FIVA Award – Bestens original erhalten


Der Trend zeichnet sich immer mehr ab: Oldtimer, die original erhalten – also unrestauriert sind – erfreuen sich immer grĂ¶ĂŸerer Beliebtheit.

Beim Pebble Beach Concours d’Elegance im August wurde von der FIVA – als Teil der FIVA Motoring Heritage unter der Schirmherrschaft der UNESCO – auch der FIVA Preservation Award verliehen. Ein Fahrzeug aus dem Jahr 1902 bekam die Auszeichnung. Der „Thomas“ wurde von der E.R Thomas Motor Company gebaut. Die hatte zuvor Buffalo Automobile und die Auto-Bi Company aufgekauft. Man startete mit der Produktion von 1-Zylinder-Motoren fĂŒr das Model Nr. 17 mit 8 hp. In den folgenden Jahren nahm man sich stĂ€rkere Motoren mit 3 Zylindern und 24 hp fĂŒr das Model Nr. 18 vor. Nach und nach verdiente sich E.R. Thomas die Reputation als Firma fĂŒr ausdauernde Fahrzeuge. Das Unternehmen erhielt internationalen Ruhm, als ein amerikanisches Team 1908 das Rennen von New York nach Paris in einem 1907 Thomas Flyer gewann. Bis 1919 produzierte das Unternehmen Automobile.

 

1902 Thomas Model No. 17 pic 1

 

„Dieser Thomas ist vermutlich der einzige komplett erhaltene Thomas Wagen, der noch existiert“, so Mitbesitzer Steward Laidlaw. „Vor einigen Jahren kauften wir es aus dem Wells Museum in Maine, wo es 60 Jahre lang stand.“ Die genaue Geschichte des Fahrzeugs ist nicht bekannt. Angenommen wird, dass er als Neuwagen von Mr. Wells, dem spĂ€teren Museums-Besitzer, gekauft wurde.

„Als wir den Wagen bekamen, entfernten wir vorsichtig den Lack auf den KotflĂŒgeln und fanden darunter das ursprĂŒngliche Japan (schwarze Farbe). Erstaunlich war auch, dass das Leder der RĂŒcksitze noch so perfekt erhalten sit. In der Regel ĂŒberlebt das nicht. Auch der Holzkörper behielt sein ursprĂŒngliches GrĂŒn, eine Farbe, die wir heute London Smoke (London Rauch) nennen wĂŒrden. Das Pin-Striping wurde damals mit Blattgold ausgefĂŒhrt. Es wiederholt sich auch auf den Federn und zeigt ein „T“ mit Muster fĂŒr den Namen Thomas.“ So schildert Laidlaw das Fahrzeug.

Wie kam es, dass der Wagen so gut erhalten blieb? Steward Laidlow: „Wohlhabende Besitzer schickten die Fahrzeuge damals zu ihren SommerhĂ€usern nach Maine. Die fahrzeuge wurden also nur wenige Monate im jahr genutzt und sehr gut versorgt und in den Remisen der NebenhĂ€user eingestellt. Die Technologie entwickelte sich so schnell in den darauf folgenden Jahren, dass man sich ein neues Auto kaufte und da es keinen Bedarf an Platz gab, blieben Ă€ltere Modelle einfach stehen. So etwas wird vermutlich mit diesem Thomas passiert sein.“

Mark Gessler, Vize PrĂ€sident der Fiva und PrĂ€sident der HVA (FIVA ReprĂ€sentanz in USA und Kanada) kommentierte bei der Preisverleihung: „Vor 18 Jahren, im Jahr 1998 wurde die erste Preservation Trophy vergeben beim Pebble Beach Concours. Damals wollten wir sicher stellen, dass unrestaurierte Fahrzeuge erhalten bleiben.“ Patrick Rollet, PrĂ€sident der FIVA: „ Im 50. Jahr der FIVA sind wir hoch erfreut, dass wir diese Auszeichung an eines der frĂŒhesten Fahrzeuge beim Pebble Beach Concours d’Elegance ĂŒberreichen dĂŒrfen, als Teil des Motoring Heritage Year unter dem Protektorat der UNESCO.

 

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