Die neuen Oldtimer 2014


Wer befĂŒrchtet, dass wir eine Oldtimer-Schwemme bekommen 2014 oder eben demnĂ€chst, dem sei empfohlen, sich nach diesen Fahrzeugen auf unseren Straßen umzuschauen, die jetzt rein theoretisch in der Lage wĂ€ren, ein H-Kennzeichen zu bekommen – sofern sie denn erhaltungswĂŒrdig sind.

Nicht ganz einfach und es werden also sicher nicht so viele sein, wie man in manchen Hochrechnungen lesen konnte – auch wenn es frĂŒher sicher viele dieser Fahrzeuge in Massen gab.

Trend des Automobilsalons 1984: Allradangetriebene Fahrzeuge. Sensationen blieben aus.

Der Praktische

Die Ford-Werke prĂ€sentieren den Scorpio. Er löst den Granada ab. Uwe Bahnsen, Chef-Designer von Ford-Deutschland brachte die viertĂŒrige Fließheck-Limousine in Form. Kennzeichen: Flache Frontpartie und Bugspoiler. Das Fahrwerk ist eine Weiterentwicklung des Sierra. SerienmĂ€ĂŸig gibt es ein Antiblockiersystem. Die Grundversion des neuen Modells wird von einem Vierzylindermotor mit 1,8 l Hubraum angetrieben und bringt damit 90 PS. Ansonsten wird der Scorpio als CL, Ghia und GL angeboten. Pluspunkt ist der Kofferraum mit 440 l, der sich durch das Umklappen des Kofferraums noch erheblich vergrĂ¶ĂŸern lĂ€sst.

 

 Sparsamer Sportler

Liebling der Grand Nation ist der Peugeot 205, der 1984 als GTI Version auf den Markt kommt. Um aus dem normalen Peugeot 205 einen GTI zu bauen, musste allerhand geleistet werden. Ein 1,6 Liter Motor aus Leichtmetall hatte eine elektronische Benzineinspritzung, Drehzahlbegrenzung und Schubabschaltung. Auch die Vorderachse wurde neu konstruiert, da sie ja den höheren AntriebskrĂ€ften standhalten musste. GrĂ¶ĂŸere Trommelbremsen hinten und vorne innenbelĂŒftete Scheibenbremsen sorgten fĂŒr grĂ¶ĂŸere Sicherheit. Eigens fĂŒr den sportlichen GTI wurde eine zweitĂŒrige Karosserie entwickelt, die spĂ€ter auch fĂŒr andere Peugeot 205 Varianten zu haben ist. Zur originalen Ausstattung gehörte auch der Dachspoiler, Heck- und BugschĂŒrze und ein roter Streifen auf den Fahrzeugseiten. Beschleunigung: von Null auf 100km/h in 9,5 Sekunden, Spitzengeschwindigkeit 190 km/Stunde. Sparsam war er fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse auch mit einem Verbrauch von 8,7 l auf 100 km in der Stadt und von 5,6 l bei 90 km/h ĂŒber Land. Kritikpunkt: Harte Federung meinten die Einen, sportlich nannten es die Anderen.

 

 Das Platzwunder

Aus Europa kam die Idee fĂŒr ein kleines Fahrzeug mit viel Platz, aber erstmals umgesetzt haben es die Japaner. Zum Beispiel mit dem Space Shuttle von Honda. Vergessen war der CW Wert. Die kantige Kistenform nahm man gerne in Kauf fĂŒr mehr Volumen. Der Kofferraum fasst 269 Lieter obwohl der ganze Wagen nur 3,99 m lang ist. Der Vierzylindermotor mit einem Hubraum von 1,6 Liter brachte das Space Shuttle immerhin auf 162 km/h Höchstgeschwindigkeit (85 PS).

Platz & Komfort

Sieben Personen in drei Sitzreihen brachte man im Mitsubishi Space Wagon auf insgesamt 4,30 m unter. Ansprechend fĂŒr KĂ€ufer: die völlig variable Sitzgestaltung. Platz gibt’s außerdem im Kofferraum mit 156 l. Der 90 PS starke Motor (4 Zylinder Reihe) bringt den Großraumwagen in 12,8 Sekunden auf 100. In der Spitze erreicht er 167 km/h.

