Ein Klassiker & viele junge Freunde


Das Internationale Mini Meeting (IMM) hat dieses Jahr ĂŒber 800 Fans mit 500 Classic Minis in das von malerischen Seen umgebene Örtchen Zarasai im Nordosten Litauens gezogen.

Mini aus NT 2015_1

Gastgeber des Treffens der kleinen liebenswerten Autos unweit der lettischen und weißrussischen Grenze ist der Mini People Club Lithuania.

Betritt man das GelĂ€nde der im Zarasas-See gelegenen kleinen Insel, gleicht die AtmosphĂ€re der eines Musikfestivals: eine BĂŒhne, blaue Plastik-WC-HĂ€uschen und bierselige Menschen, die auf CampingstĂŒhlen vor ihren Zelten sitzen – wĂ€ren da nicht die vielen Ur-Minis in allen Farben, Formen und Altersklassen. Zwar haben sich auch eine paar neue Minis dazwischen geschmuggelt, die ihren kleinen Vorfahren aber nicht die Aufmerksamkeit stehlen können. Mini-Begeisterte von 130 Mini-Clubs aus ganz Europa sind angereist, um sich ein Wochenende lang mit Gleichgesinnten auszutauschen, gĂŒnstige Teile zu erstehen und an lustigen Wettbewerben, Slalomfahrten und einer kleinen Abenteuerrallye teilzunehmen.
Die Flying Finns, der Mini-Club aus Finnland, ist bereits zum achten Mal bei einem Mini-Treffen dabei und mit etwa vierzig Autos aus Helsinki angereist. Ihrer Stimmung nach zu urteilen, sind sie vor allem hier, um Bier zu trinken und Rockmusik zu hören, wobei der Wikingerhut in den finnischen Nationalfarben nicht fehlen darf.
Auch aus dem sĂŒddeutschen Raum sind Mini-Fans vertreten, unter anderem ist Anja mit ihrem violetten Mini, Baujahr 1978, mit Freunden aus Bissingen an der Teck angereist. Die Reiseroute fĂŒhrte sie nach Kiel und von dort mit der FĂ€hre ĂŒber die Ostsee zum litauischen Hafenort Klaipėda. Die letzten 370 Kilometer nach Zarasai wurden dann wieder auf dem Landweg in Angriff genommen.

 

 

 


Mit einer Wolseley Hornet, einem luxuriösen Stufenheck-Mini, in diesem Fall aus dem Jahre 1968, ist Alastair Smith aus London angereist. Er war bereits auf Mini-Treffen in Italien, Ungarn und Deutschland und ist einer der wenigen Teilnehmer, die den Großteil der Strecke auf der Straße zurĂŒckgelegt haben. Bis auf die FĂ€hrverbindung Dover-DĂŒnkirchen sei er den ganzen Weg von London nach Zarasai selbst gefahren, erzĂ€hlt er stolz.
Der Mini-Club aus DĂ€nemark ist in diesem Jahr mit fĂŒnf Autos vertreten. Der ganze Stolz der DĂ€nen ist Johns Mayfair, den er 2001 aus Deutschland importiert hat. Seitdem hat er nicht mehr aufgehört, an dessen Motor herumzuschrauben und ihn Schlauch fĂŒr Schlauch und Schraube um Schraube zu verwandeln. John hat bunte SchlĂ€uche angebracht, den Motorblock in mehreren Farben gestrichen und das Ganze mit Aufklebern und SchriftzĂŒgen dekoriert. Auf die Frage, wann die Umwandlung des Motors denn wohl abgeschlossen sei, antwortet John wie aus der Pistole geschossen: „Nicht vor meinem Tod.“
Auch Rallyeprofessor und Mini-Urgestein Rauno Aaltonen ist extra aus Finnland angereist, um dem Treffen beizuwohnen. Geduldig gibt der Sieger der Rallye Monte Carlo 1967 seinen Fans Autogramme und hat fĂŒr jeden ein paar Tipps und Tricks fĂŒrs Fahren und Schrauben parat. Im nĂ€chsten Jahr findet das IMM voraussichtlich in Belgien statt, wodurch die Anreise fĂŒr die meisten Teilnehmer wieder etwas kĂŒrzer wird.

Text & Fotos: Dana Sinaida Ersing