50 Jahre Bolwell


Denkt man bei Australien im ersten Augenblick an Koalas, Aborigines und beeindruckende Landschaften? Ja! Aber nicht an monströse V8 Sportwagen. Doch es gibt sie. Nicht unweit der australischen Großstadt Melbourne, grĂŒndete 1962 Campbell Bolwell die Sportwagenschmiede in Mordialloc.

Sehen Sie hier ein Video ĂŒber Bolwell aus dem Jahr 1972

Die kleinen Sport- und Rennwagen wurden alle auf einem Gitterrohr-Rahmen aufgebaut. Die Karosserien fertigten die Australier aus Fiberglas und die Technik wurde von Ford adaptiert. Das bekannteste Modell aus der Bolwell Schmiede ist der Nagari, was in der Sprache der Aborigines so viel wie „fließend“ bedeutend. Fließend sind auch die italienisch anmutenden Kurven des Kunststoff-Kleides des Nagari. Seine tief liegende GĂŒrtellinie erinnert irgendwie an Ferrari oder Marcos. Mit seinen 920 kg ist der Nagari ein echtes Leichtgewicht. Unter der Motorhaube wirkt ein modifizierter Ford V8 Motor, der aus dem Ford Cortina oder Falcon verbaut wurde. Die Anregungen fĂŒr das Motoren-Tuning holte sich Bolwell immer wieder bei Lotus. Das Fahrwerk enthĂ€lt Bauelemente aus dem Austin 1800.


Bolwell plante mit seinen beiden GeschĂ€ftspartnern Linley Hughes und Campbells Bruder Greame Bolwell den britischen Markt zu erobern. Angepeilt war eine Produktion von 1000 Exemplaren im ersten Jahr der Produktion, aber es kam alles anders. Die Ölkrise trat ein und mit dieser Krise auch die Tendenz, sparsamere Fahrzeuge zu kaufen. Der Bolwell Nagari hatte einen zu hohen Kraftstoffverbrauch und der Absatz ging zurĂŒck. So wurden nur ca. 200 Exemplare des Nagari gebaut. Auch vom Modell Ikara wurden nur ganze 20 StĂŒck gebaut.
1974 musste Bolwell die Tore schließen. Insgesamt wurden nur 800 Exemplare der verschiedenen Bolwell Modelle gebaut. Zugleich wurde Bolwell auch die letzte wahre australische Automobilmarke.

Weitere Infos : http://www.bolwell.com

FOTOS: Copyright Courtesy of Bolwell Archive