Erfrischende Zeiten fĂŒr amerikanische Oldtimer-Fans


Um es kurz zu machen: Der Pebble Beach Concours begann wie in den vergangenen 64 Jahren: Wunderschöne Autos in großer Zahl, wohlhabende Besitzer, eine atemberaubende Location und Zuschauer in Massen.

Sehen Sie hier das Video zum Pebble Beach Concours DÂŽElegance 2014

Fotos: Steven Burton / Used Courtesy of Pebble Beach Concours d‘Elegance

Der Wettbewerb 2014 endete allerdings mit einer großen Überraschung, die manchen Ă€lteren Oldtimerfan erschĂŒttern wird, aber den Zeitgeist wieder gibt: Erstmals wurde ein Ferrari „Best of Show“ beim wohl berĂŒhmtesten Oldtimer-Schönheitswettbewerb in Kalifornien.
Bei den Sonderausstellungen wurde 2014 neben dem Geburtstag von Maserati, einem ganzen Rudel Ferrari 250 Testa Rossa und frĂŒhen Dampfgetriebenen Fahrzeugen auch die weniger bekannte amerikanische Marke Ruxton in den Fokus gerĂŒckt. Von 1929 bis 1931 baute die New Era Morors Inc. Ein Modell, das fĂŒr den ersten Frontantrieb der USA gerĂŒhmt wird. Der Karossier Fernandez et Darrin wurde mit der Ausstellung eines Zwillings-Auto-PĂ€rchens von Hispano Suiza geehrt. Das Unternehmen hatte seinerzeit fĂŒr eine Familie das Fahrzeug fĂŒr die Dame des Hauses und fĂŒr den Herrn designt – ganz nach jeweiligem Geschmack.
FĂŒr Furore sorgten auch die Stromlinien von Tatra.

 

Fotos: Steven Burton / Used Courtesy of Pebble Beach Concours d‘Elegance
Vor vielen Jahren sahen sich die Veranstalter einst mit der Aussage konfrontiert, bei den ausgestellten Fahrzeugen handele es sich um Trailer Queens, also feine Oldtimer, die allerdings nur auf dem HĂ€nger bewegt werden konnten. Das wollte man nicht auf sich sitzen lassen und kreierte, was heute „The Tour“ heißt und entlang der spektakulĂ€ren kalifornischen KĂŒste fĂŒhrt: Eine Ausfahrt fĂŒr die Teilnehmer des Concours d’Elegance. „The Tour“ – auch „Pebble Beach Tour d’Elegance“ genannt und von Rolex prĂ€sentiert – fĂŒhrt nicht nur entlang der KĂŒste und ĂŒber den 17-Mile-Drive, sondern auch ĂŒber den Mazda Raceway Laguna Seca. Im schönen StĂ€dtchen Carmel stoppt man kurz fĂŒr eine Mittagspause bevor es auf dem Highway 1 weiter dem Ziel entgegen geht.
In diesem Jahr waren es mehr als 100 Fahrzeuge, die sich auf die Tour machten, angefĂŒhrt von einem Stromlinien Mercedes 540 Baujahr 1938.
Nach aufregenden Tagen auf dem Golfplatz von Pebble Beach – ohne auch nur einen Golfball gesehen zu haben – war fĂŒr Jon Shirley der große Moment gekommen. Er schrieb mit seinem 1954 Ferrari 375 MM Scaglietti CoupĂ© Pebble Beach Geschichte und mit ihm war die ganze Elite der Concours-Fahrzeuge-Sammler ĂŒberrascht. Der Titel „Best of Show“ wurde dem sportlichen Fahrzeug zuerkannt, das einst Ingrid Bergmanns Ehemann Roberto Rosselini gehört hatte. Mit diesem Akt der Öffnung fĂŒr die Neuzeit scheint die Ära der Vorkriegs-Gewinner auch in den USA (Anmerkung der Redaktion: Bei Schloß Bensberg Classics gewann bereits 2013 ein Ferrari denm Titel „Best of Show“) zumindest unterbrochen. „Es gab immer eine Chance, dass ein Wagen wie dieser hĂ€tte gewinnen können“, so Shirley. „Das haben andere vor mir auch schon versucht. Ich hoffe, dass dies nun bedeutet, das andere Nachkriegs-Fahrzeuge folgen werden.“
Ein Unbekannter ist Shirley nicht. Er hatte bereits 2008 mit seinem 1938 Alfa Romeo 8c 29000 B im Jahr 2008 gewonnen.

