb. FĂŒr Fortschritt stehen außerdem modernste Technologien wie das sprachgesteuerte Multimediasystem SYNC oder die sparsamen EcoBoost-Motoren.
Henry Ford starb am 7. April 1947 im Alter von 83 Jahren. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Tod erklĂ€rte ihn das Forbes Magazine im Jahre 1999 zum „Unternehmer des Jahrhunderts“, und im Jahre 2012 wurde Henry Ford auf dem History Channel ein Teil der Dokumentarfilmreihe mit dem Titel „The Men Who Built America“ gewidmet.
„Mein Urgroßvater hatte eine Vision, er wollte Autos fĂŒr alle Menschen erschwinglich machen und das Leben der durchschnittlichen Familien verbessern“, sagte Bill Ford. „Seine Vision von preiswerten, zuverlĂ€ssigen und effizienten Autos treibt uns bis zum heutigen Tage an“.

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