JubilĂ€um – Zeitlos faszinierend: 25 Jahre BMW 8er.


Er war seiner Zeit weit voraus und wirkt bis heute alterslos, doch der Blick auf den Kalender lĂ€sst keinen Zweifel zu: 25 Jahre sind vergangen, seit der BMW 8er erst-mals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

AnlĂ€sslich des JubilĂ€ums traf sich am vergan-genen Wochenende die internationale Fangemeinde in der bayerischen Heimat des BMW 8er, um die gemeinsame Begeisterung fĂŒr das exklusive Luxus-CoupĂ© der Marke unter anderem mit einer spektakulĂ€ren Parade fĂŒr 120 Fahrzeuge am Stammsitz der BMW Group zu feiern.
In einer Gemeinschaftsaktion des BMW 8er Clubs 8er.org (The international 8 series community) mit dem ClubE31 Worldwide Owners Group e.V. und unterstĂŒtzt vom BMW Clubs International Office besichtigten die rund 260 Teilnehmer aus 20 Nationen zum Auftakt ihres Treffens das BMW Werk Dingolfing, in dem der BMW 8er von 1989 bis 1999 produziert wurde. Zweiter Höhepunkt des Wochenendes war die Zusammenkunft der Clubmitglieder und ihrer Fahrzeuge auf dem GelĂ€nde des BMW Museums und des BMW Hochhauses in MĂŒnchen zum gemeinsamen Fototermin. In der nach Außenlackie-rungen „gefĂ€cherten“ Aufstellung boten die dort versammelten BMW 8er ein imposantes Bild und eine zusĂ€tzliche Attraktion fĂŒr die Besucher des BMW Museums und der be-nachbarten BMW Welt.
Im ClubE31 Worldwide Owners Group e.V. sind weltweit mehr als 2 000 Besitzer und Fans des BMW 8er zusammengeschlossen. Zu den AktivitĂ€ten des Clubs gehören re-gelmĂ€ĂŸige nationale und internationale Treffen sowie ein reger Erfahrungsaustausch einschließlich der UnterstĂŒtzung bei der Beschaffung von Ersatzteilen und der Vermitt-lung von Knowhow im Zusammenhang mit der Pflege und Unterhaltung der im Besitz der Mitglieder befindlichen Fahrzeuge. Zum Treffen in Dingolfing und MĂŒnchen reisten unter anderem Enthusiasten aus den USA, Island und Neuseeland an. Außergewöhnlich lange Anreisen im eigenen Fahrzeug absolvierten insbesondere mehrere Clubmitglieder aus Spanien, die mehr als 1 800 beziehungsweise fast 2 500 Kilometer zurĂŒcklegten, um das JubilĂ€um des BMW 8er zu feiern.

 

 

Der BMW 8er gehört zu den Meilensteinen in der bis in die 1930er-Jahre zurĂŒck rei-chenden Geschichte der BMW CoupĂ©s. Die avantgardistische Eleganz seines Designs, ĂŒberragende Performance-Eigenschaften, eine außergewöhnliche FĂŒlle von Innovatio-nen und exklusiver Luxus waren die Merkmale, mit denen das unter dem TypkĂŒrzel E31 vollkommen neu konzipierte Modell zum Vorstoß in das Segment der weltweit edelsten SportcoupĂ©s antrat. Der auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) des Jahres 1989 in Frankfurt prĂ€sentierte BMW 850i galt daher als Demonstration der Entwick-lungskompetenz des MĂŒnchner Herstellers, denn er bot neben einer neuartigen Design-linie auch eine unvergleichliche Vielzahl an technologischen Details, die erstmals in ei-nem Automobil zum Einsatz kamen. In der Gestaltung der keilförmigen Karosserie, bei der vor allem die lange und flache Motorhaube mit den darin versenkbaren Scheinwer-fern, die fließende LinienfĂŒhrung, der Verzicht auf B-SĂ€ulen und der steile Heckabschluss ins Auge fielen, kamen die Dynamik und die Eleganz des neuen CoupĂ©s gleichermaßen zum Ausdruck.
DarĂŒber hinaus war der BMW 850i nach der zwei Jahre zuvor eingefĂŒhrten Luxuslimou-sine BMW 750i das zweite deutsche Automobil der Nachkriegszeit, das von einem Zwölfzylinder-Motor angetrieben wurde. Das 5,0 Liter große Triebwerk mobilisierte 220 kW/300 PS sowie ein maximales Drehmoment von 450 Newtonmetern und be-schleunigte den 1 790 Kilogramm schweren 2+2-Sitzer in 6,8 Sekunden von null auf 100 km/h.

