ADAC Heidelberg Historic: Oldtimer tourten durch Nordbaden


190 Oldtimer, 540 Kilometer, 16 GleichmĂ€ĂŸigkeitsprĂŒfungen und ĂŒberwiegend schönes Sommerwetter: Die 23. ADAC Heidelberg Historic endete mit der Zieleinfahrt am Auto und Technik Museum Sinsheim fulminant. Nur mit einem Bordbuch und einer Stoppuhr ausgestattet durchfuhren die Teilnehmer der traditionsreichen Oldtimerveranstaltung des ADAC Nordbaden e.V. an zwei Rallyetagen mehr als 100 Ortschaften in der Region. Chrom und auf Hochglanz polierter Lack strahlten mit den Teilnehmern und den Zuschauern am Straßenrand um die Wette. Die vereinzelten Regenschauer taten der Stimmung keinen Abbruch. „Ob Klein oder Groß, die Menschen sind von der alten Technik und vom Design der Fahrzeuge einfach begeistert“, erklĂ€rt JĂŒrgen Fabry, Sportleiter des ADAC Nordbaden. „Nach NavigationsgerĂ€ten oder Servolenkungen sucht man bei der Heidelberg Historic vergeblich. Auch Überholmanöver bekommt man hier nicht zu sehen. Denn nicht Schnelligkeit, sondern GleichmĂ€ĂŸigkeit ist das Maß der Dinge.“

Im Schnitt dĂŒrfen die historischen Fahrzeuge nicht schneller als 50 km/h unterwegs sein. Entschleunigung der Extraklasse! Im Minutentakt starteten die Teams am Freitagmorgen in Sinsheim und durchstreiften auf ihrer zweitĂ€gigen Tour den Kraichgau, die Kurpfalz, das Madonnenland und das ZabergĂ€u. „Es ist der Kontrast, der so reizvoll ist. Herrliche Landschaften abseits großer Straßen auf der einen Seite, der Hockenheimring und die Publikumsmagneten Heidelberg, Spechbach oder das Audi Forum Neckarsulm auf der anderen Seite“, weiß Fahrtleiter Michael Steiner, der fĂŒr die StreckenfĂŒhrung verantwortlich war. Fahrer und Zuschauer wollte er gleichermaßen begeistern. „Das haben wir erreicht!“

Oldtimerfans tummelten sich an beiden Rallyetagen nicht nur an den Epizentren, die quasi schon qua Tradition durchfahren werden, sondern auch in kleineren Ortschaften wie Oberacker, MĂŒhlhausen oder Zweiflingen. Einfahrende Fahrzeuge wurden unter tobendem Applaus begrĂŒĂŸt, die Fahrer bei ihren PrĂŒfungen angespornt. Besonders interessant war wĂ€hrend der Rallyepausen vor allem fĂŒr die jĂŒngeren Zuschauer der Blick in die Cockpits oder unter die KĂŒhlerhaube. Kein Wunder, denn das Teilnehmerfeld hatte mit seinen 35 verschiedenen Automarken und 20 Vorkriegswagen einiges zu bieten. Wahre Exoten wie Alvis, Riley, Trident oder Willys Overland zogen Oldtimerfreunde in den Bann. Aber auch so klangvolle Namen wie Aston Martin, Bentley, Bugatti, Chevrolet und Ferrari waren vertreten. Ein echter Hingucker war der Chenard & Walcker T3 Torpedo aus dem Jahr 1923, das Ă€lteste Fahrzeug im Feld. In der Gesamtwertung bewiesen Helmut Nigst aus GrĂ€felfing und Andreas Strohschen aus Feldkirchen mit ihrem Fahrzeug Riley TT Sprite Special, Baujahr 1933, höchstes Können – sie fuhren mit nur 6,39 Strafsekunden in die Zielgerade ein.  Einen Sonderpreis fĂŒr die weiteste Anreise „auf eigener Achse“ wurde in der Gruppe der Fahrzeuge bis Baujahr 1945 vergeben: 199 Kilometer hatten Harald und Riccardo Göstl aus Dillingen bereits hinter sich gebracht, ehe sie mit ihrem Bentley Speed 8 Special, Baujahr 1945, die 540 Etappenkilometer unter die RĂ€der nahmen. FĂŒr Fahrer und Beifahrer ging die Rallye am Samstag auf Platz 158 zu Ende. Der deutsche Rennfahrer Lance David Arnold, bekannt fĂŒr seine Fahrzeugtests im VOX-Automagazin „auto mobil”, landete im Porsche 356 A aus dem Jahr 1959 auf Platz 81, der ehemalige HandballNationaltorwart Henning Fritz schaffte es mit seinem Fahrer Heiner Gassert im BMW 327/2 Cabrio des Baujahrs 1950 auf Platz 126. Wer auf den Geschmack gekommen ist und die zwei Tagesetappen durch die schöne Region nachfahren möchte, kann sich in den GeschĂ€ftsstellen des ADAC Nordbaden den detaillierten Streckenverlauf aushĂ€ndigen lassen. Die Vorbereitungen fĂŒr die 24. ADAC Heidelberg Historic haben indessen bereits begonnen – der Termin wird in KĂŒrze bekanntgeben.

Sieger in den einzelnen Gruppen

Gruppe D:  bis Baujahr 31.12.1945

Helmut Nigst aus GrĂ€felfing und Andreas Strohschen aus Feldkirchen im Riley TT Sprite Special, Bj. 1933, Startnummer 16    –

Gesamtsieger Gruppe E:  Baujahr 01.01.1946 – 31.12.1960

Dirk GĂ€rtner aus Weinheim und‹Ralf Kern aus Schönau im Austin Healey Le Mans, Bj. 1958, Startnummer 56

Gruppe F1:  Baujahr 01.01.1961 – 31.12.1965

Christian Waack aus Heidelberg und Thomas Sichelschmidt aus Weinheim im Triumph TR3 B, Bj. 1962, Startnummer 71

Gruppe F2:  Baujahr 01.01.1966 – 31.12.1970

Stefano und Susanna Ginesi aus Wettingen (Schweiz) im Porsche 914-6, Bj. 1970, Startnummer 63

Gruppe G:  Baujahr 01.01.1971 – 31.12.1976

Bernhard und Simone Gottwald aus Esslingen im BMW 3.0 CSi, Bj. 1971, Startnummer 70  Gruppe X:

Sonderklasse Historische Rallyefahrzeuge

Team „Heidelberger Brauerei 1“:  Christian Mack aus Sinsheim und Jochen Weinelt aus MĂŒnchen im Porsche 911 3,2, Bj. 1985, Startnummer 85