JubilĂ€um – Stirling Moss siegt mit Mercedes 300 SLR 1955 bei der Mille Miglia


Basierend auf dem legendĂ€ren FlĂŒgeltĂŒrer 300 SL, wurde 1955 der Sport-Leicht-Rennwagen 300 SLR bei Mercedes gebaut. Der damals revolutionĂ€re Mercedes 300 SLR gilt als Meilenstein im Motorsport und der Renngeschichte der Mercedes Silberpfeile.

Sehen Sie hier das Video ĂŒber den Mercedes 300SLR mit dem Sterling Moss 1955 die Mille Miglia gewann.

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Man ĂŒbernahm die Idee des 300 SL, einen Gitterrahmen zu konstruieren, der aus einem Fachwerk von Röhren mit einem Durchmesser von 25 Millimeterm bei 1 Millimeter WandstĂ€rke vor allem im Bereich der tief angesiedelten Flanken und stĂ€rkeren Verstrebungen im Umfeld der AufhĂ€ngung gebaut ist.
Das Fahrwerk besteht aus Doppelten Querlenkern vorne und einer Schwingachse hinten.

Der offene 2 Sitzer hatte einen ĂŒberaus kraftvollen 8-Zylinder-Reihen-Motor. Er bestand aus zwei 4-Zylinder Blöcken, die zusammengesetzt worden waren. Die KraftĂŒbertragung erfolgte aus der Mitte dieser beiden Blöcke, um ein eventuelles Verwinden einer zu langen Kurbelwelle zu vermeiden. Zur Minimierung der Reibung liefen die Kolben in verchromten Zylinderbuchsen und alle Wellen waren rollengelagert.

Das Getriebe ist hervorragend synchronisiert und die Getriebschaltung sehr ausgereift. Der erste Gang ist normal einzulegen. Bei dem Schalten in den 2.Gang schiebt sich eine Sperre vor den 4 und 5. Gang. Erst wenn der 3. Gang eingelegt wird, öffnet sich die Sperre zu dem 5. Gang. So ist versehentliches Verschalten ausgeschlossen.

Schon das StartgerĂ€usch des Motors eines 300 SLR war beeindruckend und ließ ahnen, welche Power unter der Motorhaube steckte.

Der legendÀrste Einsatz des neuen Silberpfeils Mercedes 300 SLR war auf der Mille Miglia am 1. Mai 1955. Am Start war Stirling Moss mit seinem Beifahrer Dennis Jenkinson mit der Startnummer 722 .

 

 

 

 

 

Dieses Langstreckenrennen ĂŒber 1600 km ging als schnellste Mille Miglia aller Zeiten in die Annalen des Motor-Rennsports ein. Stirling Moss schaffte ein Stundenmittel von 156,3 km pro Stunde und setzte mit 10 Stunden, 7 Minuten und 48 Sekunden den Mille Miglia Rekord. Das bringt im unter anderem jetzt, 54 Jahre spĂ€ter, die Ehre als Namensgeber eines Automodells ein.

Stirling Moss fuhr selbst die schwierige Strecke auf dem Futapass, fĂŒr die heute eine GeschwindigkeitsbeschrĂ€nkung von teilweise 30 km gilt, mit einem Durchschnittstempo von 120.

In Le Mans machten die Mercedes 300 SLR vorerst noch einmal Furrore. AusgeklĂŒgelte Bremssysteme machten die 300er SLR in Le Mans 1955 einzigartig. Über 4Knöpfe konnten einzelne Öltropfen in die Bremstrommeln gespritzt werden, wasdas Blockieren der Bremsen verhinderte und um den Wagen schneller abbremsen zu können ohne Motorkraft zu verlieren, konnte ĂŒber einen Hebel ein Schild am Heck als Luftbremse hochgeklappt werden.

Dennoch, das Ende der erfolgreichen Ära der legendĂ€ren Silberpfeile kam mit dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans am 11.06.1955, mit dem wohl tragischste Motorsportunfall der Geschichte.

Durch rĂŒcksichtsloses Verhalten des englischen Jaguar-Fahrers Mike Hawthorn stieß der französische Mercedes-Fahrer Pierre Levegh mit einem anderen Rennwagen zusammen und wurde in die Zuschauer geschleudert. 82 Menschen kamen ums Leben. Aus SolidaritĂ€t mit den Opfern nahm Mercedes die verbleibenden 300 SLR aus dem Rennen und zog sich vorerst aus dem Rennsport zurĂŒck.

Eine andere Besonderheit gibt es im Innenraum des limitierten neuen Mercedes SLR Stirling Moss, von dem nur eine limitierte StĂŒckzahl produziert wird: ein AluminiumtĂ€felchen mit der Signatur von Rennfahrerlegende Stirling Moss.

Technische Daten des Original-Fahrzeugs:
8-Zylinder Reihenmotor (Einbauwinkel 33° nach rechts geneigt)
Bohrung x Hub : 78 x 78 mm
Gesamthubraum: 2982 cmÂł
Leistung: 310 PS bei 7500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: ca. 300 km/h
Benzin-Direkteinspritzung
Gitterrohrrahmen
GesamtlÀnge: 4215 mm
Radstand: 2370 mm
Spurweite vorne: 1330 mm
Spurweite hinten: 1380 mm
Fahrwerk: EinzelradaufhÀngung an Dreiecksquerlenkern vorne und hinten Eingelenk-Pendelachse
LĂ€ngsliegende Drehstabfederung mit hydraulischen StoßdĂ€mpfern.
Leergewicht: 880 kg