 

 

 

FĂŒr die KraftĂŒbertragung auf die HinterrĂ€der standen wahlweise ein eigens fĂŒr den BMW 850i entwickeltes Sechsgang-Handschaltgetriebe oder ein Viergang-Automatikgetriebe zur VerfĂŒgung. Außerdem absolvierte die wegweisende Integral-Hinterachse mit FĂŒnf-Lenker-AufhĂ€ngung ihre Premiere im Luxus-CoupĂ©. Die Automati-sche StabilitĂ€ts- und Traktionsregelung (ASC+T), die geschwindigkeitsabhĂ€ngige Lenk-kraftunterstĂŒtzung und die ab FrĂŒhjahr 1990 optional angebotene Elektronische DĂ€mpfer Control (EDC) waren weitere Details, die zu den charakteristischen Fahreigenschaften des BMW 8er beitrugen. In der Fachpresse wurde der BMW 850i als „CoupĂ© wie Samt und Seide“ und als „ideale Symbiose aus Kraft und Komfort“ vorgestellt. Das Fachmaga-zin „auto, motor und sport“ hielt nach dem ersten Test fest: „BMW zieht beim 850i alle High-Tech-Register, um den Spitzenplatz zu erreichen.“ Und ĂŒber die Fahrwerkstechnik des BMW 8er urteilte „Auto Bild“: „Man muss sie erlebt haben, sonst glaubt man es nicht. Am besten in schnellen Autobahnkurven: Bodenwellen, Betonfugen – was in ande-ren Autos zu schlagartigen AdrenalinstĂ¶ĂŸen fĂŒhrt, lĂ€sst den 850i-Fahrer völlig unbeein-druckt.“
Weitere Neuerungen des BMW 8er waren das sitzintegrierte Gurtsystem, die elektrisch verstellbare LenksĂ€ule mit Memory-Funktion, der automatisch abblendende Innenspie-gel, die Zentralverriegelung mit Fernbedienung und ein besonders leistungsfĂ€higer Bordcomputer. FĂŒr die Fahrzeugelektronik wurde erstmals ein Multiplex-System einge-setzt, bei dem die DatenĂŒbertragung mehrerer Systeme ĂŒber eine gemeinsame Leitung fĂŒr höhere ZuverlĂ€ssigkeit bei reduziertem Gewicht sorgte. Sowohl die vorderen als auch die hinteren Seitenfenster des Luxus-CoupĂ©s waren vollstĂ€ndig versenkbar. Außerdem sorgte – auch dies ein Novum – das automatische Absenken und Anheben der vorderen Scheiben beim Öffnen beziehungsweise Schließen der jeweiligen TĂŒr fĂŒr eine verbesser-te Abdichtung und damit fĂŒr reduzierte WindgerĂ€usche.
Im Modelljahr 1993 wurde das Antriebsportfolio um eine zweite AusfĂŒhrung des Zwölfzy-linders erweitert. Aus seinem auf 5,6 Liter vergrĂ¶ĂŸerten Hubraum erzeugte der Motor des als BMW 850 CSi titulierten Topmodells 280 kW/381 PS und ein maximales Dreh-moment von 550 Newtonmetern. Der Spurt auf Tempo 100 konnte nun in weniger als sechs Sekunden absolviert werden. Zur höheren Leistung erhielt der BMW 850 CSi ein neues Fahrdynamik-System, zu dem auch eine aktive Hinterachskinematik gehörte. In AbhĂ€ngigkeit von der Geschwindigkeit und dem Lenkwinkel wurde dabei ein gleichsinni-ges Einschlagen der HinterrĂ€der aktiviert, um die FahrstabilitĂ€t bei dynamischer Kurven-fahrt und plötzlichen Ausweichmanövern zu optimieren. Das elektrohydraulische System des BMW 8er war damit VorlĂ€ufer der heute fĂŒr die Modelle der BMW 7er, BMW 6er und BMW 5er Reihe verfĂŒgbaren Integral-Aktivlenkung.

