Bald der teuerste Oldtimer der Welt?


Dieser Ferrari 250 GTO wurde einst von den Rennlegenden Phil Hill und Fireball Roberts gefahren. Allein das macht das zweite von insgesamt nur 39 Exemplaren schon begehrenswert. In Dubai wurde er vergangene Woche zum „Best of Show“ beim Gulf Concours des 7-Sterne-Hotels Burj al Arab gewĂ€hlt. Verkauft wird das PrachtstĂŒck jetzt von der englischen Firma Talacrest – fĂŒr sagenhafte 52 Millionen Euro.

07Als der Ferrari 250 GTO an seinen ersten Besitzer ausgeliefert wurde, trug er Blau, unterbrochen von dem weißen Streifen, der ihn jetzt wieder schmĂŒckt. Ausgestattet mit einem 3,0-Liter-Tipo 168 V-12 Motor mit satten 300 PS, war der 250 GTO einst entworfen worden, um gegen Konkurrenten wie den Jaguar E-Typ und die Shelby Cobra GT und Langstreckenrennen zu kĂ€mpfen. Anstatt neue Dinge auszuprobieren, setzte man bei Ferrari auf BewĂ€hrtes: der Rahmen basierte auf dem 250 GT SWB unter der Motorhaube fauchte der Motor, der sich schon beim 250 Testa Rossa bewĂ€hrt hatte. FĂŒr seinen anmutigen Körper, gebaut in der Schmiede von Scaglietti, zeichnet Giotto Bizzarrini verantwortlich. SpĂ€ter wurde er unterstĂŒtzt durch Mauro Forghieri Eintritt nachdem sich Enzo Ferrari im Jahr 1962 vieler seiner rebellischen Mitarbeiter entledigt hatte.

FĂŒr Sammler sind alle Ferraris von Bedeutung, aber dieser Ferrari GTO ist etwas Besonderes. Das Fahrzeug mit der Chassis-Nummer 3387GT war der zweite 250 GTO, der je gebaut wurde. Noch bevor er zu Luigi Chinetti nach New York verschickt wurde, nutzte man ihn bei Ferrari fĂŒr Entwicklungstests in Monza Anfang MĂ€rz 1962. Am 24. MĂ€rz 1962 startete genau dieser Ferrari bei den 12 Stunden von Sebring– am Steuer Phil Hill und Olivier Gendebien. Der Wagen war der erste 250 GTO-Rennwagen und der erste 250 GTO, der eine Klasse gewann, und er gewann Platz zwei bei seinem DebĂŒt.

Nach der erfolgreichen Premiere in Sebring kehrte der Ferrari nach Maranello zurĂŒck. Dort wurde er fĂŒr Le Mans vorbereitet. Chinetti verkaufte den Wagen an Bob Grossman aus Nyack, New York, der mit NASCAR-GrĂ¶ĂŸe Glenn „Fireball“ Roberts zusammengearbeitet hatte. Sie hatten mit dem nordamerikanische Rennteam beim Le Mans 24-Stunden-Rennen der Saison 1962 den zweiten Platz ihrer Klasse (6. Gesamtrang) belegt.

Grossman fuhr den 3387GT fĂŒr den Rest des Jahre 1962 mit ansehnlichem Erfolg, aber 1963, nach den 12 Stunden von Sebring, wurde das Auto an Libero Gerardi und Mike Gammino III verkauft. Mike fuhr das Auto zwei Jahre. Der einzige bemerkenswerte Schaden entstand bei einem Renneinsatz im Februar 1964 beim Daytona Continental Race. Mike fuhr in die Wand, die Windschutzscheibe brach und der Benzintank erlitt einen Schaden. Da hieß es ab nach Italien zur Reparatur bei der Carozzeria Scaglietti.

Obwohl der Wagen mit der Chassis Nummer 3387GT fast das ganze Jahr 1965 stillstand, war es, Bob Grossman, in seiner Funktion als Fahrer fĂŒr die Bahamas week races, der ihn im November wieder holte. Damit war aber auch das Ende seiner Karriere als Rennwagen eingelĂ€utet. Auf sein Konto gehen insgesamt 17 Klassen-Siege in 27 Rennen.

Nun kam eine schwere Zeit fĂŒr diesen Ferrari. Zu diesem Zeitpunkt war der 250 GTO nicht mehr als Rennwagen konkurrenzfĂ€hig, aber er galt noch nicht als Sammler-Objekt. Gekauft hat ihn schließlich Bernard Stayman fĂŒr 2.500 Dollar im Jahr 1968. Anschließend gab es fĂŒnf weitere EigentĂŒmer bevor er bei Bernard Carl im Jahr 1997 ankam, der ihn in seinen ursprĂŒnglichen Zustand zurĂŒckversetzen ließ.

Fotos: ©Talacrest