Die RĂŒgenclassics mit chinesischen Teams in VW Oldtimern


90 Oldtimer, eine kulturell reiche Insel und internationales Flair. Aus diesem Stoff war die „RĂŒgenclassics 2015“.

Vintage cars of Volkswagen are pictured on friday (15.05.2015) during Ruegenclassics in Binz on Ruegen (Germany). Photo: Friso Gentsch/Volkswagen

Vintage cars of Volkswagen are pictured on friday (15.05.2015) during Ruegenclassics in Binz on Ruegen (Germany). Photo: Friso Gentsch/Volkswagen

TEXT: Tim Westermann

Erstmals traten bei dieser Veranstaltung auch chinesische Teams an. Volkswagen Classic stellte drei Klassiker aus seiner Sammlung in Wolfsburg und Hannover zur VerfĂŒgung, um sechs Teilnehmer aus dem Reich der Mitte Rallye-Feeling zu vermitteln.
Wie Li pilotierte einen VW Typ 147 („Fridolin“) und zeigte sich begeistert: „Die Landschaft hier auf RĂŒgen ist wirklich malerisch. Deutschland ist ja fast nur durch Bilder aus Bayern bekannt. Eine völlig neue Erfahrung.“ Im Polo von 1977 starteten Fan Lu und Yuanto Jia. Hao Luo startete mit Beifahrer Dominic Lyncker im T 2 Camper. Gerade auf einer Insel wie RĂŒgen passt ein Camping-Bus ins Bild. Was Luo, genauso wie seine Landsleute, aber am meisten beeindruckte, war die saubere Luft. In China herrschen selten VerhĂ€ltnisse von klarem Himmel und weitgehend staubfreier Luft. BlĂŒhende Rapsfelder soweit das Auge reicht sind ebenfalls eher selten im Reich der Mitte.

Vom Flair her ist die RĂŒgenclassics zwar etwas entfernt von den ĂŒblichen Oldtimer-Ausfahrten – hier wird weniger auf GleichmĂ€ĂŸigkeit und Zeiten geachtet. Vielmehr sind es RĂ€tselfragen im Stil einer Quiz-Sendung, die es zu beantworten gilt. Die Mannschaft von Volkswagen hatte dabei das zusĂ€tzliche Handicap die deutsche Sprache ins Englische und auch mit HĂ€nden und FĂŒĂŸen ins Chinesische zu ĂŒbersetzen. Doch es hat geklappt. Am Ende landeten alle eingesetzten Autos unter den Top 25.

 

 

 

 

 

 

Und dass fast alle Fahrzeuge des Teilnehmerfeldes die Ziellinie ĂŒberquerten, ist auch der Service-Mannschaft von Volkswagen Classic zu verdanken. Michael Winkler und seine Crew reparierten nĂ€mlich nicht nur Konzern-Modelle. Vom englischen Oldtimer bis hin zum Mercedes brachte die Mannschaft alles Liegengebliebene wieder auf Fahrt. DafĂŒr belohnte der Veranstalter die Mannschaft auch mit einem Sonderpreis. Das Service-Fahrzeug war auf RĂŒgen in aller Munde, wie auch der Fridolin der an den vier Tagen zum Liebling der Massen avancierte.

Als prominenter Vertreter agierte Egon MĂŒller. Der ehemalige Speedway-Superstar – heute ist er 69 Jahre alt – moderierte als Streckensprecher die Veranstaltung. Außerdem startete er einen Weltrekordversuch mit seinem Motorrad. Er wollte möglichst schnell aus dem Stand auf Tempo 200 beschleunigen. Zum Rekord fehlten am Ende lediglich zwei Zehntel Sekunden.