Bequemer Allrounder

Bequemes Einsteigen war garantiert. Beim Nissan Prairie waren die SchiebetĂŒren im Fond seinerzeit eine Besonderheit. Der schnellste war der Prairie mit einer Beschleunigungs-Zeit von 14,2 Sekunden von Null auf 100 km/h nicht, dafĂŒr war er bekannt als robuster Wagen mit ausreichend Platz. Der Vierzylinder-Front-Motor verbrauchte durchschnittlich 10,6 l auf 100 Kilometer.

 

Ein Van fĂŒr USA

Die erste Großraum-Limousine, die in den USA, dem neuen „Wir brauchen mehr Platz“-Trend entsprechend gebaut wurde, war der Dodge Caravan. Ein Musterbild von einem Familien-Schlachtschiff, der eine Welle auslöste, von der sĂ€mtliche Automobilhersteller erfasst wurde. Bestellt werden kann der Dodge Caravan als Lieferwagen und als Kombi.

Langsam-Starter

Als erste EuropĂ€ische Großraum-Limousine kam der Renault Espace I auf den Markt. Im ersten Monat nach Verkaufsstart waren nur neun Fahrzeuge verkauft worden. Das lag unter anderem am Preis, denn da konnte er mit der japanischen Konkurrenz nicht mithalten. Gelobt wird aber, dass der Espace auch schwierigen GelĂ€ndesituationen gerecht wird und dass er leicht zu handeln ist. Das ĂŒberzeugt und bald verkauft sich der Espace I wĂ€hrend seiner Bauzeit bis 1991 gut.

Rassiger Rotschopf

Sergio Pininfarini zeichnete fĂŒr einen Lichtblick im sonst eher weniger aufregenden Automobil-Jahr 1984. Der Ferrari Testarossa I („Rotkopf“, Namensableitung durch die rote Abdeckung der Nockenwelle) besticht durch seine klare LinienfĂŒhrung. AuffĂ€llig sind die seitlichen Rippen in der Karosserie, die die KĂŒhlluftströmung fĂŒhren. Seit 30 Jahren steht der Namen Pininfarina fĂŒr Design und auch bei diesem Ferrari ist die Handschrift des Meisters deutlich zu sehen. Der 12-Zylinder-Motor in Mittellage besitzt pro Zylinder vier Ventile. Jede der Zylinderreihen wird wiederum verfĂŒgt ĂŒber zwei obenliegende zahnriemengetriebene Nockenwellen. Die Gemischaufbereitung erfolgt durch eine Krafftstoffeinspritzung von Bosch. Wer solch einen Wagen fĂ€hrt, darf nicht auf den Treibstoffverbrauch schauen. InnerstĂ€dtisch schlĂ€gt der verbrauch von 23,7 l Superbenzin auf 100 km zu Buche, bei sanften 90 km/h liegt er immer noch bei 9,9 l.

Origami-Flitzer

Eine Schönheit war der Toyota MR2 wohl fĂŒr die wenigsten, die den keilförmigen Wagen ab 1984 auf der Straße sahen – auch wenn er gelegentlich mit einem Ferrari verglichen wurde. Eher sah er aus wie eine Origami-Falt-Figur. Aber er ist Zeuge der Experimentierfreudigkeit des Hauses Toyota, das mit dem MR2 seinen ersten Wagen mit Mittelmotor auf den Markt brachte – auch wenn man ĂŒberrascht war, aus dieser Ecke einen Zweisitzigen Wagen angeboten zu bekommen. Der MR2 war wohl eher ein Marketing-Mittel. Weil er mit 950 Kilo sehr leicht war, brachte er es auf 185 km/h Höchstgeschwindigkeit mit 83 PS. Unterschiedliche Motorvarianten wurden je nach Land ausgeliefert. Spoiler und Seitenschweller gehörten in den 80ern zu den unverzichtbaren Details eines sportlichen Wagens.

