Ausstellung: Die Bullibauer


Seit dem 8. MĂ€rz 1956 werden in Hannover die legendĂ€ren Bullis, wie der VW-Bus genannt wird, produziert. Das Historische Museum Hannover erinnert ab 9. MĂ€rz bis zum 26. Juni 2016 mit einer Sonderausstellung an den Beginn des Transporterbaus. Zu sehen gibt es Fahrzeuge aus der werkseigenen Bulli-Sammlung, aber auch Zeitzeugen-Videos, Bilder und Exponate aus der Werksgeschichte. An drei Werktagen pro Woche zeigen außerdem Auszubildende der Volkswagen-Akademie an Mitmach- und VorfĂŒhrstationen die aktuellen ProduktionsablĂ€ufe und informieren ĂŒber ihre Berufsfelder.

ampnet_photo_20160307_113936Begonnen hatte die Produktion des „Lastesels des Wirtschaftswunders“ zunĂ€chst 1950 in Wolfsburg. Als 1954 der hunderttausendste Bulli die BĂ€nder verließ, stand fest: Ein eigenes Werk fĂŒr den Transporter musste her. Die ProduktionskapazitĂ€t im Wolfsburger Stammwerk reichte bei weitem nicht aus, um die Nachfrage zu decken. 80 Bullis waren neben der KĂ€ferproduktion möglich, 330 wĂ€ren nötig gewesen. Professor Heinrich Nordhoff, damals Generaldirektor der Volkswagenwerk GmbH, entschied sich fĂŒr den Standort Hannover. Im Norden der Stadt, sĂŒdlich des Mittellandkanals und dicht an der Autobahn an der Mecklenheidestraße im Stadtteil Stöcken, begannen Mitte Februar 1955 die ersten Bauarbeiten. Gleichzeitig schulte Volkswagen bereits neue Mitarbeiter fĂŒr die Transporter-Fertigung. Mit einem dafĂŒr extra eingesetzten Zug fuhren sie jeden Tag um 4.10 Uhr vom Hauptbahnhof nach Wolfsburg, wo sie in die Produktion des Bulli eingewiesen wurden. Nach nur einjĂ€hriger Bauzeit liefen am 8. MĂ€rz 1956 im neu errichteten Transporterwerk die ersten VW-Busse vom Band.

In der ersten Zeit arbeiteten im hannoverschen Werk 4000 Mitarbeiter – darunter seit MĂ€rz 1956 bereits 25 Frauen – und produzierten 230 Transporter am Tag. Ende 1956 gehörten schon 270 Mitarbeiterinnen zum Team, 1959 waren es bereits 1044. 1962 feierte die Belegschaft den einmillionsten VW-Transporter, Made in Hannover. Nach dem T1 begann im Jahr 1967 die Produktion des Nachfolgemodells T2, es folgten 1979 der T3, 1990 der T4 und im Jahr 2003 der T5. Seit 2015 lĂ€uft die sechste Generation von der Montagelinie. Heute ist der Standort mit 14 500 ArbeitsplĂ€tzen der grĂ¶ĂŸte industrielle Arbeitgeber und mit 750 Azubis der grĂ¶ĂŸte Ausbildungsbetrieb in der Region Hannover.