Auf Rekordfahrt mit der kleinen Rosalie


Drei Millionen Francs hatte FirmengrĂŒnder AndrĂ© Citroen ausgesetzt fĂŒr denjenigen, der den Bestwert der ‚Petite Rosalie‘ bis zum Oktober 1932 ĂŒbertreffen wĂŒrde.

Petite Rosalie war ein Citroen 8CV, der vor 80 Jahren (15 MĂ€rz bis 27. Juli 1933) auf dem Rundkurs von MonthhĂ©ry zur Rekordjagd angetreten war und 300.000 Kilometer in 134 Tagen bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 93km/Stunde hingelegt hatte. NatĂŒrlich unter den strengen Augen des Automobilclubs von Frankreich.

Erstmals prĂ€sentiert wurde die „Rosalie“ im Herbst 1932 auf dem Pariser Automobilsalon. Die drei vorgestellten Modelle CitroĂ«n 8CV, 10CV sowie 15CV gingen unter dem Spitznamen in die Automobilgeschichte ein und sorgten mit dem „schwebenden“ Motor fĂŒr Furore. Ein Markenschild mit einem Schwan wies auf die neue, im CitroĂ«n-Werk am Quai de Javel produzierte Motorlagerung hin. Die Floating-Power-Vorrichtung brachte die AufhĂ€ngung des Motortriebwerkes an zwei Punkten der LĂ€ngsachse mit sich – das Triebwerk konnte somit frei schwingen. FĂŒr die Verminderung der Vibration sorgten spezielle Gummipuffer.

Die „Rosalie“ war mit unterschiedlichen Aufbauten und Innenausstattungen lieferbar – als offener Zweisitzer, als Limousine und auch als Lieferwagen mit Kasten- oder Pritschenaufbau. 1934 wurde Baureihe modernisiert – sie erhielt windschnittigere Karosserien sowie den Zusatz NH (nouvel habillage) zur Modellbezeichnung.

Der 8CV – auch „Petite Rosalie“ genannt – war das kleinste Fahrzeug der Serie. Ein Markenzeichen war die einteilige Karosserie, die noch steifer als die bisherigen Ganzstahlkarosserien war. Der Vierzylinder-Motor mit einem Hubraum von 1452 Kubikzentimetern verfĂŒgte ĂŒber 24 kW / 32 PS. Damit konnten Höchstgeschwindigkeiten von 90 km/h erzielt werden. 26 kW / 36 PS hatte der 1934 gebaute 8CV NH LĂ©gĂšre. Die KraftĂŒbertragung auf die HinterrĂ€der erfolgte ĂŒber ein Drei-Gang-Getriebe. Von Oktober 1932 bis Januar 1935 wurden insgesamt 38 835 Einheiten der „Petite Rosalie“

Der CitroĂ«n 10CV war mit einer LĂ€nge von 4,57 Metern 30 Zentimeter lĂ€nger als der 8CV. Ausgestattet mit einem 1,8-Liter-Vierzylinderund 26 kW / 36 PS erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. FĂŒr den CitroĂ«n 10CV standen ebenfalls mehrere Karosserie-Varianten sowie die leichtere AusfĂŒhrung „Rosalie“ 10CV NH LĂ©gĂšre zur VerfĂŒgung. Bis 1935 entstanden 49 249 Einheiten.

In der 15CV-AusfĂŒhrung verfĂŒgte die „Rosalie“ ĂŒber einen elastisch gelagerten Sechszylinder mit einem Hubraum von 2650 Kubikzentimetern und 41 kW / 56 PS.Der grĂ¶ĂŸere Motor hatte zur Folge, dass der Vorderwagen um 15 Zentimeter verlĂ€ngert werden musste. Auch fĂŒr den CitroĂ«n 15CV waren verschiedene Karosserien und Ausstattungen verfĂŒgbar. DarĂŒber hinaus gab es eine LĂ©gĂšre-Version, die eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h erzielte. Von Oktober 1932 bis Januar 1935 wurden 7228 Exemplare des 15CV gebaut.

Ab dem 15. Februar 1933 produzierten 440 Arbeiter die deutsche „Rosalie“ in Köln-Poll. Beim Bau wurde auf den Einsatz auslĂ€ndischer Teile verzichtet. Die „Rosalie“ galt somit als deutsches Fabrikat mit dem dazugehörigen Emblem „Deutsche Arbeit“. Beworben wurde sie mit dem Slogan: „Der neue 1,4-Liter mit schwebendem Motor – ganz deutsch, alle Teile deutsch, deutsche Lieferanten.“ Innerhalb von zwei Jahren wurden in Köln 1789 Fahrzeuge gebaut und verkauft.