Oldtimer Concours-Premiere mit Paukenschlag


Man fragt sich immer, bei der AnkĂŒndigungen eines neuen hochexklusiven Concours d’Elegance-Events, ob denn bei der Vielzahl von Oldtimer-Schönheits-Wettbewerben noch eine weitere Veranstaltung ihren Platz findet – eine Nische, in der sie sich entwickeln kann.

Ja, es funktioniert, wie die Premiere der Chantilly Arts & Elegance gezeigt hat. Mit einem Paukenschlag wurde der Concours d’Elegance in Frankreich aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Welch kluger Schachzug von Organisator Peter Auto, den Schloßpark von Chantilly, rund 50 Kilometer nördlich von Paris, als Ort des Schauspiels zu wĂ€hlen!

 

 

„Warum hat man mich siebenmal nach Versailles gefĂŒhrt und niemals hierher?“ hatte Nixon bei seinem Staatsbesuch im Jahr 1969 gefragt – geplĂ€ttet von der Schönheit der weitlĂ€ufigen Anlage, die zu den berĂŒhmtesten GĂ€rten Frankreichs zĂ€hlt. Auch den Besuchern des Concours d‘Élegance mögen an diesem sonnenverwöhnten Septemberwochenende Ă€hnliche Gedanken durch den Kopf gegangen sein: „Was drĂ€ngle ich mich durch die Massen bei Pebble Beach? Warum fĂŒhle ich mich bei Villa d’Este gehetzt?“ Die Weite macht‘s – und das ist schon der erste große Unterschied zu anderen großen Events von Weltruf. Beinahe intim sind die Momente, die echte Oldtimerfans hier mit den exklusiven Karossen, den Automobilen der Couturiers, wie die Franzosen sie nennen, erleben kann. Die Oldtimer wirken wie Skulpturen in diesem Park aus ĂŒppigen Blumenfeldern, barocken Gartenelementen, weiten englischen Wiesen, WasserfontĂ€nen und gekonnt eingesetzten Sichtachsen.

Gesponsert von der Uhrenmanufaktur Richard Mille gab es beim Chantilly Arts and Elegance drei verschiedene Concours-Klassen. Eine fĂŒr klassische Fahrzeuge, einen fĂŒr moderne Autos und einen fĂŒr die geladenen Auto-Clubs fĂŒr die Auswahl der gezeigten Automobile. Das kommt der Tatsache entgegen, dass der Oldtimerfan an sich sowieso schon Autofan ist und nicht abgeneigt, auch bei modernen Fahrzeugen diejenigen zu goutiren, die aus der Masse der 08/15-Produkte herausragen.

Best of Show des Chantilly Concours d’Élegance 2014 wurde der 1937 Delahaye 135 M Cabriolet von Figoni et Falaschi, der dem US-Sammler Peter Mullin gehört. Auch er ist auf den Concours-Veranstaltungen dieser Welt zu Hause und genoß sichtlich das französische Flair der Veranstaltung. Immerhin musste er fĂŒr eine Weile auf sein Fahrzeug verzichten, das ansonsten das HerzstĂŒck seines Museums in Los Angeles ist. Aus Hongkong hatte Sir Michael Kadoorie nach ĂŒber 50 Jahren einen Talbot Lago T150C SS (Pebble Beach Sieger 2009)  zurĂŒck ins Heimatland gebracht.

 

 

Chantilly Arts and Elegance-Organisator Patrick Peter: „Wir haben ungeduldig die Reaktionen der Sammler aus aller Welt erwartet, die mit ihren Fahrzeugen angereist sind. Aber es sind alle glĂŒcklich und zufrieden. Dank des exklusiven Rahmens, den uns Schloss Chantilly bietet haben wir einige Vorteile.“

Zur diesjÀhrigen Veranstaltung kamen rund 10.000 Besucher. 2015 wird Chantilly Arts and Elegance am ersten Sonntag im September stattfinden.