Jubiläum – 80 Jahre Großglockner Hochalpenstraße


Im Transitverkehr spielte die Großglockner-Hochalpenstraße nie die erste Geige. Aber landschaftlich zählt Österreichs höchstgelegene Straße, die durch den Nationalpark Hohe Tauern auf 2500m führt, zu den schönsten Straßen überhaupt.

Sternfahrt und Oldtimer-Segnung Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG) "80 Jahre Großglockner-Hochalpenstraße" Foto: Neumayr/MMV 9.8.2015

Sternfahrt und Oldtimer-Segnung Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG)
„80 Jahre Großglockner-Hochalpenstraße“ Foto: Neumayr/MMV 9.8.2015

Jetzt feierte die Erlebnisstraße ihren 80. Geburtstag. Was für bis zu 1 Million Menschen jedes Jahr ein wahrer Hochgenuß mit atemberaubenden Ausblicken auf schneebedeckte Gipfel ist, erlebten die Teilnehmer der Oldtimer-Sternfahrt der Kärntner und Salzburger Motor Veteranen am vergangenen Wochenende. Sie trafen sich bei der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (2.369m), wo der Festakt anlässlich des 80. Geburtstags der Großglockner Hochalpenstraße stattfand. Zugleich feierte man die rechtskräftige Unterschutzstellung der Großglockner Hochalpenstraße nach Denkmalschutzgesetz bei der Oldtimer-Segnung auf der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe.
Als in den 1930er Jahren die Großglockner Hochalpenstraße, die die Bundesländer Salzburg und Kärnten miteinander verbindet, gebaut wurde, rechnete man mit maximal 120.000 Besuchern jährlich. Ursprünglich war die Straße eine Schotterpiste. Sie war einspurig und die Ausweichstellen lagen in Sichtweite. Man hatte darauf geachtet, dass die Steigung nirgendwo mehr als 12 Prozent betrug. Mitt der 1950er Jahre wurde dann asphaltiert und verbreitert. Alle zwei Kilometer gab es Wasserstellen und insgesamt sechs Tankstellen deren Benzinpumpen von Hand betätigt wurden.
Viele der 180 Teilnehmer der Jubiläums-Oldtimersternfahrt aus Kärnten und Salz-burg hatten schon eine über 200 Kilometer lange Strecke hinter sich, als sie am Treffpunkt dem Glocknerhaus-Parkplatz eintrafen. Die Clubmitglieder der Kärntner und Salzburger Motor Veteranen sammelten sich zur gemeinsamen Auffahrt auf die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, allen voran die beiden Präsidenten Gerhard Setschnagg (KMVC-Kärntner-Motor-Veteranen-Club) und Gerhard Feichtinger (Salzburger-Motor-Veteranen-Club). Ein besonderer Teilnehmer der Sternfahrt war der Post-Panoramabus von GRAF & STIFT, Baujahr 1950, der speziell für den Verkehr auf der Großglockner Hochalpen-straße gebaut wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kam. Hervorzuheben ist auch der VW Käfer, der von Anfang an ein oft gesehener Gast auf der Großglockner Hochalpenstraße war. Er war das erste Auto mit einem luftgekühlten System und somit optimal für Bergfahrten ausgerüstet. Zum ersten Mal wurde er auf der Großglockner Hochalpenstraße beim Glockner Bergpreis im Jahr 1938 präsentiert und zwar von seinem Konstrukteur Ferdinand Porsche.

 

 

 

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Zu den Festrednern zählten die Anrainerbürgermeister Josef Schachner (Heiligenblut am Großglockner), Bürgermeister Hannes Schernthaner (Fusch an der Großglocknerstraße) LH-Stv.in Gaby Schaunig, Klubobmann LAbg. Ferdinand Hueter (Klagenfurt), Gerhard Setschnagg (Präsident KMVC-Kärntner-Motor-Veteranen-Club) und Gerhard Feichtinger (Präsident MVCS-Motor-Veteranen-Club-Salzburg). Die Segnung der Oldtimer und Jubiläumsplaketten wurde von Pfarrer Zoltán Papp (Pfarre Gmünd) durchgeführt.
Bürgermeister Josef Schachner (Heiligenblut) begrüßte als Hausherr die Gäste aus Kärnten und Salzburg und betont die enorme Bedeutung der Großglockner Hochal-penstraßen AG (GROHAG) als modernes, österreichisches, freizeittouristisches Erlebnisstraßen-Unternehmen. Seit 3. August 2015 stehe die Straße nun unter Denkmalschutz. Als anerkannter Monumentalbau österreichischer Ingenieurskunst ist die Großglockner Hochalpenstraße Symbolbild für die außerordentliche Leistungsfähigkeit Österreichs in „schwierigen Zeiten“ und „Visitenkarte“ der Republik. Die Großglockner Hochalpenstraße ist auch nationales Kulturgut von internationaler Bedeutung, „Sehschule der Natur“ und repräsentiert das „Alpine Österreich“.
Das Bundesdenkmalamt schreibt an die GROHAG bereits im Jahr 2012:
“ … Wie damals schon festgehalten, ist die Großglockner Hochalpenstraße aufgrund ihrer in die Landschaft und den hochalpinen Bereich des Großglockners ´komponierten´ Anlage und aufgrund ihrer diesbezüglichen Einmaligkeit zweifellos insgesamt als Weltkulturerbe zu werten.“
Bürgermeister Hannes Schernthaner (Fusch) betonte die historische Bedeutung der Großglockner Hochalpenstraße als wichtigen Auftrag- und Arbeitgeber in den Regionen der Hohen Tauern seit Baubeginn im August 1930 und einer der bedeutendsten Ausflugsziele seit der Eröffnung am 3. August 1935.
LAbg. Ferdinand Hueter (iVv Tourismuslandesrat Christian Benger) dazu: „Der Schritt Richtung Welterbe war richtig und ist jetzt gerade auch für Kärnten ein beson-ders wichtiges und positives Signal; darum hat unser Landesrat für Tourismus und Kultur, Christian Benger, gemeinsam mit Landeshauptmann Peter Kaiser die Unterstützungserklärung abgegeben hier mit voller Kraft an der Umsetzung mitzuarbeiten. Wir werden voraussichtlich schon nächstes Jahr die Dossiers in Paris bei der UNESCO abgeben können!“
Schlussakt und zugleich Höhepunkt der Veranstaltung war die Segnung der Oldtimer- und Jubiläumsplaketten durch Pfarrer Zoltán Papp. In seiner kurzen Predigt würdigte er die Bedeutung der Großglockner Hochalpenstraße und die Kraft der Ar-beiter („GROHAGgler“) während der Bauphase, die mit einfachem Gerät und oft unter Einsatz ihres Lebens Großes leisteten. In einer Schweigeminute gedachte man der tödlich Verletzten aus Bau und Betrieb und bat um Gottes Segen.