65 Jahre Auto Quartett


Spielkarten-Quartette sind keine Erfindung der Neuzeit. Schon im 16. Jahrhundert ĂŒbten mit solchen Kartenspielen Mönche mit ihren SchĂŒlern. Ludwig XIV. beispielsweise lernte ĂŒber das Quartett-Spiel die Reihenfolge seiner Vorfahren. Quartette gab es schon damals in allen möglichen Varianten: Katzen, Puppen, MilitĂ€r, Spielzeuge, Mathematik, Literatur, berĂŒhmte GemĂ€lde, Gedichte und viele andere Themen. Das Quartett wurde damals zum unterhaltsamen Bildungs-Instrument.

1952 hatte Werner Seitz, VolontĂ€r bei den Vereinigte Altenburger & Stralsunder Spielkartenfabriken A.G. Stuttgart-Leinfelden (ASS), die Idee, ein Auto Quartett auf den Markt zu bringen. Zuvor gab es lediglich ein Quartett mit den Helden und Leistungen der Automobil-Rennfahrer. Doch der Traum vom eigenen Automobil, sollte auch in den Kinder- und Wohnzimmern Einzug halten. Es wurden Automobil Prospekte bei den Herstellern bestellt. Die Abbildungen der Fahrzeuge wurden ausgeschnitten, auf einen neutralen Hintergrund gesetzt und reproduziert. Darunter stellte man eine Tabelle mit den technischen Eckdaten. Der Preis fĂŒr dieses erste Automobil Quartett: 2,90 DM. Die Erstauflage wurde auf 2500 Exemplare limitiert. Den Titel des ersten Auto Quartetts zierte ein Mercedes Benz 300 S CoupĂ©. Das Quartett war noch in Schwarz-Weiß gehalten. Erst 1956 wurden die Quartette farbig.

Mit dem Auto-Quartett Ă€nderte sich auch die grundlegende Art, dieses Kartenspiel zu spielen. Sammelte man bisher immer die jeweiligen vier zusammengehörigen Karten, wurde nun getrumpft. Die tabellarische Auflistung der technischen Daten entwickelte ein neue „Spielregel“, die allerdings nicht von ASS, sondern auf der Straße entwickelt wurde. Nun trumpfte der Hubraum, PS oder die Geschwindigkeit. Die Regeln legten die Spieler selber fest. Ein neues Spiel war geboren und ging um die Welt.