„Patina“ ist wieder im Trend


Der Begriff „Scheunenfunde“ sorgt immer wieder fĂŒr Aufmerksamkeit – und mittlerweile auch fĂŒr eine deutliche Wertsteigerung. Doch ist nicht jedes original erhaltene und patinierte Fahrzeug als „Scheunenfund“ zu bezeichnen. Viele Fahrzeuge wurden auch einfach nur sehr lange betrieben und ab einem bestimmten Zeitpunkt abgestellt. Sozusagen ein langer Winterschlaf.

So erging es auch dem Volkswagen BrezelkĂ€fer, der kĂŒrzlich bei der RM & SothebyÂŽs Auktion in Paris versteigert wurde und stolze 58.250 Euro erreichte.

Sicherlich ist der Volkswagen KĂ€fer ein Kultfahrzeug. Es bewegte Massen und wurde zwischen 1938 und 2003 rund 21.5 Millionen Mal gebaut. FĂŒr manchen ist es sogar ein politisches Statement. Aber eines war der KĂ€fer ganz sicher – ein Volksauto von dem heute noch unzĂ€hlige Exemplare erhalten sind.

Der versteigerte Volkswagen BrezelkÀfer war eines der letzten Fahrzeuge die 1952 vom Band liefen. Ausgeliefert wurde der KÀfer an den Schwedischen Volkswagen HÀndler Scania Vabis. Der erste Besitzer Anton Jannson in Soderby-Karl (bei Stockholm) hatte das Fahrzeug bis 2014 im Erstbesitz. Gefahren wurde der KÀfer von ihm bis 1963. Danach stellte Jannson den Volkswagen ab und versetzte ihn in einen langen Winterschlaf. Nach knapp 50 Jahren wurde der KÀfer dann vorsichtig reanimiert. Der Motor wurde sanft wieder zum Laufen gebracht. Alle Bauteile waren komplett und funktionierten noch wie neu.

Der KÀfer hatte bei seiner Wiederbelebung 77.000 Kilometer auf dem Tacho. Alles war noch vorhanden, sogar die originalen Werkzeuge, ein Koffer und auch der DachgepÀcktrÀger und die Skihalterung am Heck. Sogar die originalen Holzskier aus den 50er Jahren des Vorbesitzers waren noch am Fahrzeug.

Sicherlich gibt es auf dem Markt sehr viele besser erhaltene Exemplare des Volkswagen KĂ€fers. Aber gerade die Patina und die lebendige Geschichte eines solchen Exemplars machen Fahrzeuge erst so wertvoll.