Edelweiß Bergpreis am Roßfeld


Der Wind wehte scharf in Berchtesgaden. Doch tolle Fahrzeuge, lachende Gesichter und zufriedene Menschen erfreuten nicht nur Joachim Althammer, den rührigen Initiator des Edelweiß Bergpreises am Roßfeld.

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Dort, wo in den 1960er- und 1970er-Jahre die legendären Berg-Europameisterschaftsläufe (meist nur „Roßfeldrennen“ genannt) stattfanden, freuten sich rund 8.000 zahlende Zuschauer über 140 der schönsten und seltensten historischen Rennfahrzeuge. In sechs Demonstrationsläufen über die sechs Kilometer lange Strecke demonstrierten sie auf der Roßfeld-Panoramastraße historischen Motorsport. Walter Röhrl, seines Zeichens Botschafter des Roßfeldrennen, war mit seinem Porsche 911 „San Remo“ der Publikumsliebling. Die Netto-Einnahmen der Veranstaltung sowie alle Spenden gehen auch in diesem Jahr an eine Behinderteneinrichtung im Berchtesgadener Land.

Exakt 42 Jahre, nachdem im Jahr 1973 der letzte Lauf zur Berg-Europameisterschaft auf dem Roßfeld zu Ende gegangen war, kehrten zahlreiche Rennsport-Legenden von damals am letzten September-Wochenende an die Stelle ihrer Triumphe zurück. „Wenngleich das Wetter in diesem Jahr nicht ganz so perfekt war wie 2014, war die Resonanz der Teilnehmer und Besucher noch überwältigender“, zieht der Initiator der Veranstaltung Joachim Althammer eine rundum positive Bilanz. „Die Zuschauer waren von der Vielfalt der Fahrzeuge restlos begeistert, auch die Teilnehmer haben sich während der drei Tage in Berchtesgaden rundum wohl gefühlt und wollen alle wiederkommen. Es freut mich auch, dass wir den geplanten Ablauf und den Zeitplan auf die Minute genau und ohne Zwischenfälle durchgebracht haben. Der eigentliche Zweck des Ganzen besteht aber darin, die Lebenshilfe Berchtesgaden finanziell zu unterstützen. Nicht zuletzt durch die großzügigen Spenden kann Menschen mit geistiger Behinderung im Landkreis Berchtesgaden geholfen werden.“

Der Startschuss zur dritten Neuauflage erfolgte bereits am Freitag, als sich die rund 140 Teilnehmer aus dem In- und Ausland in der Fußgängerzone von Berchtesgaden ein Stelldichein gaben. Ab 12.00 Uhr ging es am Weihnachtsschützenplatz hoch her, als die Boliden aus einem knappen Jahrhundert Motorsport-Geschichte von den begeisterten Zuschauern sowie den Sprechern Hannes Mayerl und Siegfried Schlüter herzlich empfangen wurden.

So richtig los ging es dann Samstag und Sonntag am Roßfeld: Je drei Demonstrationsläufe der 140 Klassiker aus neun Jahrzehnten sorgte bei den Zuschauern immer wieder für Szenenapplaus. Liebling der angereisten Fans war einmal aufs Neue Doppel-Rallye-Weltmeister Walter Röhrl, der zwischen seinen Fahrten im originalen San Remo-Porsche 911 aus dem Jahr 1977 unzählige Autogrammwünsche erfüllte. Aber auch Harald Demuth, mit seinem DKW Hartmann Formel Junior aus 1961 zweifellos einer der lautesten Teilnehmer, sorgte wie Franz Ostermaier in seinem ohrenbetäubend lauten Schnitzer-BMW 2800 CS von 1970 für glänzende Augen bei Jung und Alt.

Wie schon im Vorjahr bewertete eine Jury die Geschichte der Fahrzeuge am Roßfeld sowie den optischen Eindruck der teilnehmenden Fahrer. Auch die Sympathie-Bekundungen der Zuschauer floß in diese Wertung ein. Gesamtsieger über alle Klassen wurde die Liechtensteiner Rennlegende Manfred Schurti in seinem Austro Vau Formel V von 1968. Platz zwei ging an Eberhard Mahle im Porsche 911 von 1967, Dritter wurde Harald Dietz auf Lancia Aprilia Zagato Spider, Baujahr 1938.

Ein Highlight für sich genommen waren die beiden Streckensprecher Siegfried Schlüter und Rainer Braun, die es vortrefflich verstanden, die Zuschauer und Teilnehmer mit ihren Doppelconférencen zu unterhalten. Neben den historischen Motorrädern avancierten wieder einmal die 24 Oldtimer-Busse zu den absoluten Publikumslieblingen. Jeder einzelne der liebevoll restaurierten Busse brachte die Zuschauer und Pressevertreter zu den besten Ausschau-Punkten entlang der Strecke sowie zum Zielgelände beim Ahornkaser. Der älteste Bus war ein Steyr 380 mit 23 Sitzplätzen, gefahren von Harald Ellmauer.
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