Wenn 100-jÀhrige Oldtimer auf Tour gehen


Tausende von Zuschauern bestaunten in Dresden wĂ€hrend der Saxonia 100 ĂŒber 100-jĂ€hrige Fahrzeuge. Aus ganz Deutschland, aus Österreich, der Schweiz und Tschechien waren mehr als 100 klassische FahrrĂ€der, MotorrĂ€der und Automobile zur Premiere der Saxonia 100 gekommen.


Sehen Sie hier das exklusive Video ĂŒber die Saxonia 100 mit ĂŒber 100 jĂ€hrigen Oldtimern. (Regie/DOP Kay MacKenneth, Kamera: Benjamin Nolde, Tobias Leininger, Copter Pilot: T. Leininger TT-RC.de, Produktion: DĂ©sirĂ©e Rohrer)

 

 

Ganz Dresden war bezaubert von den Ur-Oldtimern, die im Stallhof, auf der BrĂŒhlschen Terrasse und auf dem Theaterplatz vor der Semperoper bewundert werden konnten.
Ein Benz Motorwagen von 1896, ein Peugeot von 1899, seltene Hildebrand und WolfmĂŒller-MotorrĂ€der gehörten zu den Ă€ltesten Teilnehmern der Veranstaltung. Die einzige erhaltene Torpedo V4 von 1906 und aus den USA die vierzylindrige Henderson und Laurin waren neben den HochrĂ€dern die Publikums-Magnete. Die Kombination aus historischen Fahrzeugen und den kulturhistorischen SehenswĂŒrdigkeiten der sĂ€chsischen Hauptstadt war fĂŒr viele Zuschauer ein bewegendes Erlebnis.
Einhundert Kilometer lang war die Strecke bei der großen Ausfahrt der Saxonia 100, die von Dresden entlang des Elbufers in die Dresdner Heide, ĂŒber Radeberg zur ersten Etappenpause fĂŒhrte. Mit großer Bravour bewĂ€ltigten diese Herausforderung selbst Fahrzeuge wie der Opel Darraq von 1903 und die MAF von 1908 und 1909.

 

 

 

 

Überall flogen den Ur-Oldtimern die Herzen zu. In Liegau-Augustusbad empfing man die HundertjĂ€hrigen standesgemĂ€ĂŸ mit einem Fest zum 100. Geburtstag der ersten Bushaltestelle. In Weinböhla standen hunderte Menschen Spalier an der Straße vor dem 1901 erbauten Zentralgasthof und bejubelten die historischen Fahrzeuge. Der örtliche Fahrradverein hatte spontan seine zweirĂ€drigen Oldtimer wie Draisine, HochrĂ€der und HolzrĂ€der zu Schaufahrten auf die Straße gebracht.
Einer der Höhepunkte war auch der Besuch bei Schloss Moritzburg. Die barocke Schloßanlage, wo einst adeligen Familien ihr Zuhause hatten, war schon mehrfach Filmkulisse gewesen und ist auch heute immer wieder Schauplatz fĂŒr Kulturveranstaltungen – wie nun bei der Saxonia 100. Wie schnell die Entwicklung des Automobils in der FrĂŒhzeit voran gegangenen war, konnte man deutlich erkennen beim Vergleich der um 1900 gebauten – noch kutschenartigen Fahrzeuge und beispielsweise dem rund zehn Jahre spĂ€teren Audi Alpensieger Tourenwagen von 1914 oder dem Mercedes Simplex von 1906.
Der Ă€lteste Cadillac Europas von 1903 begeisterte die Zuschauer ebenso, wie die in ThĂŒringen gebauten Piccolo Kleinwagen von 1907. Ein Wanderer Puppchen, ab 1912 in Chemnitz gebaut, war seinerzeit der Traum jedes jungen Mannes.
In Meißen, international berĂŒhmt durch die Herstellung des Meißner Porzellans, rollte der Konvoi unter der Albrechtsburg vorbei, zurĂŒck Richtung Dresden.

 

 

 

 

 

 

Überall wurden die Besucher herzlich empfangen auch im Wein- und Gartenbauort Altkötzschenbroda, mit seinen eng zusammenstehenden ehemaligen BauernhĂ€usern. „Großer Bahnhof„ hieß es fĂŒr die Oldtimer schließlich in Radebeul bei der historischen Dampfeisenbahn von 1906. Beim Bahnsteig am GĂŒterboden fĂŒhlte man sich zurĂŒck versetzt ins vergangene Jahrhundert. Die Schmalspurbahn Radebeul Ost, auch LĂ¶ĂŸnitzgrundbahn genannt – gilt einschließlich ihrer Gleisanlagen als Kulturdenkmal. Einmal im Jahr – wĂ€hrend des Karl-May-Festes – der ĂŒbrigens in Radebeul beheimatet war – werden die Dampflocks als „Santa Fe Express“ von Indianern ĂŒberfallen und Mitreisende wie auch das historisch gekleidete Personal von Cowboys und Marshalls verteidigt.

Tausende von Zuschauern erwarteten die Saxonia 100 am Abend schließlich im Ziel. Über die AugustusbrĂŒcke, eine der vier Dresdner ElbebrĂŒcken, kamen die Oldtimer auf den Theaterplatz vor der Semperoper. Mit dabei auch der Hochradfahrer, der die ganze Strecke auf seinem rund 1,5 Meter hohen GefĂ€hrt bewĂ€ltigt hatte. Im Ziel wurden alle Teilnehmer vom Publikum wie Helden empfangen und auch Initiator Reinhardt Scholz zeigte sich zufrieden.

www.saxonia100.de