Drei Tage Rennfestival in Goodwood


Wie in jedem Jahr ruft im Herbst der Lord March zum Goodwood Revival, dem 3-tĂ€gigen Renn-Festival auf der berĂŒhmten ehemaligen Formel-1-Rennstrecke mit dem Flair der 50er und 60er Jahre. Wer als Besucher kommt, fĂŒhlt sich in Zeit und Raum zurĂŒckversetzt. BlasshĂ€utige englische Ladies im Tweet-Kleidchen und Gentlemen im weißen Rennanzug oder Offiziers-Uniform oder Knickerbockerhosen flanieren in der Boxengasse zwischen Renn- und Grand-Prix Fahrzeugen von anno dazumal. Die Luft vibriert vom Grollen der vorbeifliegenden Spitfire Schwadron und auf der Wiese vor der Boxengasse jubeln britische Soldaten im Retro Outfit zu den Piloten hinauf.

Der Geist der Luftfahrt
Der beliebte Freddie March Spirit of Aviation Concours d’Elegance feierte sein zehnjĂ€hriges JubilĂ€um wĂ€hrend des Goodwood Revival 2017. Einige der seltensten und schönsten Flugzeuge der Welt waren ausgestellt und wurden von einer Jury, zu der auch der rekordverdĂ€chtige Skydiver Felix Baumgartner, der im Jahr 2012 von einem Ballon in der StratosphĂ€re und das Model Jodie Kidd gehörte, bewertet.
Mit dabei war die weltweit einzige funktionierende Bristol Blenheim MkI L6739, eine 1944 Beechcraft D17 S Staggerwing, eine 1942 Douglas C53, eien 1938 Foster Wikner Wicko, eine 1939 Lockheed P-38 Lightning, eine 1938 Ryan SCW145, eine 1930 de Havilland Gipsy Moth und einige Supermarine Spitfires.
Wegen der großen Publikums Nachfrage war auch Bill Charney’s Red Rockette NC16S Staggering Staggerwing wieder mit dabei.

Fiat Ikone wird bei Goodwood geehrt
Fiats zeitloses Model Nuova 500 wurde bei dem Goodwood Revival Meeting 2017 geehrt. Dieses Jahr feiert dieser Zweizylinder Bambino sein sechzigstes JubilĂ€um der MarkteinfĂŒhrung und fast jede erdenkliche Modellvariante oder Modifikation dieses geliebten Kleinwagenns nahm an der Ehrenrunde auf dem Circuit teil. Heiße Rennrunden standen nicht auf dem Plan, aber nichts stimmt konnte den Fiat Nuova 500 Modellen die Aufmerksamkeit entziehen. Das Publikum war begeistert..

Roach gewinnt den schillernden Chichester Cup-Thriller
Stuart Roach zeigte beeindruckend, wie er sein Fahrzeug beherrscht und alles gab um den Chichester-Pokal zu gewinnen, der am Samstag die Strecken Rennen auf dem 2017 Goodwood Revival Meeting eröffnete. Der turbogeladene Klassiker fĂŒhrte von der Pole-Position bis zur Ziel Flagge und verlor nur kurzfristig die FĂŒhrung gegenĂŒber dem zweitplatzierten Peter de la Roche. Es war eine spannende Schlacht, als Roachs mit seinem Alexis nicht in der Lage war, den Roche’s BMC Mk2 abzuschĂŒtteln, als sie dem Verfolgerfeld vorwegfuhren. Der letztjĂ€hrige Sieger Michael Hibbert sah zunĂ€chst wĂ€hrend des frĂŒhen Rennens wie ein möglicher Sieger aus, schleuderte jedoch sieben Minuten vor dem Ende des 20-minĂŒtigen Rennens. Aber auch Roach hatte kurzfristig einen Schrecken, nachdem er durch einen Fahrfehler auf das Gras auf das Gras schlitterte, ohne aber die FĂŒhrung zu verlieren.

Jaguars beherrschen die Kinrara Trophy
Jaguars dominierten die Kinrara Trophy. Nach berichtigten Ergebnissen gingen GT-Stars Phil Keen und Jon Minshaw als Sieger aus dem Rennen hervor. Die ersten sieben SiegerplĂ€tze wurden duch E-Types belegt. Gregor Fisken und der letztjĂ€hrige Sieger Tom Kristensen standen auf dem zweiten Platz, mit knapp einer Sekunde RĂŒckstand zu den Siegern.

