Rallye & Regeln


Unmut gab es in der Schweiz ĂŒber rasende Oldtimerfahrer, die durch Dörfer heizten. Die Anwohner beschwerten sich und die Schweizer Polizei setzte im Kanton Thurgau (Nordostschweiz an den Bodensee grenzend) rund ein Viertel der teilnehmenden Oldtimer fest.

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Die Swiss Historic Vehicle Federation (SHVF) distanziert sich nun von derartigen, nicht bei der FIVA registrierten Rallyes.
„Die SHVF, Swiss Historic Vehicle Federation, der Dachverband der Schweizerischen Oldtimerclubs, bedauert diesen Vorfall aufs Äusserste und distanziert sich in aller Form von solchen Oldtimer-FahrerInnen und –Veranstaltungen. Leider wissen wir nur ĂŒber die bei der FIVA, FĂ©dĂ©ration Internationale des VĂ©hicules Anciens, registrierten Rallyes Bescheid und kennen deren Routen und Durchfahrtszeiten durch die Schweiz. Die Tulpen-Rallye ist nicht im sogenannten „FIVA Kalender“, in dem Sinne also eine „Wilde Rallye“. ‹‹FIVA Rallyes, die Grenzen passieren, sogenannte „Internationale (A) Events“, mĂŒssen zwingend einen FIVA Steward verpflichten. Dieser darf nicht aus dem gleichen Land stammen wie der Veranstalter. Der FIVA Steward ĂŒberwacht auch die Einhaltung der Verkehrsregeln. Die FIVA verfĂŒgt ĂŒber eine Events Commission. Diese ernennt die Stewarts, bildet sie aus und betreut sie. Nach jeder Rallye fĂŒllt der Steward einen Rapport aus. ‹‹Ob eine Rallye den strengen Kriterien der FIVA genĂŒgt, entscheidet der PrĂ€sident der Organisation, welche die FIVA im betreffenden Land vertritt. In der Schweiz ist dies eben die SHVF. Ihr PrĂ€sident, Lukas Oberholzer. ‹‹Besonders an Weekends organisieren Oldtimerclubs oder Veranstaltern Ausfahrten. Beanstandungen sind Ă€ußerst selten. Oldtimer sind gern gesehen, freuen andere Verkehrsteilnehmende, ZuschauerInnen und die Gastronomie. Wir finden es schade, dass durch einen solchen dummen Vorfall dieses freundliche Miteinander gefĂ€hrdet wird. Via die FIVA werden wir mit dem Veranstalter Kontakt aufnehmen und die uns ĂŒber 130 angeschlossenen Clubs ĂŒber den Vorfall informieren. Mit nochmals der Bitte, doch in jedem Fall die geltenden Verkehrsvorschriften peinlichst genau einzuhalten.“
Was können Veranstalter daraus lernen? Die Zeiten nicht knapp bemessen und den Mut zu haben, die Leidenschaft fĂŒrs historische Automobil ĂŒber finanzielle Interessen zu stellen. WĂŒrden auffĂ€llige Oldtimerfahrer fĂŒr kommende Rallyes gesperrt, wĂ€re es ein finanzieller Verlust fĂŒr den Veranstalter. Doch ist erst einmal der Bogen ĂŒberspannt und der Oldtimerfahrer als Exot, der sich alles herausnimmt abgestempelt, könnte es einer ganzen Branche schaden.