Giulietta-Feier in der Frankfurter Klassikstadt


Beim Juli-Sonntagstreff im Frankfurter Oldtimer-Zentrum Klassikstadt feiert eines der wichtigsten Modelle in der Historie von Alfa Romeo seinen 60. Geburtstag.

Mit der Giulietta vollfĂŒhrte die italienische Traditionsmarke 1954 den entscheidenden Schritt von einer Manufaktur von Luxus- und Sportwagen zum Großserienhersteller. Aus diesem Anlass prĂ€sentiert Alfa Romeo am 13. Juli 2014 einige der legendĂ€rsten Vertreter der Baureihe in der Klassikstadt.
Das CoupĂ© Alfa Romeo Giulietta Sprint legte vor sechs Jahrzehnten den Grundstein. Der Alfa Romeo Giulietta Spider zĂ€hlt zu den schönsten Cabriolets aller Zeiten. Und der Alfa Romeo Giulietta Turbodelta ist die sportlichste Variante der in den 1970er Jahren gebauten zweiten Serie mit diesem Namen. Erwartet wird außerdem ein Exemplar der extrem raren Giulietta Sprint Speciale, deren spektakulĂ€res Design in den 1950er Jahren fĂŒr Aufsehen sorgte. Zahlreiche weitere Giulietta werden darĂŒber hinaus unter den Oldtimern sein, mit denen die Fans zum Sonntagstreff (ab 10:00 Uhr) in der einzigartigen Location im Osten der Main-Metropole (Orber Straße 4a) anreisen. Außer rund 100 klassischen Alfa Romeo – selbstverstĂ€ndlich nicht nur Giulietta – erwartet die Besucher auch aktuelle Modelle der Marke. Schon ab Samstag (12.Juli) gastiert die „Alfa Romeo Live Tour“ in der Klassikstadt. An beiden Tagen sind von hier aus Probefahrten mit der 2014er Version des Alfa Romeo Giulietta und außerdem mit Alfa Romeo MiTo möglich. Auch der neue Supersportwagen Alfa Romeo 4C prĂ€sentiert sich im großzĂŒgigen Innenhof der ehemaligen Landmaschinenfabrik. Der Alfaclub Deutschland gastiert wie schon im vergangenen Jahr ebenfalls mit dessen umfangreichem Clubshop in der Klassikstadt und feiert dabei seinen 30. Geburtstag. Italienische SpezialitĂ€ten und das exklusive Accessoires-Programm ergĂ€nzen das Angebot von Alfa Romeo beim Sonntagstreff im Juli.
Die Cabriolet-Variante des Alfa Romeo Giulietta, in Italien traditionell Spider genannt, entstand auf speziellen Wunsch des USA-Importeurs Max Hoffman. Um den Auftrag bewarben sich die beiden renommierten Designstudios Bertone und Pininfarina. Den Zuschlag erhielt schließlich Pininfarina, der sich mit insgesamt drei Prototypen am Wettbewerb beteiligte. Das in der Klassikstadt ausgestellte Modell weist einige Details auf, die bis zur Serienfertigung geĂ€ndert wurden. So ist die Windschutzscheibe stark gebogen, die seitlichen Fenster werden nur eingesteckt, der Schalthebel ist noch am Lenkrad. Dem Prototypen zur Seite steht zum Vergleich ein serienmĂ€ĂŸiger Giulietta Spider im Originalzustand.
Das CoupĂ© Giulietta Sprint reprĂ€sentieren eine Serienversion sowie ein Rennwagen in besonders seltener Variante Veloce. Die zweitĂŒrige, stromlinienförmige Karosserie wurde maßgeblich von Franco Scaglione vom Designstudio Bertone entworfen, der zuvor mit den spektakulĂ€ren B.A.T.-Mobilen fĂŒr Furore gesorgt hatte. Bertone fertigte auch die Karosserien, die anschließend zur Endmontage des fertigen Fahrzeugs ins Alfa Romeo Werk in Arese geliefert wurden. Geplant war eine Jahresproduktion von 1.000 StĂŒck. Doch schon wĂ€hrend der PrĂ€sentation auf dem Turiner Autosalon gingen rund 3.000 Bestellungen ein. Mehr als 24.000 Exemplare wurden schließlich bis 1962 in zwei Serien gebaut.
Als Vertreter der zweiten Baureihe aus den spĂ€ten 1970er Jahren ergĂ€nzt ein Alfa Romeo Giulietta Turbodelta die PrĂ€sentation zum 60. Geburtstag. Dieses Modell war als Basis fĂŒr einen Renntourenwagen entwickelt worden. Die Ingenieure des hauseigenen Rennteams Autodelta passten dazu einen Turbolader an den bewĂ€hrten Zweiliter-Vierzylinder an. Die Leistung stieg dadurch um rund 40 auf 170 PS. Nur 361 Serienexemplare des Alfa Romeo Giulietta Turbodelta wurden schließlich produziert.
Mit dem Modell Giulietta entwickelte sich die bis dahin ausschließlich Luxusfahrzeuge und Rennwagen bauende Marke Alfa Romeo Mitte der 1950er Jahre endgĂŒltig zum Großserienhersteller. Den Startschuss fĂŒr die „kleine Giulia“ gab 1954 die von Bertone entworfene Variante Sprint, bei Alfa Romeo die traditionelle Bezeichnung fĂŒr CoupĂ©s. Der Motor des 2+2-Sitzers verkörperte feinste Renntechnik im Kleinformat. Block und Zylinderkopf waren aus Leichtmetall gefertigt, zwei obenliegende Nockenwellen betĂ€tigten die Ventile. Aus einem Hubraum von nur 1.300 Kubikzentimetern produzierte der Vierzylinder lebhafte 65 PS.
Es folgte die Limousine (ab 1955, in Kleinserie auch als Kombi). Zum ersten Mal verband die Marke hier die Vorteile einer fĂŒnfsitzigen Familien-Limousine mit einem Sportmotor. Damit gilt der Alfa Romeo Giulietta heute als Urahn einer ganzen Fahrzeug-Kategorie – viertĂŒrige, fĂŒnfsitzige Limousinen mit sportlichen Fahrleistungen waren bis dahin praktisch unbekannt. Den Schlusspunkt unter die erste Ära des Alfa Romeo Giulietta setzte der von Pininfarina gezeichnete Spider, der als eines der schönsten Cabriolets aller Zeiten gilt.
1977 feierte die Modellbezeichnung Giulietta ein Comeback. Jetzt gab es allerdings ausschließlich die viertĂŒrige Stufenheck-Limousine mit der charakteristischen Abrisskante auf der Kofferraumhaube.
Auch heute, 60 Jahre nach der PrĂ€sentation des ersten Alfa Romeo Giulietta, bietet die italienische Marke ein Modell mit diesem Namen an. Die leistungsstĂ€rkste Version stellt 176 (240 PS) zur VerfĂŒgung und trĂ€gt den Namenszusatz Quadrifoglio Verde. Das vierblĂ€ttrige Kleeblatt erinnert an den ersten Sieg im Motorsport von Alfa Romeo, 1923 beim Langstrecken-Straßenrennen Targa Florio auf Sizilien. Fortan prangte das Quadrifoglio Verde auf allen Rennwagen von Alfa Romeo, darunter auch auf den Formel-1-Weltmeistern von 1950 (mit Pilot Nino Farina) und 1951 (mit Juan-Manuel Fangio).