Bulli-Busse Dauerausstellung


„Moosi“, „Henrik der Rote“ und „Samba“ sind drei der liebevollen Spitznamen, die die kultigen AusstellungsstĂŒcke der Dauerausstellung „Bulli Klassik Tour“ tragen. Sie und rund 100 weitere Exponate aus sechs Modellgenerationen sind Teil der neuen Ausstellung, die Volkswagen in Hannover (Standort des Nutzfahrzeugwerkes) zusammengestellt hat. Hinter den Preziosen stecken oft einzigartige, teils kuriose Geschichten. Erste Industrieroboter, Zeitzeugenvideos und historische Filmaufnahmen sorgen fĂŒr eine lebendige Zeitreise in der Lagerstraße im Stadtteil Linden.

„Weiß-rot war die erste Originallackierung des Samba-Bulli“, erinnert sich der 84-jĂ€hrige Gerhard Mogwitz, als er mit einem gezielten Griff die rechte obere Ecke der Gummileiste von der Front löst. „Hierrunter haben wir frĂŒher die Chromschienen in der Karosserie verschraubt“, sagt der langjĂ€hrige Mitarbeiter von Volkswagen Nutzfahrzeuge und deutet dabei auf eine darunter versteckte Schraube. Zum ersten Mal vorgestellt wurde das Sondermodell „Samba“ im April 1951 in Frankfurt, auf der ersten internationalen Automobilausstellung (IAA) nach dem zweiten Weltkrieg. Neben der zweifarbigen Lackierung und den Chromleisten, die die verschiedenfarbigen Bereiche trennen, wartete der Samba damals mit Chromradkappen und einem polierten VW-Emblem an der Front auf.

Der bei Gerhard Mogwitz und einer riesigen internationalen Fangemeinde beliebte Samba-Bus ist ein Beispiel fĂŒr die Vielfalt der Ausstellung. Hinter jedem Fabrikat steckt eine ganz eigene Geschichte. Sei es durch die vielseitigen Einsatzzwecke, die herausragende wirtschaftliche Bedeutung fĂŒr das Deutschland der Nachkriegszeit oder die liebevollen An- und Umbauten der Besitzer. Die neuinstallierte Dauerausstellung ist laut Udo Hitzmann, dem Leiter des Transporterwerks von VW in Hannover, gleichfalls „eine Hommage an unsere Mitarbeiter und lebhafter Treffpunkt fĂŒr Liebhaber“. Die mehr als 60-jĂ€hrige Erfolgsgeschichte wird der Öffentlichkeit in diesem Rahmen dauerhaft erlebbar gemacht und stetig um besondere Exponate erweitert.

Dass die â€žĂŒberfĂ€llige Dauerausstellung“ des Erfolgsmodells zum Publikumsmagneten wird, steht fĂŒr Gerhard Mogwitz außer Frage. Viele der auf rund 7000 Quadratmetern AusstellungsflĂ€che geparkten Busse können fĂŒr Hochzeiten, Oldtimerrallyes oder Ă€hnliche AnlĂ€sse gemietet werden.

Zu besichtigen ist die Bulli-Parade jeden Mittwoch um 11 Uhr und um 14 Uhr. Eine Voranmeldung ist notwendig. Tickets gibt es ĂŒber das Veranstaltungsportal www.eventim.de und die Bestellhotline 01806/570070.

Text: Oliver Altvater