80 Jahre Bentley Drivers Club


Auf den Vintage Race Days in Rastede stellt der BDC mit seiner 2009 gegrĂŒndeten deutschen Sektion die grĂ¶ĂŸte Fahrergemeinschaft und freut sich darauf, die Autos und den Club anlĂ€sslich seines 80. JubilĂ€ums am 23. und 24. April vorzustellen. Der Bentley Drivers Club schaut zurĂŒck auf eine großartige Historie.

 

 

Als der junge Walter Owen Bentley 1919 sein erstes Fahrzeug aus den Werkhallen im Londoner Stadtteil Mews schob, hatte er bereits große Ziele: schnelle Autos wollte er bauen, gute Autos, ja die besten ihrer Klasse. Als einer der genialsten Ingenieure seiner Zeit setzte er alles daran, um dieses Versprechen einzulösen. Doch selbst WO, wie er von allen nur genannt wurde, hĂ€tte sich damals nicht trĂ€umen lassen, welche Tragweite seine Konstruktionen und die Marke einmal entfalten wĂŒrde. Heute sind die zahlreichen Siege der grĂŒnen Rennwagen bei den harten 24-Stunden-Rennen im Le Mans der zwanziger Jahren lĂ€ngst Legende: Ein ums andere Mal jagten die waghalsigen Bentley-Boys damals ihre Wagen mit zerschlissenen Reifen ĂŒber die Ziellinie und wussten ihre Erfolge im großen Stil zu feiern. WO war jedoch mehr Ingenieur als Kaufmann und die QualitĂ€t der Wagen hatte einen Preis, der keine Massenproduktion ermöglichte.

Die sagenhaften Bentley-Boys, eine Truppe gutsituierter, waghalsiger Gentlemen, die Spaß am Rennen hatten, wurden bald zu den wichtigsten Kunden und sorgten nicht nur fĂŒr die richtige PR, wie man heute sagen wĂŒrde, sondern ĂŒbernahmen 1926 in der Person von Woolf Barnato auch das Zepter von Bentley Motors. Der große Börsenkrach an der Wall Street 1929 stĂŒrzte die Welt in die Rezession und ging auch an Bentley Motors nicht spurlos vorbei: zwei Jahre spĂ€ter wurde die Firma von Rolls-Royce ĂŒbernommen.

Doch eine kleine Gruppe von Enthusiasten hatte es sich auf die Fahnen geschrieben, das Erbe von WO zu pflegen und diese Ikonen des britischen Automobilbaus am Leben zu erhalten und vor allem: mit Ihnen weiterhin Rennen zu fahren. 1936 beschloss Gerald Keston Pelmore dazu die GrĂŒndung eines Clubs und verteilte Einladungskarten an alle Bentley-Fahrer, die ihm an der legendĂ€ren Rennstrecke von Brooklands begegneten. Als 26 Personen der Einladung in sein winziges Londoner Apartment folgten, wurde die GrĂŒndungssitzung kurzerhand in ein nahes Hotel verlegt und der Bentley Drivers Club war geboren. WO selbst und auch Barnato gehörten seinerzeit zu den Mitgliedern, die vor allem die sportliche Seite der Marke hochhielten. 80 Jahre spĂ€ter, wissen die heutigen Besitzer dieser alten Fahrzeuge noch immer die Kraft der großen Maschinen eindrucksvoll einzusetzen. Doch in erster Linie sind sie sich ihrer Verantwortung bewusst, gilt es doch, diese alte Technik zu bewahren und sie als automobiles Kulturgut erlebbar zu machen um auch die nĂ€chsten Generationen dafĂŒr zu begeistern. Michael MĂŒllmann, Chairman des BDC Deutschland: „Insbesondere die Vorkriegsfahrzeuge erfordern eine enorme Zuwendung, um sie technisch nicht nur am Leben, sondern auch auf der Straße zu halten. FĂŒrs Museum sind die Wagen schließlich nicht gebaut worden. Unsere Mitglieder sind daher nicht nur Markenfans, sondern zu allererst leidenschaftliche Fahrer und herzlich verbundene Kameraden, die sich mit Ersatzteilen und technischer Hilfe gegenseitig unter die Arme greifen.“

Der Club, der ĂŒber die Jahre auch die Fahrer neuerer Fahrzeuge der Marke einschließt, zĂ€hlt inzwischen weltweit rund 3.800 Mitglieder. Zahlreiche soziale und autobezogenen Events werden von den Clubmitgliedern jedes Jahr ehrenamtlich veranstaltet. Dabei geht es alles andere als elitĂ€r zu, sehr zur Freude der Teilnehmer, GĂ€ste und Zuschauer.

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