Auktion – „Wer fahren kann, parkt nie.“


Nach einer langwierigen Entwicklungsphase wurde der Porsche 911 ab 1964 produziert. Das Design war die Arbeit von Dr. Ferry Porsche’s ältestem Sohn, Ferdinand Alexander ‚Butzi‘ Porsche und Chef-Ingenieur Erwin Komenda.

Selten gab es die Gelegenheit ein fast identischen Zwillingspaar gegeübergestellt zu beobachten: Einmal als perfekt restauriertes Exemplar – das andere ein Auto mit Gebrauchsspuren. Bei H & H Classics standen beide Porsche 911 S zur Auktion.

Ab 1966 eingeführt, zeigte die 911 S Variante eine leistungsfähigere Version des Standard-Fahrzeugs mit dem luftgekühlten 1991cc-Flach-Sechs-Motor. Mit einer überarbeiteten Nockenwelle, einem höheren Kompressionsverhältnis, größeren Ventilen, einem besseren Mischverhältniss und größeren Vergaserdüsen usw. gelang dem Neuling mit Überrollbügel, Koni-Stoßdämpfer, belüfteten Scheibenbremsen und neuen gewichtssparenden Fünf-Speichen-Leichtmetallfelgen der perfekte Einstieg. Obwohl das Auto- und Driver-Magazin kommentierte: „Nicht für den Anfänger“ ist der Porsche 911 S bei vernünftiger Fahrweise gut kontrollierbar. Das Autocar-Magazin war jedenfalls beeindruckt von den Testfahrten zurückgekehrt und meinte: „Der Porsche 911S ist ein Auto, das man niemals geparkt, wenn man es fahren kann.“

DAS ORIGINAL

Auch für ein Auktionshaus gibt es selten die Gelegenheit gleich zwei quasi identische Fahrzeuge im Angebot zu haben. Der linksgelenkte Porsche 911 S wurde in den USA neu verkauft, wo er im Herbst 1967 an William G. Cooper aus Dallas, Texas ausgeliefert wurde. Herr Cooper ließ sich offensichtlich regelmäßig auf Motorsportveranstaltungen wie der Porsche Parade von 1969 in Kalifornien sehen. 1979, wechselte der Wagen dann an Calvin Anstey, einen Freund aus Florida, der den Porsche bis 2014 behielt. Das ist der Zeitraum, in dem ihn der heutige Besitzer gekauft hat.
Das Auto trägt noch seine werksseitig Lackierung in Sand Beige, die sich in einem „sehr guten“ Zustand befindet – auch wenn sie sich nach Jahren des Polierens wohl leicht verdünnt hat. Ein paar kleinere Steinschläge gehören auch zur Patina. Der schwarze Kunstlederinnenraum ist gleichermaßen original erhalten und die Plattenlücken nach Fabrikspezifikation. Der 911 hat Matching Numbers und auch ein Zertifikat von Porsche Classic.

Zwillinge ähneln sich – und sind doch nicht gleich. In diesen restaurierten Porsche 911 flossen stolze 1500 Stunden Restaurationskosten. Die vollständige Dokumentation ist erhalten. Ergebnis: der Zustand ist „wohl besser als neu“. Der Wagen wurde ebenfalls in die USA ausgeliefert als Neuwagen an seinen ersten Besitzer in Texas am 12. Mai 1967. Der zweite Besitzer erwarb das Auto 1979 und es blieb bis 2015 Teil seiner privaten Tallahassee-Sammlung. Die Entscheidung für die aufwendige Restauration traf der heutige Besitzer. Dabei wurde auch für maximalen Korrosionsschutz gesorgt, dazu kam eine gründliche mechanischen Überholung und die Verjüngung der Elektrik und des Innenraums.