Fünf Generationen – Camaro Chevrolet blickt zurück


Anlass für den Rückblick des Camaro ist das letzte Jahr der fünften Generation. Chevrolet bat fünf Designer aus ihrem Blick zu erklären, was zur Bildung der Marke beigetragen hat.

1969 Chevrolet Camaro Z28 Sport Coupe

Warum wurde der Camaro zur Stil-Legende? „Der Camaro hat immer Design-trends und kulturelle Wandlungen mit aufgegriffen und er war zu jederzeit der erreichbare, zugängliche Sportwagen mit einem Gefühl für Freude, die sich in seinem Styling ausdrückte“, fasste Ed Welburn, der VizePräsident Internationales Design von General Motors zusammen. „In den vergangenen 48 Jahren und 5 Generationen hat so der Camaro seine Enthusiasten gefunden und eine emotionale Verbindung geschaffen.“

Die erste Generation 1967 – 1969
Design-Analyse durch: Ed Welburn, Vize Präs. GM Global Design
Besitzer eines Camaro Baujahr 1969

„Der Camaro war nicht gedacht als Design-Erfolg, denn er basierte auf einer existierenden Architektur und war ein Schnellschuß Richtung Baby Boomer Kunden“, erklärt Welburn. „Dennoch: der erste Camaro ist ausgestattet mit puren, klaren Linien, klassischen Proportionen so dass er auf ewig als eines der schönsten Fahrzeuge seiner Zeit gelten wird. Es war sehr schlank und muskulös, mit vergleichsweise wenig Attributen eines Hochleistungsmodells. Das war ein Gegensatz zu einigen anderen Konkurrenten der Muscle-Car-Ära. Es ist auch ein Beitrag dazu, weshalb die errste Generation des Camaro eine so schöne, zeitlose Optik hat.“
Welburns Design Analyse:
• Es wurde alles unternommen, damit der Wagen größer, schlanker und muskulöser aussah.
• Die charakteristischen Linien oberhalb der Radführungen gaben dem Wagen die Aura von Geschwindigkeit.
• Die hinteren Kotflügel wurden herausgezogen, damit das Auto breiter und muskulöser erschien
• Der doppelte Grill zog die Aufmerksamkeit auf die Front und wurde zum Markenzeichen von Camaro
• Breite Rücklichter, sie Bleche dazwischen in Wagenfarbe lackiert ließen das Rückteil breiter erscheinen
• Simulierte Luftgitter vor den hinteren Kotflügeln verpassten weitere Akzente waren besondere Styling-Elemente des 1969er Camaro
• Der Schriftzug „cowl induction“ wies auf die Kraft hin: vom Small Block V-8 bis zum hochdrehenden BIG-Block V-8.

 

 

 

 

 

Die zweite Camaro Generation 1970 bis 1981
Design-Analyse durch: Ken Parkinson, Dir. Design Chevrolet Trucks & Global Architecture
Besitzer eines Camaro 1968

„Ich habe den 86er Camaro immer geliebt, aber aus irgendeinem Grund begann ich den 2. Generation-Wagen während meiner Highschoolzeit zu zeichnen“, erinnert sich Ken Parkinson. „Es war eine radikale Abkehr von der ersten Generation. Zum ersten Mal wurde der Camaro auf einer eigens für ihn designten Grundlage aufgebaut. Das gab dem Designteam viele Freiheiten und heraus kam der kraftvolle Ausdruck eines US-Musclecars, beeinflußt von der Ästhetik eines europäischen Grand Touring Wagens. Etwas Vergleichbares gab es einfach nicht.“
Die zweite Generation der Camaros entwickelte sich auch während der 12jährigen Bauzeit weiter – beispielsweise gab es später weiche Blenden in Wagenfarbe und ein umlaufendes Heckfenster. Bei seiner Designanalyse konzentriert sich Ken Parkinson allerdings auf die frühen Varianten:

• Die starke horizontale Falte entlang der Länge der Fahrzeugseitenlinie schafft starke Spannung und deutet eine Vorwärtsbewegung des Körpers an
• Durch das Freilegen der Reifen erscheint der Wagen stark und sprungkräftig
• Der kühne Split-Stoßfänger der RS-Modelle war ein Markenzeichen, das dem Auto ein aggressives und modernes Design gab und die wohl größte Front eines Auto
• Unter der großen Haube ließ man den V-8 Motor spielen
• Die Dramaturgie entsteht durch die Verlagerung des oberen Designteils nach hinten
• Das Segel-Panel ist auf den ersten Blick eine einfache Aussage, aber bei näherem Hinsehen ist auch eine hoch entwickelte komplexe Form, die in die hintere Seiten des Autos fließt.
• Die typische Chevrolet-Signatur mit den Doppelrücklichter ist einfach und schön.

