Rallye Wiesbaden – Skoda-Klassiker am Start


Skoda war bei der 33. Internationalen Oldtimer-Rallye Wiesbaden am vergangenen Wochenende nicht nur mit diversen Begleit- und Shuttlefahrzeugen am Start, sondern auch mit vier seltenen Klassikern.

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Zu ihnen gehört der 1101 „Tudor“ Roadster. Mit der intern Typ 938 genannten Baureihe begann vor 70 Jahren die NachkriegsĂ€ra der Marke.
Angetrieben wird das Modell von einem 32 PS starken wassergekĂŒhlten Vierzylinder mit 1,1 Litern Hubraum. Schnell bĂŒrgerte sich die Bezeichnung „Tudor“. Sie leitete sich aus dem englischen „two door“ ab, weil der Wagen zunĂ€chst ausschließlich als ZweitĂŒrer erhĂ€ltlich war. Die Produktion der Evolutionsstufe 1102 Typ 938 lief 1948 an. Er war vor allem fĂŒr das ExportgeschĂ€ft gedacht. Deshalb beeindruckte er mit besonders vielen Chromverzierungen und zeitgenössischen Komfortmerkmalen wie einer Lenkradschaltung. Skoda stellte zwischen 1946 und 1952 rund 67 000 Exemplare des 1101 und 1102 her.

Als zweites Fahrzeug setzte die Traditionsabteilung des deutschen Importeurs einen Superb 640 von 1935 bei der 450 Kilometer langen Oldtimer-Rallye rund um Wiesbaden ein. Er begrĂŒndete 1934 als Oberklasse-Spitzenmodell die Topbaureihe, die heute wieder den alten Namen trĂ€gt. Im Superb 640 leistet ein 2,5-Liter-Sechszylinder 55 PS. Der Motor leitet seine Kraft ĂŒber eine Kardanwelle im Zentralrohrrahmen an das Getriebe mit Differenzial vor der Hinterachse weiter – diese Transaxle-Bauweise zĂ€hlte bei Skoda zu den technischen Besonderheiten der 1930er-Jahre. Im Gegensatz zur vorherigen Leiterrahmentechnik war der gegabelte Rohrrahmen deutlich verwindungssteifer, was die Karosserie weniger beanspruchte. DarĂŒber hinaus kamen anstelle von Starrachsen vorn wie hinten damals fortschrittliche EinzelradaufhĂ€ngungen zum Einsatz. Lediglich rund 200 Exemplare dieses Modells verließen die Werkshallen.

Zwei weitere Fahrzeuge kamen von privaten Teams. So gehörte ein Skoda Popular Monte Carlo von 1938 zum Rallye-Tross. Als Hommage an den sensationellen zweiten Platz bei der Rallye Monte Carlo 1936 entstand dieses Topmodell der Baureihe. Heute zĂ€hlt es zu den seltenen Automobilen der Skoda-Historie: Zwischen 1936 und 1838 wurden nur rund 70 StĂŒck als Roadster oder Stromlinien-CoupĂ© gebaut.

Vom Skoda 120 S Rallye wurden lediglich rund 100 Fahrzeuge gebaut wurden. In Wiesbaden startet ein Fahrzeug mit 1165 Kubikzentimetern Hubraum und 84 PS. In den frĂŒhen 1970er-Jahren fuhr der 120 S Rallye unter anderem Klassensiege bei der Rallye-Welt- und Europameisterschaft ein. Um das FIA-Klassenlimit von 1,3 Litern möglichst gut auszunutzen, steigerte Skoda den Hubraum auf 1289 ccm. Damit leistete der 120 S Rallye 135 PS und legte den Grundstein fĂŒr den legendĂ€ren 130 RS, der 1977 in seiner Klasse einen Doppelsieg bei der Rallye Monte Carlo einfuhr.