Die Geschichte des Gaylord Gladiator


Mitte der 50-er Jahre erreichte die Fahrzeuginstandsetzung Friedrichshafen (FIF), die Teil des Zeppelin Konzerns wurde, der Auftrag fĂŒr den Bau eines spektakulĂ€ren Fahrzeugs. Zwei reiche amerikanische BrĂŒder, Jim und Ed Gaylord, hatten sich zum Ziel gesetzt, einen Sportwagen der Superlative bauen zu lassen. Über ein Jahr lang wurde in Friedrichshafen an einem extrem aufwĂ€ndigen und kostspieligen Sportwagen gearbeitet: Dem Gaylord Gladiator. Insgesamt wurden nur drei Chassis gefertigt, lediglich eines wurde final karossiert. Nach der Fertigstellung des Fahrzeugs im Jahr 1958 ging der Wagen mit samt eines Rolling Chassis in den Privatbesitz der Familie Gaylord ĂŒber. Das dritte gefertigte Chassis gilt bis heute als verschollen. Nach Restaurationsarbeiten die das Fahrzeug sowie das Rolling Chassis nahezu in seinen Originalzustand versetzten, wurde der perfekt erhaltene Gaylord Gladiator mit samt des Chassis, zahlreichen Ersatzteilen, Konstruktionszeichnungen und weiteren historischen Dokumenten an einen betagten Autosammler aus Arizona verkauft.

Anfang des Jahres 2017 erhielt der Zeppelin Konzern ĂŒber das Zeppelin Museum Friedrichshafen ein Kaufangebot fĂŒr das historische Fahrzeug. Ein GlĂŒcksfall fĂŒr den Konzern, da das Fahrzeug viele Jahre im Verborgenen lag und als verschollen galt. „Der Gaylord Gladiator hat fĂŒr uns als Unternehmen einen unschĂ€tzbaren historischen Wert. Mit seiner außergewöhnlichen Verarbeitung und der absoluten Kundenorientierung bei der Anfertigung des Wagens steht der Gaylord auch heute noch fĂŒr Werte, die den Zeppelin Konzern zu einem fĂŒhrenden Lösungsanbieter in seinen TĂ€tigkeitsbereichen machen“, sagt Peter Gerstmann, Vorstandsvorsitzender der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Zeppelin GmbH. Der Zeppelin Konzern hat seinen Ursprung in der Metallindustrie und beschĂ€ftigt heute ĂŒber 8.300 Mitarbeiter an 190 Standorten in 35 LĂ€ndern. Das Unternehmen folgt dem Motto „We Create Solutions“ und bietet Lösungen fĂŒr die Bauwirtschaft und den Anlagenbau an.

FĂŒr die Stadt Friedrichshafen ist das außergewöhnliche Fahrzeug nicht nur ein besonderer Publikumsmagnet, sondern auch historischer Beleg fĂŒr die starke Innovationskraft der Stadt. „Insbesondere durch die Luftfahrt spielte Friedrichshafen seit Anbeginn der Industrialisierung in eine besondere Rolle im Bereich MobilitĂ€t – der Gaylord Gladiator ist ein weiterer Beleg fĂŒr die visionĂ€re StĂ€rke und Einzigartigkeit der Stadt“, sagt Andreas Brand, Aufsichtsratsvorsitzender der Zeppelin GmbH und OberbĂŒrgermeister der Stadt
Friedrichshafen, stolz.

Seiner Zeit voraus: Technische Raffinesse kombiniert mit deutscher Wertarbeit
Nicht nur das Design des Gaylord Gladiator welches auf Brooks Stevens – einer wahren GrĂ¶ĂŸe im US-Automobildesign – zurĂŒckgeht, sondern auch die Technik des Sportwagens sind in Anbetracht des Baujahrs 1957 spektakulĂ€r. Neben Annehmlichkeiten wie elektrisch verstellbaren Sitzen, elektrischen Fensterhebern, Servolenkung, BremskraftverstĂ€rker und Klimaanlage, verfĂŒgte der Gaylord Gladiator auch ĂŒber ein CoupĂ© Dach, welches per Knopfdruck vollstĂ€ndig im Kofferraum versenkt werden konnte. Diese Ausstattungselemente waren zu dieser Zeit absolut einzigartig auf dem internationalen Automarkt.

Trotz des aufwĂ€ndigen Gesamtkonzepts, der vielen Innovationen und der hohen QualitĂ€tsanforderungen stellte sich der Erfolg einer geplanten Kleinserie von 25 Fahrzeugen bei einem Verkaufspreis von 10.000 US-Dollar pro Sportwagen nie ein. Nur eines von 25 geplanten Fahrzeugen wurde jemals fertiggestellt. Schnell erwies sich der kalkulierte Verkaufspreis als unrealistisch, weitere Preisanpassungen durch weitere Innovationen wie dem Einbau einer Klimaanlage machten das Fahrzeug unerschwinglich. Um wirtschaftlich zu bleiben wurde der Preis zunĂ€chst auf 15.000 US-Dollar, dann auf 17.500 US-Dollar nach oben korrigiert. Zum Vergleich: Ein Mercedes 300 SL kostete damals etwa 32.000 DM. Bei einem Kurs von 4,20 DM pro Dollar war der Gaylord Gladiator damit mehr als doppelt so teuer und kostete Mitte der 50-er Jahre umgerechnet etwa 73.500 DM. Als weltweit einzigartiges Fahrzeug ist der Gaylord Gladiator damit nicht nur ein besonderes Unikat der Oldtimerbranche und ein wertvoller Schatz fĂŒr den Zeppelin Konzern, sondern ein wahres SchmuckstĂŒck Friedrichshafener Industriegeschichte.

Der Gaylord Gladiator im Zeppelin Museum Friedrichshafen
Das perfekt erhaltene Fahrzeug, das fahrfĂ€hige Chassis sowie die spannende Historie seiner Entstehung und seiner Geschichte werden zur Ausstellungseröffnung „Innovationen! Zukunft als Ziel“ am 17. Mai um 19.30 Uhr in Deutschland der Öffentlichkeit prĂ€sentiert. Vom 18. Mai bis 04. November wird der Gaylord Gladiator im Rahmen der Ausstellung „Innovationen! Zukunft als Ziel“ im Zeppelin Museum in Friedrichshafen zu sehen sein. Danach wird er dem Zeppelin Museum als Dauerleihgabe des Zeppelin Konzerns auf unbestimmte Zeit zur VerfĂŒgung gestellt.