Parallel zum Start des BMW 850 CSi erhielt das bisherige Modell den neuen Namen BMW 850 Ci und zahlreiche Modifikationen im Detail. Die Serienausstattung umfasste nun einen Fahrer- und einen Beifahrerairbag, eine Infrarotfernbedienung und umklappbare Fondsitzlehnen. Optional wurde die FahrstabilitĂ€tsregelung DSC (Dynamische Stabili-tĂ€ts Control) angeboten, das Automatikgetriebe war nun mit einer adaptiven Steuerung versehen. Im Herbst 1994 folgte eine Wachablösung unter der Motorhaube. Der BMW 850Ci wurde nun von einem 5,4 Liter großen V12-Motor mit 240 kW/326 PS angetrie-ben, der mit einem neuen FĂŒnfgang-Automatikgetriebe kombiniert werden konnte. Schon 1993 war zudem der BMW 840 Ci eingefĂŒhrt worden. Sein 4,0 Liter großer V8-Motor leistete 210 kW/286 PS und ermöglichte so einen ĂŒberaus sportlichen Einstieg in die Welt der Luxus-CoupĂ©s von BMW. 1995 inspirierte der BMW 8er den britischen KĂŒnstler David Hockney zu einem Beitrag zur Serie der BMW Art Cars. Der von ihm gestaltete BMW 850CSi symbolisierte eine kĂŒnstlerische Form von Transparenz. Auf der Motorhaube stellte Hockney unter ande-rem stilisierte Ansaugstutzen dar. Auf der TĂŒr sind die Silhouetten des Fahrers und der LenksĂ€ule zu sehen – und auf dem Fondplatz „sitzt“ dank entsprechender Bemalung der hinteren Seitenwand des KĂŒnstlers Dackel Stanley.
Bis zum Jahr 1999 wurden 30 621 Exemplare des BMW 8er gebaut, 24 davon entstan-den in aufwendiger Handarbeit im sĂŒdafrikanischen BMW Werk Rosslyn. Die dortige Montage war aus steuerlichen GrĂŒnden kosteneffizienter als der Import kompletter Fahr-zeuge. Mehr als zwei Drittel aller produzierten CoupĂ©s waren Zwölfzylinder-Modelle, nur jedes sechste Fahrzeug wurde mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe ausgeliefert. Davon entfielen wiederum 1510 Exemplare auf das besonders leistungsstarke Topmodell BMW 850 CSi, das seinem sportlichen Charakter entsprechend ausschließlich mit Handschal-tung zu haben war.
Im Rahmen ihrer Werksbesichtigung in Dingolfing konnten die Teilnehmer des BMW 8er Treffens auch einen spektakulĂ€ren Prototypen des Luxus-CoupĂ©s in Augenschein neh-men. Die Einzelanfertigung einer High-Performance-Variante des BMW 8er war 1991 fertiggestellt worden und wies einen komplett neu entwickelten Zwölfzylinder-Motor mit rund 550 PS, eine prĂ€zise darauf abgestimmte Fahrwerkstechnik und spezifische Karos-seriemerkmale mit optimierten LuftfĂŒhrungs- und Aerodynamikeigenschaften auf. Der gemeinsam von der BMW Motorsport GmbH und der BMW Technik GmbH entwickelte Supersportwagen wurde als Technologie- und InnovationstrĂ€ger genutzt. So diente bei-spielsweise sein Motor als Basis fĂŒr das V12-Triebwerk des legendĂ€ren Mc Laren F1.