SHVF – Einsatz fĂŒr Oldtimer


Es sind die kleineren, lokal organisierten Treffen, die das Clubleben in der Schweiz ausmachen. Die SHVF (Swiss Historic Vehicle Federation) denkt da mehr an die Treffen,

1-Hispano-Suiza 1928 vor dem Bundeshaus

Text: Ruedi MĂŒller, Lukas Oberholzer

die in der Schweiz oder im nahen Ausland stattfanden und nicht nur an die grossen, namenstrÀchtigen Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Mille Miglia, Tulpenrallye oder Rallye Peking-Paris.
„In den Sommermonaten findet man aber auch die Musse, einmal darĂŒber nachzudenken, wie sich die Oldtimer-Szene in der Zukunft entwickeln wird“, so Lukas Oberholzer, PrĂ€sident des SHVF. „Wenn man sich bei unseren Mitgliedern umhört, stellt man bei fast allen Clubs eine „Überalterung“ ihrer aktiven Mitglieder fest. Da fragt man sich doch: „Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?“ oder „Sind unsere Clubs ein „Auslaufmodell“ fĂŒr junge Oldtimerbesitzer?“
Weiter: „Eines scheint gewiss, wir im Dachverband SHVF mĂŒssen zusammen mit unseren Mitgliederclubs einen Weg finden, dass jĂŒngere Old- und Youngtimerbesitzer motiviert sind, einem unserer Clubs beizutreten und hier dann auch aktiv am Clubleben teilzunehmen und sich dabei Wohl fĂŒhlen. Wir denken, dass, aufgrund stetig steigender Zulassungen fĂŒr historische Fahrzeuge, ein wachsender Markt fĂŒr Neumitglieder in der Schweiz vorhanden ist. Das wird eines unserer zentralen Themen an der kommenden PrĂ€sidentensoirĂ©e im September sein.“
Als Dachverband erhĂ€lt der SHVF fast tĂ€glich Anfragen von Fahrzeugbesitzern, die historische Fahrzeuge, insbesondere Youngtimer importieren und als Fahrzeug mit Veteraneneintrag (Code 180) zulassen wollen. Auch hört man immer wieder, dass einige StrassenverkehrsĂ€mter fĂŒr die Zulassung mit dem Code 180 auf eine FIVA ID-Card bestehen. Bei den Anfragen handelt es sich nicht nur um Fragen, wie man zu einer FIVA-ID-Card kommt, sondern auch um Fragen, was alles fĂŒr die Verzollung oder Besteuerung erfĂŒllt sein muss, um dann schlussendlich das Fahrzeug in der Schweiz zulassen zu können. Hier werden wird die Technischen Kommission der SHVF nach Wegen suchen, um eine noch ausgewogenere, zeitnahe Dienstleistung anbieten zu können.

2- Willys Knight 1915
Im Weiteren engagiert sich die SHVF in der Schweiz, sowie die FIVA in BrĂŒssel, mit dem Lobbyieren in der Politik. Diese Aufgabe nimmt SHVF-Vorstandsmitglied Bernhard Taeschler wahr. Seine Aufgabe ist es, sich zusammen mit dem Gesamtvorstand um die Bedenken und BefĂŒrchtungen aus der Oldtimerszene – welche zu einer EinschrĂ€nkung der Nutzungsmöglichkeiten der historischen Fahrzeuge fĂŒhren könnten – zu kĂŒmmern. Darunter fallen Themen wie Tagfahrlicht, Abgaswartung, Nutzung historischer Fahrzeuge am Sonntag. Diese Anliegen werden dann aktiv bearbeitet, wenn sich daraus ein Problem fĂŒr die Nutzung des Fahrzeuges abzeichnet.
Die „Nationale Informationsstelle fĂŒr Kultur-Erbe“ NIKE, welcher der Schweizer DachÂŹverband SHVF als Kooperationsmitglied angehört, hat am 15. Juni 2016 zu einer kurzen Oldtimerfahrt vom Bundeshaus via Kirchenfeld und BĂ€rengraben zum Berner MĂŒnster Parlamentarierinnen und Parlamentarier eingeladen. Dort wurde den Parlamentarierinnen und Parlamentariern eine hochinteressante Besichtigung der RestaurationsÂŹarbeiten unter der MĂŒnsterkuppel geboten. FĂŒr die Fahrt stellte der Oldtimer Club Bern sechzehn Automobile der Baujahre 1915 bis 1977 fĂŒr ca. 50 GĂ€ste zur VerfĂŒgung. Die SHVF war persönlich durch den Leiter des Ressorts Kultur und Politik, Bernhard Taeschler, sowie seinem AmtsvorgĂ€nger und Ehrenmitglied SHVF, Mark Rufer, vertreten.

6-Mercedes 170 1952+Opel KapitÀn 1961
Oft wird die Frage gestellt, warum es den Weltverband FĂ©dĂ©ration Internationale des VĂ©hicules Anciens (FIVA) braucht. In einer globalisierten Welt braucht es StĂ€rke und eine gewisse Grösse um unser Anliegen „Das historische Fahrzeug auf den Strassen von Morgen“ durchzusetzen. So hat Paris zum Beispiel am 1. Juli 2016 eine Umweltzone fĂŒr die Stadt eingefĂŒhrt. Werktags dĂŒrfen von 08:00 bis 20:00 Fahrzeuge, die vor 1997 und MotorrĂ€der, die vor 1999 gebaut wurden, nicht mehr fahren. Die SHVF hat ĂŒber die FIVA interveniert, mit der BegrĂŒndung, dass einige Schweizer Veranstalter Paris als Zieldestination fĂŒr ihre AnlĂ€sse mit Old- und Youngtimer vorsehen. Zwischenzeitlich hat die FĂ©dĂ©ration Française des VĂ©hicules d’Epoque (FFVE) bewirkt, dass eine Ausnahme bei französischen Fahrzeugen mit der „Carte Grise de Collection“ gemacht wird. FĂŒr auslĂ€ndische Fahrzeuge fehlt jedoch noch eine Lösung. Aus sicherer Quelle wissen wir aber, dass der Französische Verband FFVE mit der StadtprĂ€sidentin von Paris und mit der PrĂ©fecture in Verhandlung ist, um eine Lösung auch fĂŒr auslĂ€ndische, historische Fahrzeuge zu finden. Dies ist auch im Hinblick auf die Feierlichkeiten des 50 Jahre JubilĂ€ums der FIVA wichtig, die in Paris ihren Höhepunkt haben werden.
www.shvf.ch/de