 

KLASSENSIEGER

 

Class A: Antique – First in Class

1910 American Underslung Traveler Toy Tonneau, William Johnston & Ronald Elenbaas (The Off Brothers Collection), Richland, Michigan

Class B: Early Steam Cars – First in Class

1905 White Model E Light Touring Body, Michael Ersland, Chickasha, Oklahoma

Class C1: American Classic Open Early – First in Class

1933 Chrysler CL Imperial Custom LeBaron Phaeton, Joeseph & Margie Cassini lll, West Orange, New Jersey

Class C2: American Classic Open Late – First in Class

1934 Packard 1108 Twelve Dietrich Convertible Victoria, Frank & Milli Ricciardelli, Sarasota, Florida.

Class C3: American Classic Closed – First in Class

1937 Chrysler Imperial C-15 LeBaron Town Car, Howard & Rosalind Kroplick, East Hills, New York.

Class D: Ruxton – First in Class

1930 Ruxton C Baker-Rauling Roadster, Evelyn & Jim Fasncht, Houston, Texas

Class G: Duesenberg – First in Class

1929 Duesenberg J Murphy Convertible Sedan, John P. Shibles, Sea Girt, New Jersey.

Class F: Fernandez et Darrin Coachwork – First in Class

1934 Hispano-Suiza J12 Fernandez et Darrin Coupé de Ville, Robert M. & Anne Brockinton Lee, Reno, Nevada.

Class H1: Rolls-Royce – First in Class

1937 Rolls-Royce Phantom III Vanvooren Sports Cabriolet, Lord Bamford, Gloucestershire, England.

Class H2: Rolls-Royce Phantom Postwar – First in Class

1961 Rolls-Royce Phantom V James Young Sedanca de Ville, Ken & Ann Smith, Rancho Santa Fe, California.

Class I: Mercedes-Benz Prewar – First in Class

1941 Mercedes-Benz 770K W150 Offener Tourenwagen, The William Lyon Family, Newport Beach, California

Class J1: European Classic Early – First in Class

1929 Bentley Speed Six Saoutchik Drophead Coupé, John & Gwen McCaw.

Class J2: European Classic Late Open – First in Class

1938 Delahaye 135 MS Figoni & Falaschi Torpédo Grand Sport, Jeffrey & Frances Fisher, Palm Beach, Florida.

Class J3: European Classic Late Closed – First in Class

1939 Talbot-Lago T150C-SS Pourtout Coupé, The Hon. Sir Michael Kadoorie, Hong Kong SAR, China.

Class J4: Prewar Sports Racing – First in Class

1925 Bentley 3 Litre Speed Model Taylor Tourer, Stanley & Merle Bauer, Beverly Hills, California.

Class K: Streamlined Tatra – First in Class

1936 Tatra T77 Aerodynamic Limousine, Pavel Kasik, Prague, Czech Republic.

Class L1: Prewar Preservation – First in Class

1922 Packard Twin Six Brunn Cape Top Touring, Mark & Kim Hyman, St. Louis, Missouri.

Class L2: Postwar Preservation – First in Class

1954 Alfa Romeo 1900 SSZ Zagato Coupé, Corrado Lopresto, Milano, Italy

Class M1: Ferrari Grand Touring – First in Class

1954 Ferrari 375 MM Scaglietti Coupe, Jon Shirley, Medina, Washington.

Class M2: Ferrari Competition – First in Class

1957 Ferrari 250 GT TDF Scaglietti 14 Louvre, Les Wexner, New Albany, Ohio

Class N1: Maserati Centennial Racing – First in Class

1949 Maserati Tipo 4CLT/48 Monoposto, Daniel Sielecki, Acassuso, Argentina.

Class N2: Maserati Centennial Coachwork – First in Class

1956 Maserati A6G/54 Frua Coupé, Joe & Sharon Hayes, Chicago, Illinois.

Class O1: Postwar Touring – First in Class

1951 Jaguar XK120 Fixed Head Coupé, Stuart Dyble, Oxford, England.

Class O2: Postwar Sports Racing

1952 Jaguar XK120 Open Two Seater, Kurt A. Engelhorn, St. Moritz, Switzerland.

Class X: Eastern European Motorcycles – First in Class

1952 IFA BK350 , Jim & Sharon Dillard, Richmond, Virginia.