80 Jahre Wanderer W40


FĂŒr 4800 Reichsmark konnte man sich im Jahr 1936 eine Wanderer-Limousine leisten. Der Name Wanderer war fester Bestandteil der deutschen Automobilszene und stand fĂŒr QualitĂ€t und ZuverlĂ€ssigkeit.

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1936 war das Jahr, in dem Diktator Hitler die Olympischen Spiele in Berlin zu seiner BĂŒhne machte und in Amerika tanzten Fred Astaire und Ginger Rogers ĂŒber die LeinwĂ€nde der Filmcasinos.

Mehr als 27500 Wanderer Automobile, darunter der berĂŒhmte Wanderer PĂŒppchen waren bis zum Jahr 1935 produziert im sĂ€chsischen Chemnitz worden. Im Jahr 1936 sind es schon 50.000 Exemplare, die gefeiert werden. FĂŒr die neue Generation Wanderer W35 bis W50 war das neue Vollschwing-Achssystem vorgesehen, das bis November 1935 getestet wurde. In der Werbung hieß das „Das BĂŒgelweisen der Landstraße“, denn das neue Fahrgestell behob das Problem des Vorderachsflatterns, was zuletzt fĂŒr Probleme gesorgt hatte.
Die Verkaufsabteilungen verkauften nun offiziell Vollachsschwinger.

FĂŒr die Motorisierung wurde auf die bewĂ€hrten Sechs-Zylinder zurĂŒckgegriffen: der 1,7 Liter-Motor hatte 35 PS, der 2-Liter Motor wartete mit 40 PS auf und der 2,25 Liter Motor hatte 50 PS. Dementsprechend wurden die Typenbezeichnungen angepasst – so ist der hier gefilmte Wanderer, das Model W40 mit einem 40 PS Motor ausgerĂŒstet.

Die Karosserie fĂŒr die Limousinen wird aus Stuttgart von Reutter geliefert. Die eingesetzte Holz- und Stahl-Gemischtbauweise ermöglicht der Stuttgarter Firma grĂ¶ĂŸere StĂŒckzahlen zu produzieren.

Obwohl sich Ă€ußerlich nicht viel am Design geĂ€ndert hatte, im Vergleich zum 1935er Modell, fĂ€llt die aufklappbare Frontscheibe auf, der Streben des KĂŒhlers verlaufen nun prarallel und gleichen sich den Auto Union Partnern Audi und Horch an. Beim W40 fallen auch die torpedoförmigen Scheinwerfer auf.

Im Inneren des Fahrzeuges ist das Holzarmaturenbrett neu. In der Mitte sitzen auf einem Bakelit-Feld der Tacho und die Öldruck- und Kraftstoffanzeige. Die Handbremse ist jetzt links unten im Fußraum angebracht. Das Aussteigen auf der rechten Seite des Fahrzeuges sollte so vereinfacht werden und wurde auch als Verkaufsargument genutzt.

Bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges waren Wanderer die erfolgreichen Vertreter der automobilen Mittelklasse. Von der Limousine wurden 2868 StĂŒck gebaut. Er zĂ€hlt zu den Oldtimern, die man kaum mehr zu sehen bekommt.

 

 

Technische Daten

Wanderer W40 Limousine

Baujahr: 02/1936 bis 09/1937
Zylinder: 6
Hub: 85 mm
PS: 40
Verdichtung: 1:6,4
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/Stunde
KĂŒhlung: Wasser
Verbrauch: 14 Liter/100 km
Rahmen: Tiefrahmen, Kastenprofil
Achsen: EinzelradaufhÀngung: Schwingachsen
Federung: Blattfedern