„Biest von Turin“ in Action


Die unglaubliche, feuerspeiende „Bestie von Turin“ wird in der spektakulären Grand Avenue-Ausstellung der London Classic Car Show im Londoner ExCeL (15.-18. Februar 2018) zu sehen sein.

Die Grand Avenue, die mitten durch die Show läuft, ist eines der Highlights des Events. Im Grunde genommen ist es ein schillernder Automobil-Laufsteg, auf dem einige der größten klassischen Straßen- und Wettbewerbsautos der Welt fahren, was die Show zum Leben erweckt und dem Besucher eine weitere Dimension bietet.

Seit der Gründung der London Classic Car Show hat die Grand Avenue eine Vielzahl von Themen gezeigt, von „The Perfect 10″ über „The 6 Nations“ bis hin zu „A Century of Motoring“.

Für 2018 wird der Fokus auf atemberaubende „Specials“ gelegt – einzigartige Maschinen, die aufgrund ihrer exklusiven Designs und ihrer oft ausgefallenen Performance von Geschichte und Mystik durchdrungen sind. Und mit seinem mächtigen 28,5-Liter-Motor lässt es das außergewöhnliche Beast of Turin – einst das schnellste Auto der Welt – in all diesen Boxen sicherlich ordentlich krachen.

Auf einen Landgeschwindigkeitsrekord zielend, baute Fiat nur zwei dieser Ungeheuer im Winter 1910. Beide erhielten die S76-Bezeichnung. Ausgestattet mit allem, was es damals an Technologie gab, war es keine Überraschung, als das erste dieser riesigen kettengetriebenen Edwardian Monster – jetzt passenderweise mit dem Spitznamen „The Beast of Turin“ – mit 116 Meilen pro Stunde in Salburn Sands, Yorkshire im Jahre 1911 gemessen wurde. Das war der fliegende 1-Meilen-Welt-Geschwindigkeitsrekord. Ein deutlich schnellerer Meilenstein von 134,6 Meilen pro Stunde wurde erst ein paar Jahre später in Ostende erreicht. Danach hörte man fast ein Jahrhundert lang nichts von den beiden absurden Maschinen, bis der britische Enthusiast Duncan Pittaway sich auf den Weg machte. Er fand das überlebende Chassis des ersten S76, das in Australien in einem, wie er es nennt, „ziemlich hitzigen“ Zustand vor sich hin schmachtete.

Fiat hatte das zweite Auto nach dem Ersten Weltkrieg verschrottet, um zu verhindern, dass rivalisierende Hersteller an seine technischen Geheimnisse kamen, aber Pittaway gelang es, den alten Motor aus einem Schrotthaufen in der Fiat-Fabrik zu finden und nach zweieinhalb Jahren langwieriger Verhandlungen zu kaufen. Er und sein Team machten sich dann an das Mammut-Projekt, das sechs Jahre dauern sollte. Das Ergebnis ist erstaunlich. Pittaways wahnsinnig gigantische rote Kreation hat bereits Zuschauer an Orten wie Goodwood begeistert, aber noch nie wurde sie in Innenräumen entfesselt – eine Aussicht, die er nicht erwarten kann. Man wird es im Februar bei ExCeL London erleben.

„Damals gab es keine Grand Prix, also wollten Fiat und andere Hersteller nur die schnellstmöglichen Autos bauen. Sie hatten damals nur eine Idee: je größer die Motorleistung, desto schneller die potentielle Geschwindigkeit – und das „Biest von Turin“ wird von einem der letzten dieser großmotorigen Maschinen angetrieben.