Artcurial 2018: Auktion der Superlative


In diesem Jahr fand die Artcurial Auktion an zwei Tagen, am Freitag, dem 9. und Samstag, dem 10. Februar, vor ĂŒber 3.000 Besuchern statt. Diese jĂ€hrliche Auktionsveranstaltung ist ein Stimmungsbarometer fĂŒr den internationalen Sammlermarkt und zieht eine große Anzahl von Enthusiasten aus Frankreich und der ganzen Welt an. Etwa 15 NationalitĂ€ten beteiligten sich an dem Bieterwettbewerb Vorort, am Telefon oder ĂŒber das Internet, wie der Online-KĂ€ufer des Mercedes-Benz 300 SL Gullwing, der fĂŒr 1.158.270 € verkauft wurde.

Sieben private Sammlungen wurden bei der diesjĂ€hrigen Artcurial Auktion angeboten. Dazu gehörten Fahrzeuge aus der Volante Sammlung, eine wunderbare Hommage an den französischen Karosseriebauer Vanvooren aber auch die J-C MiloĂ© Collection mit einem atemberaubenden Porsche 904 GTS aus dem Jahr 1964, der mit 1.873.600 € weit ĂŒber dem SchĂ€tzwert lag. Die Kollektionen GuĂ©lon und Broual erfreuten sich eines enormen Erfolgs die die Mehrzahl der Lose lagen deutlich ĂŒber den SchĂ€tzwerten.

Es gab 13 neue Auktions Weltrekordpreise und 63 Lose, die ĂŒber 100.000 € lagen, darunter 12 ĂŒber 500.000 € und fĂŒnf ĂŒber 1M € (vollstĂ€ndige Liste unten).

Nur wenige Minuten nachdem die Auktion startete, brach ein spannender Bieterwettbewerb zwischen einem Telefonbieter und einem Kunden im Raum um Lot 10, dem Delage D8 120 von Chapron, aus. Das schöne Fahrzeug aus dem Goldenen Zeitalter des Motorsports wurde schließlich dreimal so teuer verkauft und erzielte 536 400 €, einen neuen Auktions-Weltrekord. Es war ein weiteres Vorkriegsauto, das den höchsten Preis beim Verkauf erreichte. Der 1938 Bugatti Type 57C CoupĂ© Atalante, der auf dem Genfer Autosalon 1938 zu sehen war, wurde fĂŒr 2 903 200 €, einem neuen Auktionsweltrekordpreis, verkauft.

Das Fahrzeug geht in die Sammlung eines europĂ€ischen Enthusiasten. Ein moderner Supersportwagen, der exklusive Ferrari FXX 2007 erzielte den zweithöchsten Preis und stellte ebenfalls einen Auktionsweltrekord fĂŒr das Modell auf. Eines von nur 38 Exemplaren, dieser extrem kraftvolle Ferrari hat weniger als 100 km zurĂŒckgelegt und sein 6. Gang wurde noch nie benutzt. Zusammen mit einigen Kisten voller Ersatzteile, die mit dem Fahrzeug ausgeliefert wurden, erzeilte der Ferrari 2.674.000 €.

Als Star der Rennstrecken sorgte auch der 1954er Maserati A6 GCS / 53 Spyder Fiandri & Malagoni im Bieterraum fĂŒr Aufsehen. Mit außergewöhnlicher Herkunft und transparenter Geschichte erzielte Lot 103 den dritthöchsten Verkaufspreis der Auktion und wechselte fĂŒr 2.445.600 € den Besitzer.

WĂ€hrend der Auktion bildeten sich immer wieder spannende Bietergefechte, die zwei weitere Auktionsrekorde auf dem Weltmarkt hervorbrachten. Zum Beispiel bei dem 1951er Porsche 356 Pre-A 1300 zogen mehrere Gebote so schnell an und erreichte final 894.000 € (SchĂ€tzwert: 440.000 – 520.000 €). Der Alpine Renault 1600 SX von 1977 (Lot 123) verdoppelte ebenfalls seinen SchĂ€tzwert und wechselte fĂŒr 172.840 € den Besitzer. Dies könnte darauf hindeuten, dass die letzte produzierte Alpine A110 in der nĂ€chsten Auktion Automobiles sur les Champs XII am 8. April (SchĂ€tzwert 60.000 – 80.000) € / 53.000 – 71.000 $ ) eventuell zu einer spannenden Auktion werden könnte.

Aber es waren nicht nur die Stars der Artcurial Auktion bei der Retromobile, die gute Ergebnisse erzielten. Auch die kleinen Klassiker wiesen deutliche WertzuwĂ€chse auf, wie zum Beispiel der De Coucy Prototype von 1948, der mit 45.269 € den SchĂ€tzwert um das neunfache ĂŒberstieg. Der Riffard Renault 4CV Rank Record wurde mit 58.216 € drei Mal so teuer als geschĂ€tzt verkauft.

Auch bei Artcurial war ein deutlicher Trend zu unrestaurierten Fahrzeugen zu erkennen. Rund vierzig Fahrzeuge wurden im unrestaurierten Zustand angeboten. Die SchĂ€tzwerte klangen allesamt sehr einladend und versprachen ein gĂŒnstiges Bieterresultat. Doch erreichte die Großzahl der Fahrzeuge mindestens das Doppelte des maximalen SchĂ€tzwertes, manche sogar weitaus mehr. Ein Amilcar Type M von 1929 wurde mit einem Estimate von 3.000 bis 4.000 € angeboten und erreichte letztendlich 9.536 €. Ein zweiter Amilcar Type M3 Cabriolet erzielte 15.496 €. Er SchĂ€tzwert lag hier bei 5.000 bis 8.000 €. Ein Fahrzeug mit wirklich aussergewöhnlichem Design ist der Dolo Typ JB10 von 1947. Nur zwei dieser Frontgetriebenen Fahrzeuge wurden in Paris gebaut. Dieses EinzelstĂŒck erreichte 27.416 € anstatt der geschĂ€tzten 6.000 bis 12.000 €.

Das original belassene Alvis Speed Twenty SD Cabriolet mit Vanvooren Karosserie aus der Volante Sammlung wechselte fĂŒr 226.48o € den Besitzer. Der unrestaurierte 1912 Panhard Levassor X14 20CV, ebenfalls mit Vanvooren Karosserie erreichte sogar ganze 298.000 € und auch das Horch 853 Sport Cabriolet von 1937 mit prĂ€gnanter Patina wechselte fĂŒr 631.760 € den Besitzer. Das Highlight der Sammlung, das Bugatti T57 Vanvooren Cariolet blieb hinter den Erwartungen und wurde nicht verkauft.