Pininfarina Aerodynamik-Historie unterm Hammer


Alberto Morelli war Professor an der Polytchnischen UniversitÀt Turin. Sein Interesse galt der Aerodynamik, die in den 1960er Jahren nicht nur im Flugzeugbau sondern auch im Automobildesign Anwendung fand.

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Eines der außergewöhnlichsten Objekte, ein Oldtimer namens Pininfarina X wird bei der kommenden Auktion von Barret Jackson (10.-18. Januar) Scottsdale, Arizona ohne Limit aufgerufen werden.
Der Luftwiderstandswert des Pininfarina X, Baujahr 1960, war mit 0,20 besser, als der des Tatra T77 und beinahe so gut wie der des GM EV1. Dennoch wurde das Fahrzeug nie in Serie gebaut, obwohl sich Batista Farina bereits bei der PrĂ€sentation auf dem Turiner Automobilsalon im November 1960 und in BrĂŒssel im Jahr 1961 um das Interesse vieler Automobilhersteller bemĂŒhte und den X anbot.

 

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Das Layout der tiefliegenden Familien-Limousine wurde einem Diamant nachempfunden. Die Spitze verbreiterte sich in der Mitte, um am Ende wieder schmaler zuzulaufen. Das Vorderrad diente der Lenkung, die beiden mittleren RĂ€der der Stabilisierung und das vierte Rad am Ende des Fahrzeugs um es anzutreiben. Eingebaut wurde ein 43hp, 1.089cc Vierzylindermotor, ein Vierganggetriebe eines Fiat 1100. Die KraftĂŒbertragung mittels GummibĂ€nder erfolgte ĂŒber eine V-förmige Antriebsvorrichtung, die schrĂ€g hinter den beiden MittelrĂ€dern saß. Den Flossen am Heck wird heute die aerodynamische Stilrichtung abgesprochen, da man davon ausging, dass sie zur weiteren Stabilisierung des Wagens notwendig waren.

 

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Pininfarina hatte das Model X ausgiebig getestet und sogar rund 145 km/h erreicht. Damit war der X deutlich schneller, als ein normaler Fiat 110. Trotz des Mißerfolges war Farina von der Aerodynamik in den Bann gezogen und ging abermals auf Professor Morelli zu mit dem Wunsch, ein zweitĂŒriges Fahrzeug zu designen, das aerodynamisch war, aber auf einem normalen Rechteck-RĂ€der-Prinzip aufgebaut war. Der Wagen, der erstmals in Turin 1961 gezeigt wurde, basierte auf einem Fiat 600 und war mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,27 zwar nicht ganz so gut wie der VorgĂ€nger X, aber immerhin besser als so ziemlich jedes andere Auto das seinerzeit auf der Straße war.

 

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Der Prototyp X, blieb im Besitz von Pininfarina bis 2007. Das Pininfarina Museum verkaufte das unrestaurierte Auto. Rund drei jahre spĂ€ter tauchte es beim SammlerautohĂ€ndler Aero Toy Store in Fort Lauderdale, Florida, auf. ZunĂ€chst wurde es fĂŒr 1.350.000 Dollar angeboten, spĂ€ter kletterte der Wunschbetrag auf 3.000.000 Dollar. Jetzt wird dieses StĂŒck Automobilgeschichte ohne Limit versteigert werden.

 

www.Barrett-Jackson.com.