Die Siege des Maserati Tipo 6CM


Maserati feiert den achtzigsten Jahrestag von Luigi Gigi Villoresis beeindruckendem Sieg bei der Targa Florio von 1939 am Steuer des Maserati Tipo 6CM. Der in Mailand geborene Rennfahrer siegte am 14. Mai 1939 auf dem Parco della Favorita-Kurs in Palermo (Sizilien) ber 40 Runden (insgesamt 228 km) in 1: 40,15,4. Luigi Villoresi fuhr mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 141,908 km / h die schnellste Runde des Rennens mit einer Zeit von 0:02,24,6. Piero Taruffi und Guido Franco Barbieri belegten die Pltze zwei und drei, ebenfalls mit einem Maserati Tipo 6CM. Es war ein historisches Ergebnis fr Maserati und besttigte damals die unbestrittene Fhrung im prestigetrchtigen sizilianischen Rennen. Maserati hatte auch die Rennen in den Jahren 1937 und 1938 dominiert und dabei die ersten drei Pltze belegt. Luigi Villoresi wurde 1940 Erster und fuhr einen Maserati Tipo 4CL.

Die Targa Florio, eines der ltesten und berhmtesten Autorennen der Welt, ist nach Vincenzo Florio benannt. Florio, ein wohlhabender Geschftsmann aus Palermo, der bereits in der Rennwelt bekannt war und es im Jahr 1906 grndete, finanzierte und organisierte. Insgesamt 62 Ausgaben der Targa Florio fanden von 1906 bis 1977 statt (nicht whrend der beiden Weltkriege). Das Rennen fand jedes Jahr (normalerweise im Mai) auf den Straen von Palermo statt. Sizilianische Straen, insbesondere die engen, kurvenreichen Straen durch die Madonie, spielten bei diesem Rennen immer eine zentrale Rolle. Erst in den Jahren von 1937 bis 1940 fand die Veranstaltung im Parco della Favorita in Palermo statt.

Der Maserati Tipo 6CM ist ein bemerkenswerter Einsitzer. Entworfen wurde er von Ernesto Maserati und im Jahr 1935 nahm er endlich Gestalt an. Das Auto sah ziemlich konventionell aus, aber sein Inhalt war extrem fortschrittlich. Noch bahnbrechender als der neue Motor (ein Reihensechszylinder gegossen aus einem Block, elektronische Kurbelgehuse, zwei obenliegende Nockenwellen, die von einer ansteigenden Getriebekette angetrieben werden, zwei Ventile pro Zylinder und Roots-Kompressor mit einer maximalen Leistung von 175 PS) zeichnete sich vor allem durch sein Fahrgestell aus, das einen groen Fortschritt im Fahrzeugdesign darstellte. Die Grundstruktur war weiterhin der Leiterrahmen, jedoch mit innovativen Vorderachsaufhngungen, die einen groen Vorteil gegenber den englischen und franzsischen Wettbewerbern darstellten. Die Aufhngungen bestanden aus Torsionsstabfedern, die so montiert waren, dass die Federspannung an die Eigenschaften der Schaltung angepasst werden konnte. Wie der Rest des Autos wurde auch die Karosserie auf vielfltige Weise aktualisiert, insbesondere im Hinblick auf die Aerodynamik. Die extrem abgerundeten Formen, die Abfolge der verschiedenen Seitenverkleidungsformen und die schrgere Vorderseite spiegelten deutlich die Forschungen zur Aerodynamik wider, die ber die Jahre ihres Baus andauerten.

Die Vormachtstellung dieses Autos im Rennsport erreichte 1938 ihren Hhepunkt, als es die beeindruckenden britischen ERA-Autos besiegte, die immer die gefrchtetsten Konkurrenten der italienischen Konstrukteure gewesen waren. Im selben Jahr gab es auch das Debt des berhmten Alfetta von Alfa Romeo, der fr die Grand-Prix-Wettbewerbe der Vetturette kreiert wurde. Zur groen Zufriedenheit der Maserati-Brder besiegte der Tipo 6CM in diesem Jahr jedoch auch den Alfetta beim GP von Pescara.

Der Maserati Tipo 6CM erwies sich als uerst erfolgreiches Auto: Von 1936 bis 1939 wurden 27 Exemplare gebaut, und das Modell gewann auf den fhrenden Rennstrecken Europas Rennen, sowohl mit dem offiziellen Team als auch mit Gentlemen-Fahrern am Steuer. Der Maserati Tipo 6CM hlt mit drei Siegen in den Jahren 1937, 1938 und 1939 den Rekord fr die meisten Editionssiege bei der Targa Florio.
Der Maserati Tipo 6CM, der perfekt in seiner ursprnglichen Lackierung restauriert wurde, befindet sich in Modena und gehrt zur Panini-Kollektion.