Expressionismus & Jaguar-Kultur


Was verbindet Kunst und Automobile? Der Antwort auf diese Frage kamen die GĂ€ste der Vernissage im MAC Museum Art & Cars in Singen nĂ€her. Die neue Ausstellung „Farbe, Form, Geschwindigkeit“ – Jaguar trifft Klassische Moderne“ spiegelt den Zeitgeist der 1950er und 1960er Jahre wieder.


Automobile und Kunst verkörpern mit ihren Strukturen und ihrer Art den jeweiligen Zeitgeist. Bis 28. Mai 2017 können Besucher in Singen entdecken, wie sich Kunst und automobile Kultur in diesen Jahren entwickelt hat. Zu den außergewöhnlichen Werken des Malers Hermann Wiehl gesellen sich besondere Fahrzeuge von Jaguar. Im Mittelpunkt der Stilentwicklungsgeschichte der britischen Fahrzeugmarke stehen besondere Highlights. Etwa der lange verschollene Rennwagen Jaguar Lister Knobbly Baujahr 1958, der zufĂ€llig in einer Scheune in den USA wiederentdeckt wurde.

An seiner Seite ist einer der authentischsten Jaguar E-Types ĂŒberhaupt. Die Stil-Ikone der 60er Jahre war sogar vom Museum of Modern Art New York zum Kunstwerk erklĂ€rt worden. Der Jaguar Owen Sedanca, ist die Design-Verbindung in die Zukunft. Dieser Jaguar wurde nur drei Mal gebaut, denn nach der Ölkrise zogen alle Kunden ihre Bestellungen zurĂŒck – bis auf den Prototypen und zwei Bestellungen aus eine Familie.

Eleganz und Sportlichkeit aus der frĂŒhen Historie von Jaguar verkörpert der Jaguar SS, dessen DNS aus die Swallow Sidecar Company zurĂŒckgeht. Die AnfĂ€nge Jaguars vertritt der Austin Swallow Zweisitzer im Foyer des MAC Museuems. Diese, ab 1926 bei der britischen Firma Swallow Sidecars auf dem sieben PS starken Austin Ten aufgebauten Roadster, erfreuten sich sehr bald großer Beliebtheit. Lyons, der Besitzer der Swallow Sidecar and Coachbuilding Company erkannte den Erfolg und baute ab 1931 auch auf der Basis des Austin Ten die formschönen Swallow Saloons, wie das im ersten Raum gezeigte Modell.

Gleich daneben ist auch das Modell zu sehen, dass erstmals offiziell den Namen Jaguar trug, Ein Sechszylindermodell, das auf der Basis eines Standard Modells aufgebaut wurde. Lyons konnte sich anfangs nicht mit Standard einigen, ob dieses Fahrzeug die Markenbezeichnung „Swallow“ oder „Standard“ tragen sollte. Man fand eine Einigung und nannte ihn daher einfach „SS“. Da die Swallow Company 1935 zur Jaguar Company umbenannt wurde, hießen die ersten Fahrzeuge Jaguar SS.

Beeindruckend erleben Museumsbesucher den Wandel der Kunst in jenen Jahren. Hermann Wiehl zeigt in seinen Bildern die Auflösung von Naturbildern in Expressionistische Formensprache. Schwarzwaldlandschaften werden zu geometrischen Mustern in neuen, modernen Landschaften und ungewöhnlichen Farben. Sein „Blaues Selbstbildnis“ gehört zu den berĂŒhmten Beispielen des Expressionismus.