Jag Mann gewinnt aber Austin Duo Star in St. Mary’s Trophy Opener
GT-Star Frank Stippler dominierte das Eröffnungs-Rennen der mit zwei Rennen gefahrenen St. Mary’s Trophy. Er fĂŒhrte nach dem 25 minĂŒtigen rennen vor dem heimischen BTCC Veteran Jason Plato mit 18,5-Sekunden Vorsprung. Der deutsche Jaguar MK1 fuhr zunĂ€chst mit Andrew Jordans außergewöhnlich schnellen Austin A40 um den Sieg. Doch der ehemalige britische Tourenwagen Campion zog sein Fahrzeug nach der halben Gesamtzeit aus dem Rennen. Danach konnte Stippler ohne Druck durch das Ziel fahren, gefolgt durch Platon auf einem Austin A105 als Zweitplatzierter, trotz eines Reifen Schadens spĂ€ter am Tag.

Alle Augen waren jedoch auf den Kampf um den dritten Platz zwischen Austin A40 Duo, Rob Huff und Michael Caine gerichtet. Die beiden Top-Stars waren nie mehr als ein paar Zentimeter auseinander und wechselten ihre Position wÀhrend jeder Runde. Caine hielt so lange durch bis Tom Kristensens ungeheuerlichem Ford Thunderbird knapp zwei Minuten vor Ende zu einer echten Herausforderung wurde. Kurz vor Ende drohte allerdings die Auspuffanlage abzufallen. Der DÀne hatte das Fahrzeug vor dem Rennen noch nie gefahren und von ganz hinten im Feld nach vorne gefahren.

Am Sonntag siegte Richard Meaden im zweiten Rennen der St. Mary’s Trophy. Er lieferte sich einen Zweikampf wĂ€hrend des gesamten Rennens mit Tourenwagen-Veteran Mike Jordan.
Richard Shaw im BMW 600 ĂŒbernahm am Anfang des Rennens die FĂŒhrung, kam aber wĂ€hrend des Einfahrens in die St. Mary’s Kurve ins Schleudern. Das Rennen wurde zu einem erbitterten Zweikampf zwischen Meaden’s Alfa Romeo Giulietta Ti und Jordans unwahrscheinlich schnellem Austin A40.

Die Sparringspartner waren selten mehr als eine halbe AutolĂ€nge auseinander. Auch nach Sicherheitsfahrzeugperiode, nachdem Neil Brown mit seinem Austin A35 bei Woodcote verunglĂŒckte.
Nach dem Neustart fuhren Meaden und Jordan fort, wo sie aufgehört hatten. Wobei Jordan, nach einer versehentlich Kollision mit Meaden in der Woodcote Kurve, seinen Alfa Kurz auf das Gras fuhr. Meaden ĂŒbernahm darauf die FĂŒhrung. Doch Jordan war noch nicht fertig und fuhr bald wieder in FĂŒhrung. Meaden ĂŒbernahm wĂ€hrend der letzten Runde und fuhr als Sieger an der Zielflagge vorbei. Der Gesamtsieg ging allerdings an Nick Naismith und Jason Plato im Austin A95 Westiminster.

Gans glÀnzt bei der Goodwood Trophy
American Charger Michael Gans beherrschte die knifflige Bedingungen wĂ€hrend der Goodwood Trophy fĂŒr 1930-1950 Grand Prix Fahrzeuge und Voiturettes. Pole-position Fahrer Paddins Dowling hatte anfangs wie ein möglicher Sieger ausgesehen, aber sein ERA kollidierte mit dem ehemaligen Gewinner Mark Gillies Ă€hnlichem Fahrzeug wĂ€hrend der ersten Runden. Die Fahrzeuge wurden zĂŒgig beseitigt. Der Vorjahressieger Callum Lockie, der Sean Danaher’s Maserati 6CM fuhr, war in den ersten Runden auch im Kampf um den Ersten Platz, verlor aber zunehmend an Tempo. Dann begann es zu regnen und Gans behauptete sich an der Front, vor dem ERA-Fahrer David Morris und Lockie der sich auf dem dritten Platz behauptete.

