Benz-Klassiker & 40 Werke der Warhols „Cars“


Historische Automobile von Mercedes-Benz Classic und rund 40 Werke aus der Cars-Serie des Popart-Künstlers Andy Warhol zeigt das MAC Museum Art & Cars in der süddeutschen Stadt Singen nahe dem Bodensee.

Der Clou der Schau ist, dass Warhols Bilder genau die Fahrzeuge zeigen, die ausgestellt sind. Besucher erleben bei der Ausstellung „Andy Warhol.CARS“ den direkten Vergleich zwischen Automobil und Kunstwerk.
„Andy Warhol.CARS“ ist die zweite Ausstellung des MAC Museum Art & Cars und ein echter Coup. „Sie ist eine der wenigen Schauen seit 2000, welche die historischen Automobile von Mercedes-Benz Classic mit den sie abbildenden Werken aus der CARS Serie von Andy Warhol gemeinsam zeigen – und ein langgehegter Wunsch von mir“, freut sich Museumsstifter Hermann Maier. Er war es, der die Idee zur Ausstellung hatte. In Kooperation mit der Daimler Art Collection werden nun tatsächlich genau die Fahrzeuge auf Warhols Bilder gezeigt, die ausgestellt sind – vom weltweit ersten Automobil, dem Benz Patent-Motorwagen, über die Silberpfeile der 30er und 50er Jahre bis zum 300 SL Flügeltürer. Dr. Renate Wiehager, Leiterin der Daimler Art Collection: „Wir freuen uns, diese hochkarätigen künstlerischen Beiträge zum Thema ‚Cars and Art‘ in Singen vorzustellen und somit den Gedankenaustausch über Kunst im Kontext mit automobiler Kultur zu fördern und aktiv mitzugestalten.“
Der Daimler-Konzern hatte die Fahrzeug-Portraits 1986 bei Andy Warhol beauftragt. Anlass war das Jubiläum 100 Jahre Automobil. Der Bilderzyklus sollte die Geschichte des Automobils dokumentieren. Doch das Werk blieb unvollendet, der Künstler starb überraschend nach einer Operation. Die bis dahin fertig gestellten 35 Siebdrucke und etliche Zeichnungen gehören somit zu seinen letzten Arbeiten. Im MAC Museum schmücken sie nun 28 Jahre später die Wände über den Oldtimern, die ihnen einst als Vorbild dienten. „Dass wir mit den Original-Fahrzeugen die Geschichte des Automobils zusammen mit Warhols Siebdrucken zeigen können, ist einfach großartig“, freut sich Hermann Maier, der Stifter des Museums.

 


Neben sieben anderen Daimler-Klassikern ist auch ein Nachbau des Benz-Patent-Motorwagens von 1886 zu sehen sein. Er gilt als der erste praxistaugliche Kraftwagen der Welt und markiert die Geburtsstunde des Automobils. Wie die einzelnen Komponenten im Motorblock zusammenspielen kann man an diesem Benz Patent-Motorwagen sehr gut sehen. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 15 km/h war er noch sehr gemächlich unterwegs, aber die Ausstellung zeigt auch sportliche Historie: Der Mercedes-Benz 300 SL aus dem Jahr 1954 war mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h der schnellste Serienwagen seiner Zeit. Sein Design setzte Trends, seine innovative Technik Maßstäbe wie die erste in einem Serien-Pkw verbaute Benzindirekteinspritzung. Das PS-Wunder entwickelte sich zum Traumsportwagen der 50er Jahre. Auch Raritäten wie das Forschungsfahrzeug C 111 sind Teil der Ausstellung. Von der Fachpresse umjubelt, wurde er dennoch nicht in Serie gebaut und blieb Experimentalfahrzeug. Vom Ausstellungsauftakt bis zum 17. November veredeln die Silberpfeile W 196 R Stromlinie sowie der W 125 Grand Prix Car aus dem Jahre 1939 die Ausstellung. Die beiden Boliden markieren die erfolgreichen Rennsportdekaden des Stuttgarter Autobauers. Nach dem 17. November wird an deren Stelle die Original-Karosserie des Silberpfeil W 196 R Stromlinie zu sehen sein.
Andy Warhol selbst erklärte einmal: „Ich liebe das Automobil.“ Hinter dem Steuer saß er allerdings nie – er hatte keinen Führerschein. Die Legenden auf und vor der Leinwand sind bis zum 17. Mai 2015 in der schlichten Eleganz der Museumsräume zu sehen.

www.museum-art-cars.de