Oldtimer in Höchstform von Brescia nach Rom und Zurück – Mille Miglia 2014


Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung – das ist nicht nur für den diesjährigen Mille Miglia Debutanten, den AC/DC Leadsänger Brian Johnson so.


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Wer die italienische Leidenschaft fürs historische Automobil an den vier Tagen der Mille Miglia zwischen Brescia und Rom einmal erlebt hat, der weiß wie sich Jubel anfühlt und wie eine Welle der Sympathie beflügeln kann und Strapazen und Müdigkeit vergessen lässt.
Am vergangenen Wochenende trafen sich Oldtimerfans aus der ganzen Welt in Norditalien. Die Fiera von Brescia mutiert am Tag der Anreise zur wohl exklusivsten Garage der Welt. Während der Fahrzeugabnahme werden Auto und Papiere auf Übereinstimmung gecheckt, Die Fahrzeug-Nummern und Roadbooks werden ausgehändigt. Der Wert der hier geparkten Oldtimer dürfte Hunderte von Millionen Euros betragen. Traditionell fahren einige der Oldtimer später zur Heiligen Messe und Segnung der Oldtimer am Dom auf der Piazza Paolo VI.
Die Herausforderung beginnt für Fahrer und Beifahrer am ersten Tag der Rallye. Von der Fiera di Brescia zieht der Tross auf die Piazza della Vittoria. Zeit für das begeisterten Publikum die Preziosen zu bestaunen. Das Fahrzeug wird verplombt. Erst später gegen Abend geht es über die Startrampe. Der Tross der Oldtimer fährt durch die Nacht dem ersten Ziel entgegen. In Padua kommen die ersten Fahrzeuge rund fünf Stunden später an. Bis die später gestarteten Oldtimer, mit den jüngeren Baujahren ankommen, wird es bis drei Uhr am nächsten Morgen dauern.

 


Die Mille Miglia ist nichts für Langschläfer. Schon in den Morgenstunden heißt es für die Teilnehmer aufbrechen. Die längste Etappe der gesamten Rallye liegt an diesem Tag vor Ihnen. Bis Rom sind es 710 Kilometer. Die Kurorte Abano und Montegrotto sind die neuen Durchfahrtsorte auf der für 2014 geänderten Mille Miglia Strecke. Wer rast siegt bei der Mille Miglia nicht. Die durchschnittliche Geschwindigkeit, die gefahren werden soll, liegt bei 50 Kilometer/Stunde.
In Ferrara findet eine der sechs Gleichmäßigkeitsprüfungen statt. Dazu kommen auf der gesamten Strecke 74 Regelkontrollen, 16 Zeitkontrollen und 25 Durchfahrtskontrollen.
Nach einem steilen Anstieg und engen Kurven ist der Zwergstaat San Marino eines der Highlights und für manches Fahrzeug eine Herausforderung. Überall bereitet man den „Helden“ der Mille Miglia einen begeisterten Empfang. 15 Stunden und mehr vergehen, bis das Ziel der großen Etappe erreicht wird. Doch die Welle der Sympathie trägt die Teams durch die Nacht. Endlich Ankunft in Rom. Die Hauptstadt am Tiber ist an diesem Tag wie ein großes Bienenhaus. An der Engelsburg wird die Zeit gemessen. Mit italienischem Temperament nimmt man die gemeinsame Einfahrt ins Zentrum der Metropole. La Polizia begleitet den Einzug vorbei an den prächtigen Bauwerken. Die Fahrer sind müde – aber der Empfang durch die Wartenden ist großartig.
Restart in Rom am dritten Tag. Wer an den Kontrollen zu früh oder zu spät kommt, sammelt Strafpunkte. Durch die schönsten Landstiche Italiens führt die Route. Im malerischen Städtchen Radicofani warten die Zuschauer in den Cafés schon lange auf ihren Logenplätzen auf das kostbare rollende Automobilmuseum.

 


Siena mit der Piazza del Campos ist eine der letzten großen Ortschaften, vor den anspruchsvollen Pässen.
1753,50 Kilometer in vier Tagen sind eine echte Herausforderung an Besatzung und Oldtimer. Doch die Freude der Zuschauer unterwegs und die wunderbaren Orte machen alle Müdigkeit wett. Der Weg ist das Ziel. Beim Anstieg zum Futa-Pass lässt man, wenn möglich, dann doch die PS-schwächeren Mitfahrer hinter sich liegen und überholt. Kaum ist der Apennin in rund 900 Metern überquert folgt die nächste Anstrengung: nordöstlich führt die Strecke über den Raticosa-Pass. Seit 1923 gehört diese Höhenpassage zur Mille Miglia-Strecke. Es ist fast dunkel, als die ersten Fahrzeuge in Bologna ankommen. Hier ist 2014 zum ersten Mal noch eine Übernachtung.
Erst am nächsten Morgen heißt es: Start zur letzten Etappe. Die Sieger und ihre Verfolger kamen so erfreulicherweise nach geschaffter Mille Miglia bei Tageslicht im Ziel an.
Als Gesamtsieger wurden Giordano Mozzi und Stefania Biacca gekürt in der Gesamtwertung nach vier Tage in ihrem Lancia Lambda tipo 221 Spider Ca.Sa.Ro. Giordano Mozzi stammt aus Mantua, wie einst der berühmte Rennfahrer Tazio Nuvolari. Bereits im Jahr 2011 hatte Giordano Mozzi die Mille Miglia gewonnen.

FOTOS / VIDEO:  Mille Miglia 2014