Ward unaufhaltsam und dominiert mit GT40 die Whitsun Trophy
Ford GT40 Ass Chris Ward hat bei einem ereignisreichen 25-minĂŒtigen Whitsun-Trophy-Rennen, fĂŒr Sportwagen-Prototypen, eine bravuröse Show geleifert. Das Rennen startete auf einer trockenen Strecke. Nach der ersten Runde musste jedoch bereits das Sicherheitsfahrzeug auf die Strecke, nachdem Roland Lewis seinen Hamill SR3 verunfallte. Das Rennen wurde nochmals mit 12 Minuten Restzeit gestartet. Ward zog sofort an Pole-Position Fahrer Nick Padmore’s, ebenfalls in einem GT40, vorbei. Die Streckenbedingungen wurden schlechter und Ward driftete sein Fahrzeug durch die Kurven, um am Ende einen Vorsprung von 4,9-Sekunden gegenĂŒber seinen Verfolger herauszufahren. Lola T70 Fahrer Mike Whittaker wurde dritter und Mike Jordan FĂŒhrer schaffte es mit seinem GT40 vom 29. Platz auf den vierten Platz an der Zielflagge vorbeizufahren.

Ward erstĂŒrmt einen brillanten Sieg bei der Freddie March Memorial Trophy
Chris Ward setzte dort fort, von wo er zuvor aufgehört hatte, seinen zweiten Sieg des Tages im Freddie March Memorial Trophy Rennen fĂŒr Rennwagen gebaut von 1952-1955. Der ehemalige Silverstone-Chef Instructor startete seinen Cooper-Jaguar aus der letzten Reihe des Feldes und manövrierte in unglaublicher Art und Weise durch das Feld. Der Veteran zog in de Madgwick Kurve an seiner lange fĂŒhrenden Konkurrenz, Aston Martin DB3 Fahrer Rob Hall, vorbei.

Wood macht Druck, um die Richmond Trophy zu gewinnen
Tony Wood hat sowohl die Konkurrenz als auch das Wetter ignoriert, um die Richmond Trophy fĂŒr Grand-Prix-Autos Fahrzeuge mit Front Motor der 1950er Jahre zu gewinnen.
Das Rennen hatte dramatische Szenen. Nick Adams ‚Ferguson verlor auf einer Gerade ein Rad und schleuderte in einem Funkenbmeer.
Miles Griffiths fĂŒhrte anfangs in Philip Walkers Lotus 16 und baute sich einen FĂŒnf-Sekunden-Vorsprung ĂŒber ein Viertel der Distanz auf. Leider musste das Fahrzeug wegen eines technischen Fehlers aus dem Rennen ausscheiden, das der Vorjahres-Sieger Julian Bronson ging in seinem Scarab-Offenhauser in FĂŒhrung, gefolgt durch Lotus-Fahrer Joaquin Folch-Rusinol auf dem dritten Platz.
Wood kĂ€mpfte in den letzten zehn Minuten des Rennens seinen Weg nach vorne, vorbei an Bronson, der von einigen NachzĂŒglern blockiert wurde. Der Vorsprung des Schotten betrug nach 25 Minuten spannendem Rennen bei nasser Strecke gerade einmal 0,9 Sekunden.

Alfa dominiert den Brooklands Thriller
Sonntags Rennprogramm startete mit einer Sensation bei der fĂŒnf Fahrer abwechselnd die Brooklands Trophy fĂŒr Rennwagen, gebaut vor 1939, anfĂŒhrten.
Pole-Position Fahrer Patrick Blakeney-Edwards stĂŒrmte mit seinem Frazer Nash „Owlet“ zu Beginn an die FĂŒhrungsposition, bis sich an seinem Vergaser ein Clip gelöst hatte und er in die Boxengasse fahren musste.

Mercedes-Fahrer Thomas Kern ĂŒbernahm daraufhin die FĂŒhrung, wurde aber sofort von Mark Gillies an Bord von Richard Skipworths Aston Martin ĂŒberholt.
Der fĂŒhrende EnglĂ€nder blieb aber nur wenige Sekunden in FĂŒhrung und wurde von Niklas Halusa Alfa Romeo 8C 2600 Monza mit Zagato Karosserie ĂŒberholt. Der Weg war frei fĂŒr Christopher Mann in einem Ă€hnlichen Fahrzeug.

Das Veteran Ass zog kurz an Halusa vorbei, bekam allerdings die schwarze Flagge gezeigt, da sein Alfa Romeo deutlich Öl verlor. Halusa ĂŒbernahm fĂŒnf Minuten vor Ende deutlich die FĂŒhrung und der Österreicher wurde danach auch nicht mehr ĂŒberholt. Sein Vorsprung vor dem zweitplatzierten Gillies betrug 7,8 Sekunden.