Apocalypse now



Die Erde tut sich auf – und verschlingt acht Luxusautos. Glauben Sie das? Im Corvette -Museum jedenfalls konnten sie es nicht fassen. Drei der Wagen werden jetzt restauriert
. Eine gute Nachricht zum 20. Geburtstag des Museums


Ein Erdloch, das sich mitten in einem Museum auftut – was Ă€ußerstenfalls als Filmtrick taugt, ist wirklich passiert – im Februar dieses Jahres im Nationalen Corvette Museum in den USA. Gleich acht Corvettes rutschten in einen Riesen-Trichter, der sich im Museumsboden auftat und wurden beschĂ€digt – es dauerte Wochen, bis man sie wieder herausgezogen hatte.
Drei der Wagen werden jetzt mit UnterstĂŒtzung von Chevrolet restauriert. Es handelt sich um einen 2009 Corvette ZR1 Prototype, bekannt als Blauer Teufel, Blue Devil, und die einmillionste Corvette, die produziert wurde, ein weißes Cabrio von 1992. Und auch eine 1962er Corvette soll mit Hilfe aus dem Haus Chevrolet wieder in alter Schönheit glĂ€nzen.
In gewisser Weise riss das museale Erdloch natĂŒrlich auch ein Finanzloch – General Motors wird dem schadhaften Museum, das in diesen Tagen grade seinen 20. Geburtstag feiert, mit nahezu 250 000 US-Dollar helfen, die Folgen des Krater-Aufbruchs im Boden zu ĂŒberwinden.

 


FĂŒr fĂŒnf Corvettes die vom Erdloch im Museum buchstĂ€blich verschluckt wurden, gibt es auch mit Geld keine Rettung – sie werden in ihrem jetzigen Zustand bleiben, auch um die historische Situation der Wagen zu dokumentieren. UrsprĂŒnglich wollte man alle acht beschĂ€digten Wagen restaurieren, doch als man sie im FrĂŒhling nach mehreren Wochen endlich alle aus dem Erdloch gezogen hatte, wurde klar, das die Restaurierung fĂŒr einige praktisch unmöglich sein wĂŒrde. Zu wenig ist ĂŒbriggeblieben, was man noch reparieren könnte. Und so entschloss man sich dem Grundsatz zu folgen, dass jeder Zustand eines Denkmals ein historischer ist. Und so bleiben die beschĂ€digten Autos so wie sie jetzt sind.
UnzĂ€hlige Corvette Fans hĂ€tten das begrĂŒĂŸt, berichtet die Direktorin des Museums, Wendell Strode. Und sie kommen in Scharen, um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen
 Das Loch im Museum, knapp 14 Meter breit, 18 Meter lang und 9 Meter tief, ist ein Publikumsmagnet – seit es sich auftat, kamen 60 Prozent mehr Besucher

www.corvettemuseum.org
INFO:
Die acht Wagen, die im Museums-Krater verschwanden:
1962 Corvette
1984 PPG Pace Car
1992 1-millionste Corvette1993 ZR-1 Spyder (Leihgabe von General Motors)
1993 40. Geburtstag/JubilÀums-Corvette
2001 “Mallett Hammer” Z06
2009 ZR1 “Blue Devil” Prototyp (Leihgabe von General Motors)
2009 1,5-millionste Corvette.