RĂŒckkehr des Hais

Was fĂŒr ein Debut der neue Chevrolet Corvette C4 1984 hinlegte kann man erahnen, wenn man das Loblied der Fans auf den nach 15 Jahren in 4. Generation rundum neu designten ‚Hai’ liest, der als „mit jedem Jahr immer besser“ beschrieben wird. Die Karosserie wurde um rund drei Zentimeter verbreitert und um 22 Zentimeter verkĂŒrzt. Das futuristische Design im Innenraum mit Leuchtdioden, die in Rot und GrĂŒn Geschwindigkeit und Drehzahl anzeigen passt zur Aussenhaut aus Kunststoff. Technisches Highlight ist der Bordcomputer. Ein Achtzylindermotor treibt den Wagen auf eine Spitzengeschwindigkeit von 225km/Stunde, bei einer Beschleunigungszeit von Null auf 100 km in 7,5 Sekunden.

Endlich Vier TĂŒren

Aus MĂŒnchen kam von BMW eine neue Kompaktlimousine mit Vierzylindermotor. ZunĂ€chst war der 318i nur als ZweitĂŒrer zu haben. 1984 ergĂ€nzte man die 3-er-Serie mit einem ViertĂŒrer.

Sparsames Kofferraumwunder

Der VW Jetta war in seiner praktischen Schlichtheit, wie er seit 1980 auf dem Markt war, kaum mehr zu ĂŒberbieten. Aber der Kofferraum mit 660 Liter Fassungsvermögen ĂŒberzeugte. Die 1984-Version ‚Carat‘ war dann quasi die LuxusausfĂŒhrung und brillierte mit einem leistungsfĂ€higeren Motor, mit Servolenkung und Zentralverriegelung als Serienausstattung. Selbst die Außenspiegel waren elektrisch einstellbar. Hallogenscheinwerfer und Metalliclackierung waren weitere Pluspunkte. Die sogenannte Hochschaltanzeige machte den Fahrer darauf aufmerksam, wann geschaltet werden sollt, um möglichst ökonomisch zu fahren. Der Carat galt als sparsam und mit dem 55-Liter-Tank kam man weit. In der Stadt schluckte der Jetta 8,7 Lieter Super, auf der Autobahn bei 135 km/h 10,9 Liter. Höchstgeschwindigkeit: 179 km.

Mittelklasse eingeholt

Als Mittelklasse-Modell machte sich der Toyota Carina II in Europa bemerkbar. Die frontegetriebene Limousine war ab 1984 auf dem europÀischen Markt mit einem 1,6 Liter-Vierzylindermotor (84 PS), Querlenkern vorne und Federbeinen, Doppel-Querlenker hinten, Feder/DÀmpfer-Kombi hinten und Vorderradantrieb ausgestattet.Damit hatten die japaner technisch an die europÀische Konkurrenz aufgeschlossen. Der Carina II war als Liftback mit Heckklappe oder als Stufenheck-Limousine erhÀltlich. Sportliche Erweiterung: das Triebwerk mit 1,9 Liter Hubraum und 101 PS.

Mitsubishi Colt

Die Klasse der kompakten Sportlimousinen hatte Mitsubishi im Auge, als die zweite Generation des Colt in Europa 1984 auf den Markt kam. Vier verschiedene Motorvarianten standen dem Kunden bei der Motorisierung der SchrÀghecklimousine zur Auswahl. Erstmals dabei war auch ein Dieselmotor.

Das kleine Kraftpaket

Fans asiatischer Autos durften sich ab Sommer 1984 ĂŒber den kleinen, viel unterschĂ€tzten Subaru Justy freuen. Der Winzling verfĂŒgte ĂŒber einen Allradantrieb und brachte es mit seinem Dreizylinder-Motor auf eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 145 km/h. Ein bisschen Geduld musste man mitbringen, denn dazu benötigte er 16,4 Sekunden. Die Antriebseinheit wurde schon im Subaru Libero verwendet. Gelobt wird das fein abgestimmte FĂŒnfgang-getriebe. Der zuschaltbare Hinterradantrieb wird durch einen Knopf am Schalthebel aktiviert.