Die dritte Camaro Genertation 1982 – 1992
Design-Analyse durch: John Cafaro, Dir. Chevrolet Global Car Design
Ex-Besitzer eines 3. Generation Camaro ‚1LE‘ Rennwagens

„Die dritte Camaro Generation wird immer ein Kultwagend er 80er Jahre bleiben, die den Hightech-Trend von damals wiederspiegelt“, sagt Cafaro. „Der Camaro entwickelte sich in dieser zeit auch weiter in einen ernstzunehmenden Sportwagen und dafür wurde eigens ein Chassis System entwickelt. Die dritte Generation stellte einen deutlichen Bruch mit der früheren Generationen dar, die zweifellos von den europäischen Grand Touring Autos beeinflusst wurden“, so Cafaro. „Jetzt wurde daraus ein einzigartiges amerikanisches Design und seine aggressive Front war für manchen schon fast zu aggressiv.“ Aber den Kunden und der Presse gefiel das. Die Verkäufe nahmen um 50% zu im Jahr 1982 und der Camaro Z28 wurde 1982 zum Trendwagen des Jahres gewählt.

• Die quadratischen Scheinwerfer unterstrichen das aggressive Design der Front
• Ein Fließheck gehörte zum guten Ton in den 1980er Jahren und die Beleuchtung im gebogenem Glas des Camaro war eine technologische Errungenschaft in seiner Zeit
• Die Bodengruppe des Z28 wurden von Formel-1-Rennwagen inspirierte – ein Styling Trend, der in den 1980er Jahre State oft he Art beim Automobildesign werden würde
• Linear Fünfspeichenräder perfektionierten die Fahrzeugpropoertionen
• Die charakteristische scharfe karosserieseitigen Falte war Teil der Camaro DNA und teilte die oberen und unteren Abschnitte Körpers
• Große, mehrfarbigen Rückleuchten machten auf das Heck aufmerksam und entsprachen dem Hightech-Trend der Ära

Die vierte Generation 1993 – 2002
Design-Analyse durch: Kirk Bennion, Chevrolet Camaro Exterior Designer
Besitzer eines 1993 Camaro Z28

„Mehr als 20 Jahre nach seinem Debut sah der Camaro immer noch attraktiv aus“, so Bennion. „Das provokante Design und die größere Aerodynamik waren typisch – auch wenn die Formsprache komplett neu war für Camaro. Wichtig war eine tiefe Front. Das funktionierte auch durch das hohe Ende und den Spoiler. Bennion wählte die sportliche Optik des leistungsfähigeren 1996 Camaro SS, um die besten Attribute der Generation hervorzuheben:

• Vier Mini Halogen-Frontlampen, um die tiefe Front zu verdeutlichen
• Radikal war die 68 Grad schräge Frontscheibe
• Schlanke Seiten
• Die schwarz gehaltenen oberen Teile des Z28 und des SS betonten noch einmal die glatte Linie
• Aus dem Windkanal stammt der integrierte, umlaufende Heckflügel

Die fünfte Generation Camaro 2010 bis 2015
Design-Analyse durch: Tom Peters, Chevrolet Camaro Exterior Design Direktor
Besitzer eines Camaro Baujahr 1969

Zwar war die Ikone Camaro 1969 die Inspiration für den 5.-Generation Camaro, aber das Design musste zukunftsweisend für das 21. Jahrhundert werden. Also destillierten wir quasi die zeitlosen Designelemente und transferierten sie in die heute Zeit. Eine Herausforderung“, so Peters.
Peters Analyse fokusiert den 2010 Camaro SS.

• Alles dreht sich um Proportionen und Form
• Der Doppelgrill an der Front ist eine Erinnerung an die Gene und ein sportlicher Faktor
• Die starke seitliche Linie ist ein großartiges Designbeispiel, das sich durch alle Generationen fortgesetzt hat, ebenso die Kotflügel-Kiemen und die Zwei-Elemente Rückleuchten.