Bewegtes Design seit 85 Jahren


Seinen 85. Geburtstag feiert auch GM Design. Mit insgesamt 1.900 BeschĂ€ftigten der zehn ĂŒber den ganzen Globus verteilten Designzentren von General Motors strebt man an, die Werke der Designer zu sehen als Kunst, die im wahrsten Sinne des Wortes bewegt.


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„Die Leidenschaft, Fahrzeuge zu designen, die eine emotionale Bindung zwischen Auto und Besitzer schaffen, vereint unser weltumspannendes Team“, sagt Ed Welburn, GM Vice President Global Design. „Was vor 85 Jahren richtig war, stimmt auch heute noch: Die Aufgabe des Designers besteht darin, ein Karosseriedesign mit Formen und Proportionen zu entwickeln, die dich förmlich anziehen, und dazu ein Interieur zu entwerfen, in dem du dich rundum wohl fĂŒhlst.“
Welburn ist der sechste Designchef in der 104-jĂ€hrigen GM-Geschichte und der erste, der fĂŒr das Fahrzeugdesign der unterschiedlichen GM-Marken weltweit Verantwortung trĂ€gt. DarĂŒber hinaus ĂŒbernimmt er den Ehrenvorsitz fĂŒr eine visionĂ€re Gruppe auf der 25. jĂ€hrlichen „EyesOn Design“-Automobil-Design-Ausstellung am 17. Juni. Der Erlös der Veranstaltung kommt dem Detroit Institute of Ophtamology zugute, das sich dem wissenschaftlichen Kampf gegen Blindheit und der Wiedererlangung der Sehkraft verschreibt.


Unter der Ägide Welburns hat jede der weltweit acht Pkw-Marken von GM ihre unverkennbare Form und Sprache ausgebildet, die sie sowohl voneinander als auch von der Konkurrenz am Markt klar unterscheiden. Die US-Marken Cadillac und Buick haben in den vergangenen Jahren in Sachen Design eine Wiedergeburt vollzogen, Chevrolet hat sich zur globalen Marke mit einheitlicher Designsprache entwickelt. Die EinfĂŒhrung zahlreicher neuer Modelle hat den Wiederaufstieg von GM beschleunigt, darunter der Sportwagen Chevrolet Camaro, die Mittelklasselimousine Malibu und der kompakte Cruze, das Cadillac CTS CoupĂ©, der GMC Terrain sowie Buick Enclave und LaCrosse.
Das vielfach ausgezeichnete Elektrofahrzeug mit verlĂ€ngerter Reichweite Chevrolet Volt wurde in nur drei Jahren von der Studie zum Serienmodell. Gemeinsam mit seinem Schwestermodell Opel Ampera erhielten beide Fahrzeuge den Titel „Auto des Jahres 2012“ – der Volt in Nordamerika, beide gemeinsam in Europa. Zu den vielfach ausgezeichneten GM-Marken zĂ€hlen zudem Holden in Australien sowie Wuling und Baojun in China.
Doch die wichtigsten und wegweisenden Arbeiten liegen noch vor ihnen, sind sich Welburn und sein Designteam sicher. Denn die Klassiker von morgen, so Welburn, finden sich bereits heute auf den Zeichenblöcken und im Computer der Designer. GM Design steht an vorderster Front einer kontinuierlichen Produktoffensive, in deren Rahmen 70 Prozent des gesamten Modellportfolios allein innerhalb der nÀchsten drei Jahre ersetzt werden.
„Durch unsere globale Struktur können die Mitarbeiter optimal auf die neuesten Technologien und Hilfsmittel zugreifen. So können wir mehr Fahrzeuge designen und diese schneller auf den Markt bringen“, erlĂ€utert Welburn. „Wir pflegen hier eine einzigartige Vielfalt an Ideen, Erfahrungen, Kulturen und Perspektiven, die sich positiv auf den gesamten kreativen Prozess auswirkt. Doch bei aller VielfĂ€ltigkeit der Designzentren haben wir ein gemeinsames Ziel: Jedes neue Produkt, das wir entwickeln, muss ein voller Erfolg werden, jedes soll ein außergewöhnliches Fahrzeug sein.“


GM war der erste Automobilhersteller, der eine eigenstĂ€ndige Design-Abteilung etablierte. Am 23. Juni 1927 beschloss das PrĂ€sidium von General Motors die Einrichtung einer neuen Abteilung, „die die Möglichkeiten von Kunst und Farbkombinationen bei Produkten von General Motors“ aufzeigen sollte. Zu ihrem Chef ernannte GM Harley Earl, Automobilingenieur aus Hollywood und Entwickler des 1927er Cadillac LaSalle.
Die Anstellung und Einstellung von Earl standen im direkten Widerspruch zum Rivalen Henry Ford, dessen Motto lautete „Der Kunde kann sein Auto in jeder Farbe haben, die er will – solange es schwarz ist“. Zu Earls unzĂ€hligen Leistungen gehören die Entwicklung von Konzeptfahrzeugen, die EinfĂŒhrung von ModellĂŒberarbeitungen und ‑neuheiten im Jahresrhythmus, die markanten Haifischflossen als Designelement der Modelle aus den 50er-Jahren, die Motorama-Auto-Wanderausstellungen und die Entwicklung des Kult-Sportwagens Corvette. Earl machte sich außerdem einen Namen damit, die ersten weiblichen Automobildesigner einzustellen. DarĂŒber hinaus wĂ€hlte er den Architekten Eero Saarinen als Designer des campusartigen GM Technical Center, das heute im „National Register of Historic Places“, der offiziellen Kulturdenkmalliste der USA, verzeichnet ist und weltweit als Musterbeispiel zeitgenössischer Architektur der Mitte des vergangenen Jahrhunderts gilt.
WÀhrend andere Firmen ihre ArbeitsstÀtten aus den modernistischen Bauten der 1950er Jahre ausgelagert oder diese bis zur Unkenntlichkeit renoviert haben, gehen GM und GM Design einen ausgeglichenen Weg zwischen FunktionalitÀt und DesignÀsthetik: Die GebÀude werden den aktuellen Technologien und Anforderungen angepasst, bewahren zugleich aber ihren architektonischen Charakter. Der langlebige und heute noch zeitlose Design Dome, die angrenzenden Studios und VerwaltungsgebÀude belegen zum einen das innovative und flexible Schaffen von Saarinen, symbolisieren aber auch das Streben von GM nach exzellentem Design.
Auf Harley Earl folgten als GM Design Vice Presidents William Mitchell (1958-77), Irving Rybicki (1977-86), Charles Jordan (1986-92), Wayne Cherry (1992-2003) und Ed Welburn (seit 2003). 2005 wurde Welburn zum GM Vice President Global Design ernannt, einer neuen Position bei General Motors. Er war damit der Erste, der die auf die LĂ€nder USA, Deutschland, Korea, China, Australien, Brasilien und Indien verteilten Designzentren zu einem Netzwerk verband und dies fortan leitete. Welburn ist zudem Mitglied des GM Executive Operations Committee.